Immer grösser, immer leistungsfähiger und immer schwerer: Die Tendenz bei Güllenfässern geht im Talgebiet klar in eine Richtung. Dass man im Berggebiet mit schwerem Gefährt aber schnell an seine Grenzen kommt, weiss der Schwyzer Hansruedi Schelbert.
Mit hoher Stabilität am Hang
Entsprechend setzt er bei seinem noch jungen Agrarservice-Lohnunternehmen auf weniger Gewicht und bringt so mit seinem Fass noch Gülle auf Flächen aus, wo viele Landwirte bereits auf Verschlauchung und Handverteiler wechseln.
Auf seinem 80-PS-Transporter hat er im vergangenen Jahr ein 3500 Liter grosses Schallberger-Fass aus glasfaserverstärktem Polyester aufgebaut. «Nicht nur die Tankform und der damit verbundene tiefe Schwerpunkt überzeugen mich, sondern auch die eingebaute Schwallwand, die das Schwappen der Gülle vermindert», lobt Hansruedi Schelbert. Diese Kombination erhöhe die Fahrstabilität und die Hangsicherheit. Ein Pluspunkt sei sicher auch die automatische Talfahrtentleerung, die das Fass unabhängig davon, ob bei Berg- oder Talfahrt, komplett entleert.
Weniger Verschleiss dank Zentrifugalpumpe
Das Besondere am Güllenfass von Hansruedi Schelbert ist aber die Pumpe. Er liess auf sein Fass nicht – wie weit verbreitet – eine Drehkolben- oder Schneckenpumpe aufbauen, sondern eine Elba-Zentrifugalpumpe. Ein wichtiger Punkt für diese Wahl war das geringe Gewicht, ein anderer die Vorzüge bei einem allfälligen Trockenlauf.
Hauptkriterium war aber der geringe Verschleiss: «Da ich für verschiedene Landwirte Gülle ausbringe, besteht bei einer Pumpe auch immer eine erhöhte Gefahr für Schäden durch Fremdkörper. Die sehr verschleissarme Zentrifugalpumpe ist in diesem Punkt viel weniger anfällig als andere Systeme», erklärt Schelbert. Ein weiterer Vorteil sei die hohe Durchflussmenge von 3000 Litern pro Minute, was ein zügiges Entleeren des Fasses ermögliche.
Die Zentrifugalpumpe ist nicht selbstansaugend. Darum hat Hansruedi Schelbert sein Fass mit einer leichten, hydraulisch betriebenen Völlmin-Turbo-Tauchpumpe ausgestattet. Dazu war es nötig, die Hydraulikanschlüsse bis ans Heck des Fasses zu ziehen. Das System sei zwar anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig gewesen, mit der Routine werde das Handling aber einfacher.

Einzige Kombination dieser Art in der Schweiz
Hansruedi Schelbert liess sein Fass mit einem sieben Meter breiten Hochdorfer-Schleppschlauchverteiler und einer elektrischen Weitwurfdüse ausstatten. Entsprechend breit ist das Einsatzgebiet. Auch bei der Verschlauchung ab Fass überzeuge die Zentrifugalpumpe mit ihrer hohen Durchflussmenge, bei grossen Höhendifferenzen komme die Pumpe dann aber schon an ihre Grenze.
Ein weiterer Vorteil der Zentrifugalpumpe ist für Schelbert der tiefe Schallpegel. Im Vergleich zu anderen Pumpensystemen arbeite sie angenehm ruhig und verbessere dadurch den Arbeitskomfort.
Bisher ist der junge Schwyzer schweizweit der Einzige, der auf die Kombination aus einem Schallberger-Fass und einer Zentrifugalpumpe setzt. «Ich informierte mich im Internet über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kombinationen und kontaktierte daraufhin mehrere Landmaschinenunternehmen. Doch die wenigsten zeigten Interesse daran, meine Wünsche umzusetzen.» Mit Seppi Odermatt von der Leo Schallberger AG in Oberdorf NW hat er schliesslich einen erfahrenen Fachmann gefunden, der ihm eine Maschine nach seinen Vorstellungen zusammenstellte.

