Den letztjährigen Durchschnitt von 3500 Franken erreichte die Obwaldner Zucht- und Nutzviehauktion 2026 zwar nicht. Mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 3140 Franken erzielten die Verkäufer angesichts der angespannten Situation dennoch ansprechende Erlöse.
Höheres Angebot als 2025
«Klar wären bessere Preise wünschenswert, dennoch sind wir mit dem Verkaufsverlauf zufrieden», erklärt Dominik Durrer, Präsident des organisierenden Obwaldner Viehzuchtverbandes. Das Angebot sei dieses Jahr mit fast 50 Stück rund ein Drittel höher gewesen als im Vorjahr. Einzelne Bauern müssten nun auch im Kanton Obwalden aufgrund der angespannten Futtersituation schlichtweg Vieh verkaufen. Die hohen Temperaturen während der Auktion hätten den Verkaufsverlauf sicher ebenfalls nicht positiv beeinflusst.
Vielversprechendes Adee-Rind galt 3700 Franken
Während in normalen Jahren viele Käufer aus den Kantonen Luzern und Aargau kommen, waren es heuer vielfach Viehhändler, die auf die 46 aufgeführten Tiere boten. Darunter waren auch Händler, die erstmals in Giswil vor Ort waren. «Für Viehhändler ist ein Verkaufsanlass mit gegen 50 Tieren sicher interessant, da diese so genügend Tiere kaufen und dadurch sein Transportfahrzeug füllen können», so Dominik Durrer.
Gefragt waren einmal mehr F1-Mutterkühe mit Kalb. Wie schon im vergangenen Jahr erzielte ein solches Angebot mit 3850 Franken den Höchstpreis. Ein solcher Kauf ist gemäss Dominik Durrer auch mit wenig Risiko verbunden; der Kaufpreis entspreche kaum mehr als dem Tränkerpreis des Kalbes und dem Schlachtviehpreis der Kuh. 3700 Franken erreichte ein vielversprechendes, acht Monate trächtiges Adee-Rind.
Obwaldner blicken grundsätzlich positiv in die Zukunft
Von den 46 aufgeführten Tieren, darunter drei Kälber, konnte Auktionator Bruno Furrer 40 Stück zuschlagen. Trotz der schwierigen Umstände und der grossen Hitze gelang es ihm einmal mehr, auf dem Areal des Berufs- und Weiterbildungszentrums in Giswil eine positive Verkaufsstimmung aufkommen zu lassen. Generell positiv blickt auch Dominik Durrer in die kommenden Monate.
«In unserer Region konnten wir dank den Alpen das Winterfutter noch schonen. Auf den Hochalpen wie zum Beispiel im Melchseefrutt-Gebiet gab es zwar auch nie ein übermässiges Weidegras-Angebot, doch dank der einzelnen Gewitter stoppte der Graswuchs nie ganz. Teils konnte dadurch das Vieh heuer sehr lange auf den Hochalpen bleiben.» Mit einem schönen Herbst könnte zudem auch auf den Talbetrieben wieder ein Teil des Futterausfalls kompensiert werden.

