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Rigitrac: Mit Elektrotraktoren und in Frauenhand in die Zukunft

Aufgewachsen sind sie in der Werkstatt der Sepp Knüsel AG. Heute führen Theres Beutler-Knüsel und ihre Schwestern Edith, Doris und Ruth das Traditionsunternehmen. Mit flachen Hierarchien, engem Austausch mit den Mitarbeitenden und einer klaren Vision setzen sie auf E-Traktoren als nachhaltige Lösung für die Landwirtschaft.

Die vier Schwestern sind in der Werkstatt der Sepp Knüsel AG aufgewachsen. Der Arbeitsort ihrer Eltern war ihr Spielplatz, so haben sie das Geschäft von Kindesbeinen an kennengelernt. Dass sie das Unternehmen einmal übernehmen würden, war nicht von Anfang an klar. «Unsere Eltern haben uns stets gesagt: ‹Geht in die Fremde und bringt neue Ideen heim›», erzählt Theres Beutler. «Das ist eine grosse Bereicherung für den Betrieb. Jede von uns hat etwas anderes erlebt und unterschiedliche Erfahrungen in den Betrieb zurückgebracht.»

Die Unternehmenskultur hat sich verändert

Theres Beutler ist seit zehn Jahren Geschäftsführerin der Sepp Knüsel AG, doch das war nicht von Anfang an geplant. Sie hat die kaufmännische Ausbildung gemacht und nach einigen Jahren Berufserfahrung die Fachausbildung zur Landmaschinenmechanikerin angehängt. Theres Beutler fällt Entscheidungen nicht im Alleingang, die vier Schwestern besprechen die Geschäftsentscheide meist gemeinsam.

Sie haben die Firmenkultur verändert und führen die Unternehmung mit einer flachen Hierarchie. «Es ist wichtig, die Meinungsbildung aus verschiedenen Faktoren zu machen: Die Unternehmenskultur hat sich verändert, auch die Mitarbeiterkultur ist anders, das hat Vorteile. Es ist wichtig, zu wissen, wo dem Mechaniker in der Werkstatt der Schuh drückt. So können wir Probleme lösen, bevor sie zu echten Problemen werden», führt Edith Winter-Knüsel aus.

Die Kommunikation innerhalb des Betriebes ist ihnen wichtig, nicht nur innerhalb der Familie, unter den Schwestern, sondern mit allen Mitarbeitenden. Die Basis solle einbezogen werden: Meinungsbildung entstehe aus verschiedenen Faktoren. So würden auch Informationen und Argumente aus der Werkstatt und von Kunden einbezogen, um die bestmögliche Lösung zu finden. Auf diese Weise seien Entscheide innerhalb der Unternehmung breit abgestützt und tragfähig. Das mache sie erfolgreich.

«Als ich Mutter wurde, bin ich noch einmal sehr gewachsen an meinen Aufgaben, es hat alles eine weitere Dimension erhalten, das Verantwortungsbewusstsein ist noch einmal grösser geworden», sagt Theres Beutler. «Das hat den Nachhaltigkeitsgedanken auch innerhalb der Firma gestärkt: Man denkt in Generationen und möchte den Nachkommen eine gesunde Basis weitergeben.»

Rigitrac: Mit Elektrotraktoren und in Frauenhand in die Zukunft
Im Familienunternehmen hat die Kommunikation untereinander einen hohen Stellenwert: (v.l.n.r): Marlies Knüsel, Edith Winter, Sepp Knüsel, Ruth Durrer, Doris Knüsel, Theres Beutler.

Jedes Elektrofahrzeug ist für die Innenwirtschaft ein Riesengewinn

Für Knüsels sind E-Traktoren das Gefährt der Zukunft: Damit schliesse sich der Kreislauf innerhalb der Landwirtschaft, sie machten unabhängiger. Die Landwirte könnten gesünder produzieren und dazu noch Kosten sparen. «Ganz klar im Vorteil ist man nur schon, weil die Lärmbelastung wegfällt. Ebenso die Abgase: Mit einem E-Traktor in einer Halle oder in einem Tunnel zu arbeiten, ist viel angenehmer, als wenn Abgase und Lärm zusätzlich belasten. Zudem bleibt ein höherer Teil der Wertschöpfung in der Schweiz.»

Die Schwestern sind überzeugt, dass durch dieselbetriebene Fahrzeuge Milliarden für Öl ins Ausland fliessen, doch dieses Geld könnte auch in der Schweiz bleiben. Für Betriebe, die selbst Strom produzieren, werde der Unterhalt wesentlich günstiger. «Wir probieren, die Wertschöpfung in der Umgebung zu halten und damit auch Arbeitsplätze zu sichern; das ist uns ein grosses Anliegen», erklärt Theres Beutler. Es gibt immer mehr Gemeinden, die im Kommunalbereich E‑Fahrzeuge einsetzen. Diese dafür zu begeistern, etwas für die Umwelt zu tun, ist ein Ziel der Schwestern.

«Die Zukunft sehen wir elektrisch»

In Traktoren steckt sehr viel Technik. Bei Knüsel werden einzelne Komponenten zugekauft, der grösste Teil wird jedoch im eigenen Haus produziert. Elektroingenieure machen die Programmierung, Maschinenbauingenieure zeichnen die Fahrzeuge. «Es gibt schon noch Knacknüsse, die gelöst werden müssen», sagt Theres Beutler. «Wir sind der Zeit voraus. Unsere E-Traktoren sind ein Nischenprodukt, die Markteinführung, die Akzeptanz am Markt zu bekommen, braucht einen langen Atem.» Die Präsenz am Markt zu einem konkurrenzfähigen Preis sicherzustellen, bleibt eine Herausforderung. Diese Gratwanderung meistern die Knüsel-Schwestern gemeinsam.

Das Unternehmen feiert 50 Jahre

Am Samstag, 22. August 2026, wird im Hause Knüsel in Küssnacht am Rigi SZ gross gefeiert: Das Unternehmen wird stolze 50 Jahre alt. Kundinnen und Kunden, Landwirtinnen und Landwirte sowie alle Interessierten sind herzlich zum grossen Anlass eingeladen. Auf dem Programm stehen Punkte, die das Herz eines jeden Rigitrac- und Landtechnik-Fans höher schlagen lassen dürften. Dass alle aktuellen Rigitrac-Modelle ausgestellt sind, dürfte sich von selbst verstehen. Der Flyer auf der Firmenwebseite zeigt aber auch noch einen bislang ominösen «Weltrekord» – was sich dahinter verbirgt, darf mit Spannung erwartet werden. Livio Janett

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