Wie geht es nach dem Studium weiter? Fünf «Haflinger» schauen in die Zukunft

Der Start in die Berufswelt nach dem Studium ist aufregend. Welche Richtung schlagen Agronominnen und Agronomen nach ihrem Bachelor ein?

Am Donnerstag, 24. September 2026, findet die Diplomfeier an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL statt. Die Studierenden erhalten ihr Bachelor-Diplom und wagen den ersten Schritt in die Berufswelt. Die Bauernzeitung hat bei fünf von ihnen nachgefragt, wie es weitergeht.

Weiterstudieren in einem anderen Land

Sirin In-Albon geniesst nach der Abgabe der Bachelorarbeit ihre Ferien – denn für sie ist die Zeit im Vorlesungssaal noch nicht zu Ende. Im Sommer 2027 beginnt sie ihren Master in Animal Science in Norwegen an der Norwegian University of Life Sciences (NMBU). Bis dahin füllt sie die Lücke mit Zwischenjobs.

«Mein Plan für die Zukunft ist es, den Master abzuschliessen und danach in Norwegen eine Stelle zu finden.» Am ehesten sieht sie sich im Bereich Kleinwiederkäuer oder Rindvieh. Wo genau aber ihr zukünftiger Arbeitsplatz sein wird, lässt sie auf sich zukommen.

Das Highlight des Studiums war für sie die Abschlussreise: «Gemeinsam eine Reise zu machen und Erinnerungen zu schaffen, ist sehr schön gewesen und rundet die gesamte Studienzeit ab. Zum Schluss bin ich fast etwas wehmütig, dass das Studium schon zu Ende ist.»

Die junge Agronomin könnte sich vorstellen in Zukunft mit Kleinwiederkäuern zu arbeiten. (Bild: Privat)

Zukunft mit Federn geschmückt

Valérie Würgler zieht es nach dem Abschluss in die Geflügelbranche. Dort ist sie bei Bell als Projektleiterin im Geflügelstallbau – insbesondere für neue Mastpouletställe – tätig. Die Geflügelbranche hat sie schon immer interessiert und das Berufsleben gefällt ihr bis jetzt sehr gut.

Für die Studierenden, welche gerade frisch angefangen haben, hat sie einige Tipps: «Versucht, organisiert zu sein, behaltet eure Credits und Modulgruppen im Auge.» Die Frischlinge sollen von Beginn an nichts aufschieben, Lerngruppen bilden und zusammenarbeiten. Am wichtigsten ist der Absolventin aber: «Einfach Spass haben dabei und nicht alles immer zu ernst zu nehmen. Macht euch nicht zu viel Stress.»

Am besten gefiel ihr am Studium die gesamte Atmosphäre. «Allgemein hatten wir ein sehr harmonisches Campusleben mit vielen tollen Festen.» Besonders schätzte sie den ständigen Austausch untereinander, zum Beispiel in den Kaffeepausen. «Es war eine gute Abwechslung zwischen Exkursionen und Unterricht. So sahen wir auch viel Praxis.»

Valérie Würgler hat ihren Platz in der Geflügelbranche gefunden. (Bild: Valerie Würgler)

Betriebe unterstützen und beraten

Paula Geiling landete im Technischen Dienst für die Region Westschweiz bei der Kroni AG, wo sie ihr Fachwissen in der Beratung und Begleitung der Betriebe vor Ort einsetzen kann. «Was ich vom Studium mitnehme, sind vor allem meine Französischkenntnisse durch mein Vorstudienpraktikum in der Westschweiz.»

Aber auch ein breites Wissen darüber, welche Futtermittel wann eingesetzt werden und wie sie im Tier wirken, hat sie in ihrem Rucksack. Am besten liegen ihr alle Themen rund um Fruchtbarkeit, Tiergesundheit und Tierhaltung. Dort konnte sie sich mit der Vertiefung Nutztierwissenschaften besonders viel Wissen aneignen.

