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Was steckt hinter der turbulenten Jahreszeit?

Der Herbst ist eine Zeit mit wechselhaftem, stürmischem Wetter. Auch in der Schweiz gab es die letzten Wochen viel Wind und ein regelrechtes Wechselbad der Temperaturen. Aber warum ist das so?

Im Herbst ist es oft windig bis stürmisch. Die Temperatur sinkt zwar über mehrere Wochen kontinuierlich und spürbar, teilweise gibt es aber auch ein richtiges Auf und Ab der Temperaturen beziehungsweise der Null- und somit auch der Schneefallgrenze. Überhaupt kommt das Wort «Schneefallgrenze» wieder in den Wortschatz der Meteorologen.

Ein Auf und Ab

Viel Wind und ein Wechselbad der Temperaturen konnten auch in den letzten Wochen in der Schweiz beobachtet werden. Der letzte Herbststurm Frederico zeigte Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 km/h auf den Berggipfeln, und auch im Mittelland sind Sturmböen registriert worden. In den letzten Wochen war es nicht nur wiederholt windig, auch die Schneefallgrenze war abwechslungsweise im Sink- und im Steigflug.

So gab es am Sonntag, 12. November 2023, erste nasse Flocken bis ins Mittelland, und rund zwei Tage später fiel der Niederschlag in flüssiger Form bis auf eine Höhe von 2500 Metern.

Kalt trifft warm

Dieser Herbst war sicher eher aussergewöhnlich in seinen Extremen, aber trotzdem ist der Herbst bekannt für windiges und turbulentes Wetter. Warum aber ist es gerade in dieser Jahreszeit häufig so turbulent?

Im Herbst befinden wir uns in einer Übergangsphase, wir gehen von der warmen zur kühleren Jahreszeit über, und dieser Wechsel bringt in der Atmosphäre und somit in der Wetterküche eine gewisse Unruhe mit sich. Grundsätzlich werden unser Klima und somit auch unser Wetter durch die Sonneneinstrahlung gesteuert. Durch die unterschiedliche Sonneneinstrahlung werden Regionen auf der Erde unterschiedlich mit Energie versorgt, was sich durch Unterschiede in der Temperatur zeigt. So ist die Sonneneinstrahlung am Äquator höher und im Jahresverlauf in etwa gleich.

Somit ist die Temperatur am Äquator im Durchschnitt höher als in anderen Regionen der Erde und schwankt im Jahresverlauf nur minimal. Hingegen sind die Sonneneinstrahlung und die damit verbundene Wärmeenergie an den Polen im Jahresverlauf sehr unterschiedlich. Im Winter gibt es an den Polen kaum oder kein Sonnenlicht, und daher ist es hier auch sehr kalt. Die Natur versucht, Unterschiede jeweils auszugleichen, auch diesen Temperaturunterschied.

So strömt warme und feuchte subtropische Luft auf der Nordhalbkugel in Richtung Norden und kalte Luft von Norden in Richtung Süden. Diese beiden Luftmassen treffen zwischen dem 40. und dem 70. Breitengrad aufeinander. Diese Zone wird als planetarische Frontalzone oder Polarfront bezeichnet und bewegt sich in Wellen um die Nord- und äquivalent dazu um die Südhalbkugel.

Scheint für eine Weile die Sonne, steigen die Temperaturen im Herbst noch einmal sprunghaft an.
Scheint für eine Weile die Sonne, steigen die Temperaturen im Herbst noch einmal sprunghaft an.

Eine starke Front

An dieser Polarfrontzone bilden sich durch das Aufeinandertreffen der warmen und kalten Luftmassen Tiefdruckgebiete. Je grösser die Temperaturunterschiede der aufeinandertreffenden Luftmassen sind, desto grösser kann bei der Entstehung der Zyklone der Druckunterschied werden. Und je grösser die Druckunterschiede sind, desto stärker ist der Wind, denn Wind entsteht durch den Ausgleich der Druckunterschiede.

Gerade im Herbst sind die Temperaturunterschiede zwischen den aufeinandertreffenden Luftmassen gross. Die südlichen Regionen wurden den ganzen Sommer hindurch aufgeheizt, und so sind die Böden und die Meere mit Wärme angereichert. Die warmen Oberflächen geben ihre Wärme an ihre Umgebungsluft ab, und diese noch relativ warme Luft stösst im Bereich der Polarfront auf die bereits deutlich kühleren Luftmassen aus Norden.

Die Polarfront wird im Herbst und Winter somit stärker ausgebildet und liegt auf der Nordhalbkugel im Winterhalbjahr weiter im Süden als im Sommerhalbjahr. So ist im Herbst und auch im Winter die Wahrscheinlichkeit in der Schweiz durch zweierlei Aspekte grösser, von einem Sturmtief getroffen zu werden, als im Sommerhalbjahr. Die Tiefdruckgebiete sind tendenziell ausgeprägter, das heisst, die Tiefs lösen stärkeren Wind aus, und ihre Zuglinie verläuft im Winter südlicher, was es wahrscheinlicher macht, dass Tiefs auf die Schweiz treffen.

Nach dem trockenen Sommer bringt die Nässe im Herbst die Pilze zum Spriessen.
Nach dem trockenen Sommer bringt die Nässe im Herbst die Pilze zum Spriessen.

Markante Schwankungen

Mit den grossen Temperaturunterschieden zwischen südlichen und nördlichen Luftmassen, die entweder nach Norden beziehungsweise nach Süden ausbrechen können, lassen sich auch die teilweise markanten Temperaturschwankungen in der Schweiz erklären.

Am ehesten sind diese Schwankungen in den höheren Lagen zu erkennen. So ist es möglich, dass innerhalb von Stunden die Nullgrad- und damit verbunden auch die Schneefallgrenze massiv steigen beziehungsweise bei einem Kältevorstoss aus Norden diese ebenso schnell wieder in tiefe Lagen sinken.

Das geschah auch beim Sturmtief Jasper. Am Wochenende vom 11./12. November 2023 lag kühle Nordluft über der Schweiz, der Schnee fiel am Sonntagmorgen bis ins Mittelland. Zum Wochenstart erreichte warme Luft aus Süden die Schweiz, und so stieg die Schneefallgrenze bis zum Dienstag wieder bis gegen 2500 Meter.

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