Viel Weidegras: So profitieren Mutterkuhbetriebe

Dieser Sommer bietet vielerorts ideale Voraussetzungen für die Weidehaltung. Reto Spörri erklärt, auf was es in der Mutterkuhhaltung ankommt.

Trotz lokal teils heftig auftretender Gewitterzüge ist die Niederschlagsmenge diesen Frühling, wie auch Frühsommer, zufriedenstellend. Auch die Anzahl Hitzetage haben sich bis jetzt im Rahmen gehalten. Das sind ideale Voraussetzungen, dass sich Mutterkühe und Kälber wohl fühlen, wenig Stress erleiden und die Beef hohe Tageszuwachsraten erzielen. Die klimatischen Bedingungen führen auch dazu, dass ein gutes Weidemanagement betrieben werden kann.

Weidegras ist günstig

Die Fütterungskosten sind eine der drei wichtigsten Kostenfaktoren in der Mutterkuhhaltung. Das Ziel soll sein, mit einem möglichst hohen Weideanteil die maximalen Tageszuwachsraten bei den Beef zu erzielen. Bekanntlich ist das Weidegras, gerechnet nach dem Vollkostenprinzip franko Kuhmaul, mit Fr. 15.– pro dt TS das günstigste Grundfutter. Gefolgt von Maissilage mit Fr. 32.–, Belüftungsheu mit Fr. 47.– und Grassilage mit Fr. 49.– pro dt TS.

Kann ein F1-Mutterkuhbetrieb seine Kühe und Kälber mit 80 % Weidegras, die Kühe mit 20 % Dürrfutter und die Beef mit 20 % Maissilage zufüttern, belaufen sich die Vollkosten der Fütterung auf Fr. 4.– pro kg Tageszuwachs. Füttert derselbe Betrieb seine Kühe mit nur 40 % Weidegras und 60 % Dürrfutter, die Beef mit 40 % Weidegras und 50 % Dürrfutter/Maissilage, steigen die Vollkosten pro kg Tageszunahme auf rund Fr. 6.50 pro Tag. Werden diese Zahlen für einen Mutterkuhbetrieb mit 20 Kühen und einer Tageszuwachsrate der Beef von 1,3 kg betrachtet, fallen mit der Variante des hohen Weideanteils die fütterungsbedingten Vollkosten pro Tag rund 60 Franken tiefer aus. Kann der genannte Mutterkuhbetrieb den hohen Weideanteil mit guter Futterqualität über mehrere Monate umsetzen, fallen die fütterungsbedingten Vollkosten 8000 bis 10 000 Franken tiefer aus als mit einem geringeren Weideanteil. Die Weideführung während der Vegetationszeit beeinflusst somit die Wirtschaftlichkeit des Betriebszweiges Mutterkuhhaltung markant und liefert einen wesentlichen Beitrag an das Jahresergebnis.

Koppeleinteilung anpassen

Damit diese guten Resultate auch erreicht werden können, sollte dem Weidemanagement viel Beachtung geschenkt werden. Dies bedeutet, dass die Koppeleinteilung der Jahreszeit angepasst werden muss, der Weidebestand eine hohe Futterqualität ausweisen und die Düngung auf die Nutzung abgestimmt sein muss. Bei Fragen der Umsetzung stehen Ihnen die Landwirtschaftlichen Beratungsstellen gerne zur Verfügung.

Zum Autor

Der Autor Reto Spörri ist Agronom und Leiter Tierhaltung und Grundbildung am LZ Liebegg.  (Bild LZ Liebegg)
Der Autor Reto Spörri ist Agronom und Leiter Tierhaltung und Grundbildung am LZ Liebegg. (Bild LZ Liebegg)

Der Autor Reto Spörri ist Agronom und Leiter Tierhaltung und Grundbildung am LZ Liebegg.

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