Mitten im Homeoffice verweigerte die Kaffeemaschine ohne Rauchzeichen, Gluckern oder sonstiger Vorwarnung den Dienst. Das Diagnosegerät beim Händler unseres Vertrauens schaffte Tatsachen. Nach 14 Jahren Zuverlässigkeit und knapp 30 000 Tassen Kaffee konnte die Maschine einfach nicht mehr. Und jetzt?
Reparieren oder entsorgen
Bei der Entscheidung, ein defektes Gerät oder eine defekte Maschine zu reparieren oder doch besser zu entsorgen, spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Die drei wichtigsten sind: das Alter des Gerätes, die Höhe der Reparaturkosten und die Höhe des Neupreises. Für unsere Kaffeemaschine würde die Reparatur im besten Fall knapp 400 Franken kosten. Der Neupreis des Nachfolgegeräts liegt bei 1300 Franken. Unter Beachtung der Faustregel (im kleinen Kasten) war der Neukauf somit eine beschlossene Sache. Energie Schweiz hat dazu eine Broschüre mit Berechnungstabellen für verschiedene Haushaltsmaschinen und Geräte zusammengestellt.
Die Faustregel
Die Reparaturkosten eines siebenjährigen Gerätes dürfen maximal zehn Prozent des Preises eines Nachfolgegerätes betragen, damit sich die Reparatur lohnt.
Die richtige Wahl treffen
Immer neuere, noch bessere Geräte werden auf den Markt geschwemmt. Gerade auch Kleingeräte wie Bügeleisen, Haartrockner, Toaster oder Handmixer sind für sehr wenig Geld überall erhältlich. Die Gehäuse sind bei diesen Geräten fest verschweisst und eine Reparatur ist meist unmöglich, so dass der kleinste Defekt oft bereits zur Entsorgung führen muss. Eine Entscheidung zum Kauf solcher niedrigpreisigen Geräte ergibt oft weder ökonomisch noch ökologisch einen Sinn. Gute Elektrogeräte haben ihren Preis. Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf, Entsorgung und Recycling brauchen Energie. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von «grauer Energie». Es ist also durchaus sinnvoll, ein qualitativ gutes Gerät mit langer Lebensdauer einem Billigprodukt vorzuziehen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss aber stimmen, denn das teuerste Gerät ist nicht automatisch auch das allerbeste.
Wichtige Überlegungen
Anforderungen an das Gerät:
- Was muss es können?
- Welche Arbeitserleichterung soll es bringen?
- Welches Zubehör braucht es nebst der Grundausstattung?
- Kann es bei Bedarf repariert werden?
- Wie lange gibt es voraussichtlich noch Ersatzteile?
Platz:
- Wo soll das Gerät/die Maschine stehen?
- Ist genügend Platz vorhanden?
- Ist die Bedienbarkeit gewährleistet?
- Sind alle nötigen Anschlüsse vorhanden?
Budget:
- Wie viel kann maximal ausgegeben werden?
Energieeffizienz:
- Wie viel Strom oder Wasser benötigt das Gerät?
Kundenservice:
- Wie schnell bekomme ich im Notfall Hilfe?
Es ist auch wichtig, beim Kauf zu überlegen, wo der nächste Kundenservice für das Gerät oder die Maschine ist. Wer ist Ansprechpartner im Fall einer Reparatur? Konsumentenforen, wie beispielsweise die «Stiftung für Konsumentenschutz» oder der «Beobachter», führen sporadische Tests zu verschiedenen Geräten und Maschinen durch. Die hilfreiche Gerätedatenbank www.topten.ch vergleicht Geräte und Maschinen verschiedenster Marken betreffend Preis, Stromverbrauch oder Energie-Effizienzklasse. Diese Informationen sind online abrufbar.
Man kann sich die Geräte teilen
Was durch «Mobility» mit Autos schon länger bestens funktioniert, kann auch bei der Anschaffung von Maschinen und Geräten umgesetzt werden. Gemäss Umfragen werden 80 Prozent der Gegenstände im Privatbesitz weniger als einmal im Monat benutzt. Klar, nicht alle Dinge lassen sich teilen, das muss ja auch nicht unbedingt sein. Bei Geräten und Maschinen, die nur saisonal im Einsatz sind, deren Anschaffung sehr teuer ist oder die sich technisch sehr rasch weiterentwickeln, lohnt es sich jedoch, das Teilen zu prüfen. Es ist wichtig, dass vor dem Kaufentscheid organisatorische, rechtliche und finanzielle Abmachungen klar geregelt und schriftlich festgehalten werden.
Keine Schnellschüsse beim Neukauf
Als Fazit ist wichtig, sich vor dem Kauf in Ruhe zu informieren. Auch wenn das Angebot noch so gut ist und der Preis unglaublich vorteilhaft erscheint, lohnt es sich trotzdem, sich genügend Zeit zu nehmen um die wichtigsten Fragen zu klären.

