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Porträt: «Ohne Familie geht nichts»

Das junge Bauernpaar Corinne und Mario Fluri ist überzeugt, dass sie dank ihren Familien ein unbeschwertes Leben haben.

Bei der jungen ­Familie Fluri ist die Welt in Ordnung. «Wir haben alles, was es zu einem glücklichen Leben braucht», sagt der 32-jährige Bauer Mario Fluri, und seine 31-jährige Frau Corinne stimmt ihm zu. «Unser neun Monate altes Töchterchen Leandra macht uns viel Freude, und dank Onkel Marius, der auf dem Hof lebt, und der Unterstützung unserer Familien, können wir unseren Milchviehbetrieb alleine bewirtschaften.» Das junge Bauernpaar ist überzeugt und wiederholt es immer wieder: «Ohne Familie geht nichts!» Das gelte nicht nur für Bauernfamilien, aber für sie besonders.

Er ist im Erstberuf gelernter Maurer

Mario Fluri wuchs mit einer Schwester in der Nachbargemeinde Roggenburg auf. Seine Eltern Irene und Marcel hätten mit ihnen viel Zeit verbracht in Ederswiler nebenan im Kanton Jura, der einzigen Deutsch sprechenden Gemeinde im Kanton, auf dem Hof von Onkel Marius Willemin. «Unsere Freizeit verbrachten wir auf dem Bauernhof, was mir gefiel», erinnert sich Mario.

Trotzdem lernte er Maurer, was sich im Nachhinein als Glücksfall herausstellte, und unterstützte seinen Onkel weiterhin. Als dieser gegen 65 zu ging, fragte er seinen Neffen, wie es denn weiter gehen solle mit dem Hof. «Da wusste ich, dass ich mein Hobby zum Beruf machen wollte, und absolvierte die Ausbildung am Wallierhof», sagt Mario. 2012 übernahm er den Hof, sein Onkel blieb im Bauernhaus und er lebte bei den Eltern.

Betriebsspiegel

Name: Mario und Corinne Fluri
Ort: Ederswiler
Ackerfläche: 30 ha
Viehbestand: 30 Kühe und Aufzuchttiere, 40 Fleischgeissen sowie 10 Hofhundewelpen


Glücklich verliebt

An der Fasnacht 2014 lernte der junge Bauer die Muttenzerin Corinne Dürrenmatt kennen. «Als er mir am ersten Abend sagte, er sei Landwirt, war ich überglücklich. Denn mein Traum war von klein auf, einen Bauern zu heiraten», schwärmt Corinne. So weit sie sich zurückerinnern könne, habe sie ihre Freizeit in Pferdeställen verbracht. Sie lernte Topf- und Schnittblumengärtnerin und unterhielt nach der Lehre mit einem Bekannten drei Jahre lang eine Hundebetreuung (Dog Sitting), von der sie mehr schlecht als recht leben konnten.

Ein grosser Umbau und viele Helfer

Rasch war den beiden jungen Leuten klar, dass sie zusammenziehen und eine Familie gründen würden. «Der Zufall wollte es», freut sich Mario, «dass neben meinem Hof ein Einfamilienhaus frei wurde, das wir 2015 kauften.» Corinnes Mutter Käthy unterstützte die beiden, damit sie rasch in ein wohnliches Heim einziehen konnten. Dann begann eine intensive Zeit: Der alte Stall wurde abgerissen und an dessen Stelle ein Freilaufstall errichtet mit einer Remise, alles in Eigenregie erbaut, ausser das Güllenloch.

«Neben den Maurerarbeiten legten mein Vater und mein Schwiegervater Heinz Hand an als Schweisser und Elektriker», erklärt Mario, «was wiederum zeigt, dass ohne Familie nichts geht.» Corinne arbeitete weiter Vollzeit bei einer Zoohandlung in Oberwil. Mario ist ihr dankbar, denn was sie in den letzten fünf Jahren geleistet habe, hätte nicht manche Frau mitgemacht, ist er überzeugt. Nachdem im letzten November Leandra zur Welt gekommen war, heirateten die beiden.

Gemütliche Pläne für die Zukunft

Die BauernZeitung fragte die beiden nach ihren Plänen. Sie schauen die Journalistin ziemlich erstaunt an. Dann ergreift Mario das Wort und er sagt feierlich: «Unsere Pläne und Hoffnungen sind, dass wir gesund bleiben, dass Corinne ihrer 30- bis 40-Prozent-Stelle nachgehen kann in einer Zoohandlung in Basel, dass Onkel Marius gesund bleibt, damit er sich um Leandra kümmern kann, wenn ich gerade Hilfe benötige, dass unsere ­Eltern uns weiterhin unterstützen können.

Was brauchen wir mehr? Wenn unser Leben 30 Jahre so gemächlich dahinfliesst, sind wir zufrieden. Wir träumen nicht von neuen Betriebszweigen, nicht von Weltreisen – wir beide waren unabhängig voneinander seit zehn Jahren nicht mehr in den Ferien – nicht von grösseren Investitionen. Wir leben in unserem eigenen Haus, auf dem eigenen Hof in einer schönen Gegend.»

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