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Der Nebeldrache sagt dem Frost den Kampf an

Die Silent AG im zürcherischen Otelfingen hat viel eigens für den Obstbau konzipierte Landtechnik im Angebot. Darunter ein Hilfsmittel gegen Frost: den Nebeldrachen.

Das im Zürcher Unterland in Otelfingen domizilierte Landtechnikunternehmen Silent AG hat in diesem Jahr bezüglich ihrer traditionellen Silent-Tage einen Systemwechsel vorgenommen, indem man diese in den Spätherbst und somit noch vor die Ende November stattfindende Agrama vorgezogen hat. An drei Tagen herrschte entsprechend reger Betrieb in den Hauptgebäuden, wo neben dem grossen Angebot für verschiedenste Kommunalmaschinen die breite Palette an Landtechnik für den Obst- und Weinbau präsentiert wurde.

Der Nebeldrache sagt dem Frost den Kampf an
Peter und Beatrice Scherrer konnten an den Silent-Tagen in ihrem Unternehmen in Otelfingen viele Interessierte begrüssen.

Leichtgewichte punkten im Rebbau

Neue Bewirtschaftungsformen, etwa für die Unterstockbearbeitung, führen zu einer vermehrten Durchfahrt in den Rebgassen. Grundsätzlich zeigt sich, dass man nun für steilere Reblagen wieder verstärkt leichtere Schlepper und Arbeitsgeräte sucht, um die Bodenbelastung möglichst gering zu halten. Dies insbesondere nach den Erfahrungen aus dem nassen Rebjahr 2021, wo allein für den Pflanzenschutz deutlich mehr Fahrten notwendig waren.

Während für grössere Gassenbreiten beidseitige Hackgeräte für die Zwischenstockbearbeitung mit entsprechend eher stärkeren und schweren Schleppern eingesetzt werden können, bietet das Unternehmen jetzt auch verstärkt an Motormäher vorgebaute Schwenkarm-Mulcher oder gar Hackgeräte an.

Der Vitrac ist für den Weinberg gebaut

Der Vitrac, im Südtirol von Rebbaupraktikern zu Beginn für schmale Terrassen entwickelt und serienmässig ab 2015 als Geräteträger gebaut, hat eine neue Generation bei den leichten Rebbaufahrzeugen speziell für eher steile Lagen mit engen Gassen eingeläutet. Gemäss Peter Scherrer, Betriebsleiter bei der Silent AG, hat sich dieser Geräteträger in den letzten Jahren auch erfolgreich in der Schweiz etabliert. Dies nicht zuletzt wegen seines geringen Gewichts und seiner grossen Wendigkeit. Dank eines vertieften Schwerpunktes verfügt der Genicklenker über eine sehr solide Bodenhaftung. Zudem ist er mit knapp 2,50 m sehr kurz gebaut.

So kann problemlos von der einen direkt in die nächste Rebreihe eingefahren werden. Seine sehr hohe und durchaus aussergewöhnliche Hangtauglichkeit ist auch auf den speziellen Allradantrieb zurückzuführen. Der mit einem stufenlosen hydraulischen Allradantrieb ausgestattete Schlepper verfügt über 32 PS und wiegt in der Grundausstattung gerade einmal 750 kg. Er lässt sich auch sehr vielseitig mit weiteren Anbaugeräten kombinieren, welche rasch und einfach angehängt werden können. Dazu gehören verschiedene Mulchgeräte und der Laubschneider speziell auch für Terrassen.

Der leicht und kompakt gebaute und deshalb sehr wendige Vitrac lässt sich vielseitig einsetzen.
Der leicht und kompakt gebaute und deshalb sehr wendige Vitrac lässt sich vielseitig einsetzen.

Ein Nebeldrache gegen Frost

Seit einigen Jahren importiert die Silent AG den in Ungarn entwickelten und gebauten Frost-Booster Dolina Fog-Dragon, hierzulande als Nebeldrache bezeichnet. Dabei handelt es sich eigentlich um einen von einem Traktor gezogenen Ofen für die Warmluftproduktion, welcher zum Schutz der jungen Triebe an den Reben und vor allem im Obstbau zum Schutz der Blüten durch die Kulturen gezogen wird. Er wiegt leer rund 1250 kg und es reichen bereits 45 PS und ein Zapfwellenantrieb mit 540 U/min. für den Zug. Zudem verfügt er über einen Wassertank mit 250 Liter.

Der Nebeldrache sagt dem Frost den Kampf an
Peter Scherrer zeigt das einfache Innenleben des Heizfahrzeuges, das salopp Nebeldrache genannt wird.

«Er lässt sich einfach mit verschiedenen Brennstoffen wie Holzspälten, Schnitzeln, Pelletts oder gar Stroh für die Wärmeerzeugung füllen», erklärt Peter Scherrer. Dabei spricht Scherrer von einer günstigen und durchaus effizienten Lösung gegen den Bodenfrost im Frühling. Das Brenn- und Heizmaterial wird in die rund 80 cm grosse Kammer eingefüllt. Beim Einsatz wird das Brennmaterial angezündet und Luft durch das Feuer gezogen. Die dadurch erhitzte Luft wird mittels Gebläse angezogen und vor dem seitlichen Austritt zugleich mit durch Düsen eingespritztem Wasser angereichert. Dieses verdampft und wird zu Nebel, was zugleich bewirkt, dass die so befeuchtete Luft auch schwerer wird und am Boden verbleibt.

Zusammen mit dem Rauch, Wasserdunst und Wärme wird eine Nebeldecke gebildet, welche die Wärme am Boden hält und seitlich der Maschine bis zu je 25 bis 30 m ausgeblasen wird. «Die einfache und simple Anwendung, die beachtliche Arbeitsbreite von 50 bis 60 m und die einmalige Investition sind dabei die starken Argumente», betont Scherrer. Gemäss Werksangaben kann der Fog-Dragon auf einer Fläche von bis zu 10 ha erfolgswirksam eingesetzt werden.

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