Gaden sind aus dem Landschaftsbild des Glarnerlandes nicht wegzudenken. Früher wurden sie in der Landwirtschaft als Ställe oder Scheunen benötigt, doch mittlerweile stehen viele leer und ihre Bausubstanz geht nach und nach verloren. Ein Projekt soll dies nun ändern. Ziel sei es, die Gadenlandschaften durch neue Nutzungen zu bewahren, teilte das Departement Bau und Umwelt des Kantons Glarus kürzlich mit.
Wie können die alten Gebäude langfristig erhalten werden?
«Mit dem revidierten Raumplanungsgesetz (RPG 2) verändern sich gleichzeitig die Rahmenbedingungen für Bauten ausserhalb der Bauzone», erklärt der Kanton und stellt die Frage, welche Zukunftsperspektiven für nicht mehr landwirtschaftlich benötigte Gebäude bestehen.
Innerhalb des Modellvorhabens betrachtet ein Fachteam die Gadenlandschaften als Ganzes und untersucht neue Möglichkeiten zum langfristigen Erhalt. Dabei setzt man auf die Mitwirkung aus der Bevölkerung: «Das Wissen der Einheimischen, die Bereitschaft der Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Ideen von Vereinen, Unternehmen und weiteren Interessierten sollen direkt in das Projekt einfliessen», so die Mitteilung.
Offenheit für neue Nutzungsansätze
Ideen für mögliche Nutzungen von Gaden können bis zum 20. Oktober 2026 hier eingereicht werden.
«Seit der Kommunikation des Projekts haben sich bereits einzelne interessierte Personen mit ersten Ideen bei uns gemeldet», sagt Kantonsplanerin Fabienne Egloff gegenüber der BauernZeitung. Im weiteren Projektverlauf möchte man gezielt mit Eigentümerinnen und Eigentümern ins Gespräch kommen. Bei Letzteren liegen auch die Kosten für Sanierung und Unterhalt der Gaden.
Wiedereinbindung in die landwirtschaftliche Nutzung
Die Frage ist, ob eine neue Nutzung auch dazu führen könnte, dass die Gaden wieder stärker Teil eines landwirtschaftlichen Betriebs werden. Dies bejaht Egloff und erklärt, dass es sich keineswegs zwingend um eine nicht-landwirtschaftliche Nutzung handeln müsse.
«Wenn ein Gaden weiterhin oder wieder landwirtschaftlich genutzt werden kann, ist dies ebenso eine mögliche und durchaus erwünschte Perspektive. Das Projekt ist bewusst offen für unterschiedliche Nutzungsansätze», so die Planerin. Neue Nutzungen sollen weder eine Konkurrenz zur Landwirtschaft darstellen noch die landwirtschaftliche Bewirtschaftung erschweren. Die Landwirtschaft und die Bedürfnisse der Bewirtschaftenden seien deshalb wichtige Rahmenbedingungen bei der Entwicklung möglicher Nutzungsideen.

