pv_die-grune-onlineABO

Häckseln oder Pressen geht mit gleichmässig angelegten Futterschwaden am besten

Ein gleichmässig angelegter Futterschwad erleichtert die Arbeit von Häcksler und Presse, senkt den Verschleiss und sorgt für einen ruhigen Ernteablauf. Das Lohnunternehmen von Roman Bircher in Hagendorn ZG verarbeitet mit fünf Feldhäckslern jedes Jahr hunderte Kilometer Schwaden. Aus dieser Erfahrung weiss Bircher genau, woran ein gut angelegter Schwad zu erkennen ist – und welche Fehler sich vermeiden lassen.

Kurz & bündig

  • Gleichmässige Schwaden sichern einen ruhigen Futterfluss.
  • Die Schwadgrösse muss zum Ertrag passen.
  • Am Vorgewende braucht es eine gute Arbeitsstrategie.
  • Die Maschineneinstellung ist entscheidend.

Mit einem 6-Meter-Doppelschwader entstehen pro Hektare theoretisch knapp 1,7 Kilometer Schwaden. Der Maschinenkostenbericht von Agroscope geht für Feldhäcksler von einer Auslastung von 200 Hektaren aus. Das ergibt 340 Kilometer pro Jahr. Lohnunternehmer Roman Bircher aus Hagendorn ZG rechnet nicht nach Fläche, sondern nach Trommelstunden. Die effektive Auslastung dürfte über 200 Hektaren liegen und er kann davon ausgehen, dass er bereits tausende Kilometer Schwaden gesehen hat.

Gleichmässiger Schwad gibt guten Schnitt

Roman Bircher ist also mehr als befugt, sich über die Qualität von Futterschwaden zu äussern. «Am besten werden Schwaden von beiden Seiten zueinandergelegt. Ein Doppelschwader mit Mittenablage ist gut geeignet. Besonders wichtig ist es, dass die Schwaden auch in der Länge gleichmässig sind und keine Haufen aufweisen. So ist es in den Vorpresswalzen im Feldhäcklser möglich, einen regelmässigen Futterfluss zu erreichen. Das ergibt dann die beste Schnittqualität.»

Lohnunternehmer Roman Bircher hat Erfahrung mit Futterschwaden. Am besten lassen sie sich häckseln oder Pressen, wenn sie gleichmässig geformt sind. (Bild: «die grüne» / Beat Schmid)

Wird ein Futterschwad mit einer Presse oder einem Ladewagen aufgenommen, zählt ein regelmässiger Schwad noch mehr, sonst ist die Schnittqualität bei Futterhaufen nicht mehr gewährleistet.

Schwaden ist also mehr als nur «das Futter irgendwie an einen Schwad zu kriegen». Es geht darum, die Ansprüche des nachfolgenden Ernteschritts zu erfüllen. Bei der Futterbearbeitung auf dem Feld geht es auch um die Futterqualität. «Es ist klar, egal wie man das Futter erntet, am Ende entscheidet sich am Futtertisch, ob die Anforderungen erfüllt sind», sagt Roman Bircher.

Flexibel bei der Schwadgrösse

In seiner Region im Kanton Zug gibt es viele Milchviehbetriebe. Diese lagern das Futter traditionell in Silos. Früher wurde das Gras oft in Eigenmechanisierung mit Ladewagen und Standhäcksler ins Silo gebracht. Heute beauftragen die Betriebe meistens den Lohnunternehmer und deshalb haben die Feldhäcksler bei Roman Bircher ebenfalls eine grosse Tradition.

Bei der Schwadtechnik will sich Bircher nicht festlegen, welches System das beste ist. «Ein Mittelschwader erfüllt die Anforderungen gleichmässiger Schwaden in der Länge und in der Breite sehr gut. Allerdings nur für den ersten Schnitt mit genügend Futter. Bei den weiteren Schnitten ergeben sich mit dem Mittelschwad nur kleine Schwaden. Viele Landwirte haben in unserer Region deshalb vom Mittelschwader zum Seitenschwader gewechselt. So lässt sich das Futter bei weniger ergiebigen Mengen zusammenbringen.» Die Wahl einer Maschine kann hier also auch von deren Flexibilität abhängen.

