«Wie repariere ich eine aus dem Holz ausgerissene Schraube? Wie zöpfle ich den perfekten Fünfer-Zopf? Wie flicke ich eine Hose am Knie?» Mittlerweile findet man auf Youtube für fast jedes Alltagsproblem ein Video mit der Lösung. Doch wer macht sein Wissen einfach so «gratis» zugänglich?
Gut verpackte Werbung
Verbände und Firmen nutzen heute Online-Kanäle für die Weitergabe von Alltagswissen mit einem klaren Motiv: Die Konsument(innen) zum Kauf anregen. Der Schweizerische Verband der Landfrauen und Bäuerinnen (SBLV) arbeitet dazu mit Swissmilk zusammen, der Mitgliedsorganisation der Schweizer Milchproduzenten. Das gemeinsame Ziel: Die Menschen dazu zu animieren, sich mit einheimischen (Milch-)Produkten gesund und abwechslungsreich zu ernähren und so deren Absatz zu fördern. Mit saisonalen und regionalen Rezepten von Landfrauen, aber auch mit Tipps und Tricks unter dem Titel «Kitchen Know-How», wird dies auf ansprechende Art und Weise verfolgt.
Tipps von Fachpersonen
Eine weitere Quelle von Wissen sind «Blogs», in denen oft auch Fachpersonen einen Teil ihres Wissens weitergeben. Hier ist die Motivation vielfach, die Leser auf eigene Beratungs- und Kursangebote oder Bücher aufmerksam zu machen; der Blog wird als Werbekanal genutzt. Nichtsdestotrotz kann hier so mancher wertvolle Tipp kostenlos abgeholt werden. Als junges, aberfeines Beispiel sei hier erdfairliebe.ch erwähnt. Die Bauerntochter Corinne Kaufmann aus Escholzmatt hat sich die Themen «Nachhaltigkeit und Ordnung» auf die Fahne geschrieben und publiziert regelmässig spannende Tipps für «Haushaltshelden».
Erfahrungen austauschen
Für den Austausch von Fachwissen unter Gleichgesinnten bietet sich Facebook an, sobeispielsweise die Gruppe «Bäuerinnen kochen und backen Schweiz» mit 4056 Mitgliedern. Ein Rezept wird ausprobiert, ein Foto eingestellt, und sofort findet ein reger Austausch über das Rezept in den Kommentaren statt. Die Administratoren achten darauf, dass die Gruppe eng beim Thema bleibt, mischen sich ansonsten jedoch wenig ein in die gegenseitige Wissensvermittlung.
Strikter gehen die 14 ehrenamtlichen Betreuer und Betreuerinnen der Facebook-Gruppe «Einkochen wie zu Omas Zeiten» (59 236 Mitglieder) vor. Sie prüfen jeden Post und greifen bei fachlich heiklen Anleitungen ein, löschen beispielsweise Posts, in denen «heiss eingefüllt» statt «sterilisiert» wird. Jede Frage wird innert kürzester Zeit beantwortet und parallel ein umfassendes, laufend aktualisiertes Nachschlagewerk zur Verfügung gestellt. Der besondere Erfolg dieser Art «Weiterbildung» ist wohl, dass hier die Teilnehmenden nicht als Kunden bzw. Konsumenten agieren, sondern eigenes Wissen einbringen, allerdings unter einer gewissen «fachlichen Aufsicht».
Viele nützliche Tipps, Kniffe und Tricks finden Sie auch auf www.landfrauen.ch

