Jedes Jahr werden immer noch zahlreiche Rehkitze beim Mähen verletzt oder getötet. Dagegen kann der Landwirt verschiedene Massnahmen ergreifen.
An der Tagung «Landtechnik im Alpenraum» welche am Mittwoch stattfand, wurde noch eine neue Variante vorgestellt. Normalerweise findet die Tagung im österreichischen Feldkirch statt. Wegen der aktuellen Situation wurde sie aber online über Webex abgehalten.
Mit Infrarot erkennen
Tiere zu verletzen oder Töten ist nicht nur schädlich für das Image der Landwirte, sondern kann auch wirtschaftliche Folgen haben. Verendete Wildtiere im Futter führen zu Botulismus bei den Kühen.
Stephan Ackermann von der Firma Pöttinger präsentierte eine neue Möglichkeit, dies zu verhindern, den «Sensosafe». Dies ist ein Sensorbalken, am Frontmähwerk. Er erkennt dank Infrarot Rehkitze und andere Tiere wie Hasen, Fasane oder auch Katzen unabhängig von der Tageszeit oder den Lichtverhältnissen.
Wenn der Sensor ein Tier erkennt, sendet er ein Signal an den Bedienteil in der Kabine. Zusätzlich wird das Mähwerk blitzschnell über die Mähwerkhydraulik automatisch angehoben. Der Sensorbalken ist fixfertig am Pöttinger Alpha-Motion-Frontmähwerk montiert.
Unabhängig vom Hersteller
Zusätzlich gibt es auch Assistenzsysteme für Heckanbaugeräte. Hier ist der Sensorbalken an einem eigenen Zwischenrahmen zwischen Traktor und Mähwerk angebaut. Wird ein Tier erkannt, gehen optische und akustische Warnsignale zum Bedienteil. Es gibt keine automatische Aktion am Heckmähwerk, denn der Fahrer hat genügend Zeit, um anzuhalten.
Diese Möglichkeit ist herstellerunabhängig und kann für Front- oder Heckmähwerke eingesetzt werden. Der Richtpreis liegt bei 7000 Euro. Als Vorteil nennt Stephan Ackermann, dass mit dem Sensosafe kaum zusätzlicher Zeit- und Personalaufwand entsteht, um Rehkitze zu retten.
Engerlinge machen Ernteverluste
Ein weiteres Thema an der Feldkirch-Tagung war das Thema Engerlinge. Gerade auch im Vorarlberg sind in den vergangenen Jahren grössere Probleme mit Engerlingen vorgekommen, wie Christian Meusburger von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg berichtet.
Engerlinge fressen die Wurzeln und vermindern somit den Ertrag. Zudem zerstören sie die Grasnarbe und es entsteht dadurch ein entarteter Pflanzenbestand, die Ernte fällt komplett aus und die Gefahr von Erosion steig massiv.
Welche Art von Engerlingen ist es?
Als erster Schritt muss man dann bestimmen, welche Art von Engerlingen es sind. Es gibt Maikäfer, Junikäfer und Gartenlaubkäfer. Anschliessend gilt es, die Anzahl Engerlinge pro Quadratmeter zu ermitteln.
Pilzgerste in den Boden bringen
Die Vorarlberger setzen in der Bekämpfung von Maikäferengerlingen auf die Applikation von Melocont-Pilzgerste. Diese wird mittels Schlitzdrillverfahren in einer Tiefe von 5 cm in den Boden eingebracht.
Ibex Motormäher kann Flüssigkeit applizieren
Im Berggebiet sind jedoch die schweren Traktoren oft nur beschränkt einsatzfähig. Hierbei könnte die Erfindung der Firma Terratec eine Lösung sein. Der Ibex Mmexit ist ein Motormäher, bei dem die Stachelwalzen zu Düsen umfunktioniert wurden. Darüber kann Flüssigkeit in den Boden appliziert werden.
Nun ist Christian Meusburger mit der Universität Innsbruck daran, eine flüssige Suspension von Melocont zu entwickeln. Meusburger sieht diese Bekämpfungsidee als vielversprechend an.

