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Übernachten auf dem Einachser-Rapid: Ein Bett im Obstgarten

Bei Familie Bauer in Hüttwilen kann man eine Übernachtung im Himmelbett auf einem umgebauten Einachser-Rapid buchen. Das Angebot entstand in Zusammenarbeit mit Thurgau Tourismus.

Übernachtungsangebote auf Bauernhöfen gibt es heute viele, auch ungewöhnliche. Solch ein spezielles Erlebnis bieten Barbara und Daniel Bauer gemeinsam mit Thurgau Tourismus an. Bei Familie Bauer kann man wortwörtlich in einem Himmelbett schlafen, mitten in der Natur, umgeben von Apfelbäumen. «Himmelbett – Schlafen unterm Apfelbaum» nennt sich das Übernachtungsangebot. Dabei ist das Doppelbett auf einen Einachser Rapid, besser gesagt dessen Anhänger gebaut.

Übernachten auf dem Einachser-Rapid: Ein Bett im Obstgarten
Nadine Pfister (links) von Thurgau Tourismus mit der Familie Bauer: Barbara mit Julia und Daniel mit Noël.

Das Naturnahe ist gesucht

Die Idee und das Konzept für die Übernachtung auf dem Gefährt wurde von Thurgau Tourismus entwickelt und finanziert.

«Naturnahe Unterkünfte sind sehr gefragt. Unsere Idee war es, Übernachtungen und Äpfel – das Symbol des Kantons Thurgau – zusammenzubringen.»

Nadine Pfister, Online Marketing Managerin bei Thurgau Tourismus

Unabhängig davon hatte sich Daniel Bauer ähnliche Überlegungen gemacht und so hatten sich die beiden Seiten rasch gefunden.

Den Start im Frühjahr 2020 bezeichnet Bauer als schwierig. Er fiel genau auf den ersten Lockdown, als der Bundesrat die Bevölkerung ermahnte, zu Hause zu bleiben. «So konnten wir natürlich nur wenig Werbung machen», erinnert sich Pfister. Dennoch erreichte man eine Auslastung von 50 Prozent, letztes Jahr waren es bereits 63 Prozent – und dies bei einem doch recht durchzogenen Sommer. Bauer sagt, er sei sich bewusst, dass ein neues Angebot eine gewisse Anlaufzeit benötige. Für die kommende Saison gibt es bereits Buchungen, die erste Mitte Mai.

Übernachten auf dem Einachser-Rapid: Ein Bett im Obstgarten
Der Einachser ist bereit für die nächste Saison, die Mitte Mai startet.

Camper und Abenteuer-Typen

Der gelernte Betriebsökonom hebt die wertvolle Kooperation mit Thurgau Tourismus hervor. «Durch ihr Netzwerk erschliesst sich uns ein neues Kundensegment, an das wir sonst nicht herankämen», sagt Daniel Bauer. Es seien vor allem Camper-Typen und Abenteurer, die das Angebot buchen würden. Beim Bubble-Hotel (ein durchsichtiges Kugelzelt), das Familie Bauer als Übernachtung ebenfalls anbietet, ist die Zielgruppe diverser.

Die Buchung läuft über Thurgau Tourismus, die Gästebetreuung obliegt der Familie Bauer. «Die Gäste können den Rapid selber zum Schlafplatz fahren, wenn sie möchten», berichtet Bauer. Eine Übernachtung kostet 250 Franken am Wochenende und 220 Franken unter der Woche.

Selbst bei Regen bleibt man trocken

Im Angebot sind das Frühstück und die Benutzung von zwei E-Bikes inbegriffen. Letztere werden von Thurgau Tourismus zur Verfügung gestellt. Dieses Angebot wird sehr häufig genutzt. Der Betrieb Hagschnurer liegt am Dorfrand, am südlichen Hang des Seerückens. Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick über das Thurtal. Das Nachtessen – Raclette oder Fondue – kann separat gebucht werden und wird beim Schlafplatz eingenommen.

Die Gäste bleiben unter dem freien Himmel selbst bei Regen trocken. Letztes Jahr liess Thurgau Tourismus eine durchsichtige Plane erstellen, die man ganz einfach über den Anhänger und die Extrakonstruktion ziehen kann. Und wenn es doch zu stürmisch werden sollte, gibt es immer noch die Möglichkeit, in der Event-Scheune im Heubodenzimmer in einem Doppelbett zu schlafen.

Übernachten auf dem Einachser-Rapid: Ein Bett im Obstgarten
Die Schlechtwetter-Variante ist das Gästezimmer im Dachstock der Event-Scheune.

Eventscheune, Hofladen und Hofcafé

Der Agrotourismus ist eines von fünf Standbeinen des Betriebs Hagschnurer.

«Die landwirtschaftliche Produktion ist das Herzstück des Betriebs.»

Daniel Bauer, Betriebsleiter Hof Hagschnurer

Barbara und Daniel Bauer übernahmen den Betrieb 2015. Die alten Stallungen, die über Jahre leer standen, bauten sie zu einer Eventscheune um, mit Hofladen und Hofcafé im Erdgeschoss. Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich die sanitären Anlagen mit WC und Dusche für die Gäste.

Der erste Stock, die «Schüür», ist für Events ausgerichtet. Hier finden Hochzeiten, Firmenanlässe, Seminare etc. statt. Bauers organisieren auch selber Events wie Sonntagsbrunch, Adventsausstellung, Konzerte oder Laientheater. Im zweiten Stock, direkt unter dem Scheunendach, ist während des ersten Lockdown das «Heuboden-Gästezimmer» entstanden.

Von der «Schüür» aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf den Bauerngarten. Er ist Barbara Bauers Reich. Die gelernte Lehrerin hat nach der Betriebsübernahme die Bäuerinnenausbildung absolviert. Alles, was im Hofladen verkauft wird, stammt aus eigener Produktion oder aus der nahen Region. Für Daniel Bauer ist klar, wohin die Entwicklung des Betriebs gehen wird: «Wir möchten uns weiter diversifizieren, immer mit dem Ziel, alle unsere Produkte im Hofladen zu verkaufen.»

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