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Tourismusverband sponsert Zaungriffe

Appenzellerland Tourismus AI will etwas gegen die Konflikte zwischen Bauern und Wanderern tun.

Es war eine nette Geste, mit der Guido Buob letzten Freitag vor die Innerrhoder Bauern trat. Immer wieder gebe es Touristen, die sich über schlechte Weidetore beschweren, berichtete der Geschäftsführer von Appenzellerland ­Tourismus AI. Die Landwirte ihrerseits stören sich an offen gelassenen Weiden. Appenzellerland Tourismus will hier Hand bieten und hat 1000 Zaungriffe produzieren lassen, die den Bauern gratis abgegeben werden. Selbstverständlich ist die Sache nicht ohne Eigennutz – auf dem grünen Griff sind Logo und Schriftzug von Appenzellerland Tourismus abgebildet.

Weit weg von der Scholle

Sepp Koch, Präsident des Bauernverbands Appenzell Innerrhoden, blickte an der Hauptversammlung noch einmal auf das vergangene Jahr zurück, das wettermässig von Stürmen und einem trockenen Sommer geprägt war. «Wir in unserem Gebiet können uns nicht beklagen. Wir hatten gute Erträge aus unseren Wiesen und Weiden.»

Sorge bereitet ihm, dass die Grossverteiler aus der Labelproduktion aussteigen. «Für die betroffenen Landwirte eine schwierige Situation.» Koch stört sich zudem daran, dass sich immer mehr Leute und Organisationen zur Landwirtschaft äussern, die wenig bis gar nichts davon verstehen. Die Gesamtschau zur Landwirtschaft von Bundesrat und der Denkfabrik Avenir-Suisse, so Koch, könne nur in einer ­Fabrik entstanden sein. «Sicher nicht mit der Mistgabel in der Hand.»

Systemwechsel eingeleitet

Finanziell steht der Bauernverband gut da. Letztes Jahr resultierte ein Gewinn von 25 200 Franken. Die Mühle Hoferbad ist vollständig abgeschrieben, dafür wurde die Baulandbewertung mit 569 000 Franken neu aufgenommen.

Den Jahresbeitrag will der Verband bei 50 Franken belassen. Der Vorstand schlug der ­Versammlung einen Systemwechsel beim Einzug vor. Das Land- und Forstwirtschaftsdepartement (LFD) bietet Hand, diese Beiträge einzuziehen. Das bedingt, dass jeder Landwirt einen Vertrag mit dem LFD unterschreiben muss. Der Vertrag würde der Strukturdatenerhebung im Frühling 2020 beigelegt. Der Vorstand verspricht sich dadurch eine rationellere und günstiger Handhabung. Dem Antrag wurde zugestimmt.

Hoffnung ruht auf Parmelin

Markus Ritter sagte, er habe es in seinen sechs Jahren als Präsident des Schweizer Bauernverbands (SBV) und zuvor als SBV-Vorstandsmitglied noch nie erlebt, dass so viele Landwirtschaftsthemen gleichzeitig diskutiert werden wie im Moment. In Hinblick auf die Vernehmlassung zur AP 22+ stellte er klar: «Wir wollen ändern, was nicht funktioniert. Was gut läuft, soll so bleiben wie es ist.»

Dem SBV sei es ein grosses Anliegen, dass die Wertschöpfung für die Bauern verbessert und die Administration vereinfacht wird. «Wir haben lange Diskussionen vor uns», kündigte Ritter an. Zuversichtlich stimmt ihn, dass man mit Guy Parmelin einen Landwirtschaftsminister hat, der die Anliegen der Bauern und Bäuerinnen kennt und nachvollziehen kann.

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