Wenn im Sommer weniger Futter liegt, findet es Roman Bircher vorteilhaft, grosse Schwaden herzustellen. Ansonsten wird das Futter an kleinen Schwaden rasch zu trocken. Das trifft bei Silage zu. Bei der Heubereitung hat die Nachtrocknung am Schwad eine grosse Bedeutung.

Herausforderung am Vorgewende

Roman Bircher hat als Ergänzung zum Häckseln vor einigen Jahren in einen Vierkreiselschwader investiert. Der bringt viel Schlagkraft und kommt dort zum Einsatz, wo die Landwirte diese Arbeit auslagern. Diese Maschine stellt gleichmässige Schwaden her, von beiden Seiten kommt die gleiche Futtermenge. Aber auch mit dieser Maschine ist es nicht einfach, ein Feld perfekt zu schwaden. Es braucht einen guten Plan, wie man am besten vorgeht, ohne fertige Schwaden zu überfahren.

«Eigentlich müsste man am Vorgewende beginnen und die Fläche für die Längsschwaden frei machen. Allerdings dreht man dann auf dem Querschwad und drückt ihn flach, sodass er nicht mehr sauber aufgenommen werden kann. Viele schwaden deshalb zuerst den Längsschwad und fahren dann quer. Das ist aber auch nicht optimal, weil dadurch beim Querschwaden Futter aus dem Längsschwad gerissen wird und als Haufen am Querschwad liegt.»

Es ist klar, ganz ohne Kompromisse kann man nicht schwaden. Wenn es logistisch passt, löst das Lohnunternehmen Bircher das Problem so, dass mit dem eigenen Schwader die Querschwaden gemacht werden und dann gleich gehäckselt werden kann. Das schafft Platz. Wenn Schwaden und Häckseln jedoch gleichzeitig erfolgen, braucht der Schwader Schlagkraft, um den Häcksler nicht zu bremsen.

Schwad nicht in Mulden legen

Am Vorgewende gibt es noch weitere Herausforderungen. Roman Bircher hat festgestellt, dass der Schwad entlang einer Strasse oder einem Weg oft in einer leichten Mulde zu liegen kommt, weil die Parzelle zur Strasse hin oft leicht ansteigt. «Je breiter der Pick-up der Erntemaschine, desto schlechter ist die Aufnahme in einer solchen Mulde. Das lässt sich vermeiden, wenn man nach dem Mähen das Futter mit einem einfachen Kreisler um eine Breite gegen das Feld verschiebt. Fährt man gleich ringsum, kann auch leichter gekreiselt werden.»

Trotz tausend Schwadkilometern kann sich Roman Bircher nicht festlegen, welches das beste Schwadersystem ist. «Die bekannten Anforderungen müssen so gut wie nur möglich erfüllt werden, und das ist sicherlich mit allen Schwadertypen möglich. Aber es ist in jedem Fall eine Frage der Einstellung.» Die passende Einstellung hängt von der Art des Futters ab und kann einen Einfluss auf die Drehzahl, die Fahrgeschwindigkeit und je nachdem auf die Position der Kurvenbahn bei einem Kreiselschwader haben, wenn er sich diesbezüglich verändern lässt.

Die Maschineneinstellung entscheidet über saubere Schwaden und sauberes Futter. Als Richtwert gelten auf Betonboden 3 Zentimeter Zinkenabstand. (Bild: Pöttinger)

Ein gleichmässiger Schwad ist also wichtig für eine saubere Verarbeitung im Häcksler oder im Schneidwerk. Das gibt gutes Futter. Aber es geht nicht darum, den besten oder teuersten Schwader zu besitzen. Der beste Schwader bringt nur dann sein Können auf das Feld, wenn wichtige Voraussetzungen wie flache Oberflächen ohne Spurbildung, dichter Grasbestand ohne Mäusehaufen und ein hoher Schnitt auf eine gut eingestellte Maschine treffen.

Lohnunternehmen Bircher

Marlis und Roman Bircher beschäftigen in ihrem Lohnunternehmen in Hagendorn ZG sechs Festangestellte und bis zu sechs Aushilfen. Die wichtigsten Dienstleistungen sind Häckseln, Ballenpressen, Dreschen, Einzelkornsaaten usw. In der Werkstatt werden unter anderem Häckselwagen für den Eigenbedarf selber gebaut.

www.bircherlohnunternehmen.ch

Weiterlesen