Präsident Philipp Freimann konnte zur 70. Generalversammlung des Zuger Verbandes für Landtechnik zahlreiche Mitglieder und Gäste begrüssen, erstmals in Unterägeri ZG, nach dem obligaten Schüblig Bankett.
Wegen Defizit: Mitgliederbeitrag muss erhöht werden
Im Jahresbericht erwähnte er den erfolgreich durchgeführten Staplerkurs und die Feldspritzen- und Obstgebläsetests. Die Rechnung schloss bei einem Aufwand von rund 42 000 Franken mit einem Verlust von rund 3000 Franken ab, das Vermögen beträgt noch knapp 19 000 Franken. Der Vorstand beantragte aufgrund der über mehrere Jahre ausgewiesenen Defizite eine Erhöhung des Jahresbeitrages um 10 Fr. auf 95 Franken. Dies sei nötig wegen des Mitgliederrückgangs, gestiegener Kosten und geringerer Erträge aus dem Staplerkurs, begründete der Präsident. Derzeit zählt der Verband noch rund 300 Mitglieder. Aus der Versammlung kam die Anregung, den Beitrag gleich auf 100 Franken zu erhöhen, was grossmehrheitlich beschlossen wurde.
Karin Iten ist die erste Frau im Vorstand
Der Vorstand und der Präsident wurden in globo für drei Jahre wiedergewählt. Neu wurde Karin Iten aus Unterägeri in den Vorstand gewählt. Die gebürtige Entlebucherin und Treuhänderin lebt auf dem Bauernhof Schwändi in Unterägeri, wo Milchwirtschaft, Pouletmast und Direktvermarktung betrieben werden, sowie ein Agrarservice für Lohnarbeiten. Iten übernimmt zudem die Geschäftsführung von Randy Freimann, der im Vorstand verbleibt. Im April organisieren die Zuger die Delegiertenversammlung für den Dachverband Landtechnik Schweiz.
Verengungen von Strassen verhindern
Zum Thema Unterlenkeranhängung am Traktor wurden schweizweit neue Vereinbarungen abgeschlossen, mit einer Freigrenze bis 3.5 t. Der Kanton Zug verlange aber entsprechende Einträge im Fahrzeugausweis, erklärte der Präsident. Erfreulich sei die Senkung der Strassenverkehrsgebühren im Kanton Zug um 25 Prozent. Aufgerufen wurde, bei Strassenerneuerungen bei den Gemeinden vorstellig zu werden, dass bei Verengungen die Strassenbreite von 3.5 m eingehalten wird, damit grosse landwirtschaftliche Gefährte nicht blockiert werden. Hingewiesen wurde zudem auf die laufende Registrierungspflicht für die Fachbewilligung Pflanzenschutz und für die Treibstoffzoll-Rückvergütung.
Krummenachers säen fast alles
Digitalisierung und Individualität bei den Anforderungen an landtechnische Geräte, das seien Herausforderungen für die Zukunft, meinte Marco Ruf von der Krummenacher Saattechnik AG aus Dietwil AG. Er sprach an der Generalversammlung des Zuger Verbandes für Landtechnik über die aktuellen Trends.
1986, also bei der Firmengründung vor 40 Jahren, entwickelte Pius Krummenacher das erste elektropneumatische Sägerät (EPS). Viele weitere Entwicklungen folgten bis zum EPS8. 2024 gewann die Firma den Swiss Innovation Award für das Doppelscheibenscharsystem. Beschäftigt werden elf Mitarbeitende, 80 Prozent der Produkte gehen in den Export. Das Sortiment umfasst Sägeräte, Schartechnik, Fronttanks und Sonderlösungen, so für Fahrgassenpflege im Obstbau. Der Fokus liege auf den Sägeräten: «Wir säen fast alles ausser Kartoffeln und Zuckerrüben.»
Immer mehr Elektronik im Einsatz
Die Entwicklung von «marktgerechten Maschinen» sei eine Gratwanderung, meinte Marco Ruf. So sei abzuwägen, ob landtechnische Geräte immer grösser, besser, schneller, technisierter und somit teurer sein sollen, oder ob ein einfacherer, «bezahlbarer» Standard genügen würde.
Schweizer Kunden verlangten eine sehr hohe Flexibilität und individuelle Maschinen; gefragt seien Komponenten, die mehrere Dosierungen zum Säen ermöglichen. Und im Trend seien elektronische Überwachung und Steuerung, und Vernetzung miteinander dank Iso-Bus. In modernen EU-Ländern sei fortgeschrittene Technik ebenso gefragt, die Maschinen seien einfach grösser als hierzulande. In Osteuropa oder auch Spanien seien hingegen möglichst einfache und günstige Sägeräte gefragt. «Solche, die man auch einmal mit dem Hammer flicken kann», bemerkte Ruf. Am 15./16. August 2026 feiert die Firma Krummenacher in Dietwil mit einer Hausausstellung das 40-Jahr-Jubiläum.