Was sie sich jetzt in der Berufswelt noch erarbeiten müsse: das im Studium erworbene Wissen zu verknüpfen und gezielt auf die unterschiedlichen Bedingungen und Bedürfnisse der einzelnen Betriebe anzuwenden. «Da jeder Betrieb andere Voraussetzungen, Bedürfnisse und Möglichkeiten hat.» Sie darf gerade auch noch lernen, Rezepturen zu erstellen und dabei zu verstehen, wie die einzelnen Komponenten einer Futtermischung zusammenspielen.

«Am meisten freue ich mich in der Berufswelt darauf, direkt mit der Praxis und den Betrieben in Kontakt zu kommen.» Es freut sie, dass jeder Betrieb anders ist und sie immer wieder neue Herausforderungen erwarten.

Sie möchte sich an ihrem neuen Arbeitsplatz noch stärker in die Thematik vertiefen und ihr Wissen praktisch anwenden. «So dass ich Betriebe mit meinem Wissen unterstützen und gemeinsam mit ihnen nach Lösungen suchen kann.»

Ein abwechslungsreicher Job zwischen Büro und Stall. (Bild: Paula Geiling)

Wissen und Erfahrung weitergeben

Pascal Studer findet man nach seinem Studium als Lehrperson und Berater am Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung (BBZN) in Schüpfheim LU. Dort unterstützt er in den Fachbereichen Tierhaltung und Betriebswirtschaft. «Daneben engagiere ich mich weiterhin aktiv auf dem elterlichen Landwirtschaftsbetrieb. Die Kombination aus Praxis, Beratung und Ausbildung gefällt mir sehr.»

Auch er hat wertvolle Tipps für Studierende, die frisch mit der Ausbildung beginnen. Sein wichtigster Tipp ist: «Durchhalten und aktiv Kontakte knüpfen. Während der drei Jahre an der HAFL hat man die Möglichkeit, Studierende aus mehreren Jahrgängen kennenzulernen und ein wertvolles Netzwerk aufzubauen.»

Gerade in einer vergleichsweise kleinen Branche wie der Landwirtschaft sind persönliche Kontakte oft entscheidend, betont er. «Langfristig kann ein gutes Netzwerk genauso wertvoll sein wie das fachliche Wissen aus den Vorlesungen.»

Besonders geschätzt hat Studer die persönliche und unkomplizierte Art der Dozierenden sowie seiner Mitstudierenden. «Die Atmosphäre an der HAFL ist sehr kollegial und von gegenseitiger Unterstützung geprägt. Man hilft sich, tauscht Erfahrungen aus und wächst gemeinsam an den Herausforderungen des Studiums.» Das hat die Studienzeit für ihn besonders wertvoll gemacht.

Pascal hat seinen Abschluss mit der Vertiefung Agrarwirtschaft geschafft. (Bild: )

Zwischen Feldarbeit und Büro

Donato Pelliccia arbeitete nach seiner Lehre als Landwirt einige Jahre im Beruf. Auch er schliesst diesen Sommer seinen Bachelor in Agronomie mit der Vertiefung Pflanzenwissenschaften ab. Nun startet er bei UFA-Samen im Beratungsdienst seine berufliche Laufbahn. «Dabei begleite ich Landwirte und Landwirtinnen bei Fragen rund ums Saatgut, von der passenden Sorte und Mischungswahl bis zur Beratung direkt auf dem Betrieb.» Besonders reizt ihn die Kombination aus Kundennähe, Feldarbeit und Büro.

«Das Studium hat mir ein breites fachliches Fundament gegeben und mir gezeigt, wie die verschiedenen Bereiche der Landwirtschaft zusammenspielen. Die grösste Lernkurve liegt jetzt in der Praxis: Jeder Betrieb ist anders und die Erfahrung wächst mit jeder Saison und jeder Beratung.»

Pelliccia freut sich auf den direkten Austausch mit den Landwirtinnen und Landwirten und darauf, gemeinsam praxisnahe Lösungen zu finden. «Dass ich dabei viel auf den Betrieben unterwegs bin und gleichzeitig mein Fachwissen laufend erweitern kann, macht den Beruf für mich besonders spannend.»

Auch Donato Pelliccia startet erfolgreich und motiviert ins Berufsleben. (Bild: UFA-Samen)

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