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Porträt: Kein Ei gleicht dem anderen

Der 16-jährige Noah Grossenbacher aus Dozwil züchtet seit seinem achten Lebensjahr Hühner.

Eier von glücklichen Hühnern. Nein, nicht nur das, sondern Eier von vielfältigen, glücklichen Hühnern mit einem Farbenspektrum von weiss über verschiedene Brauntöne bis zu grünen sowie hellblauen und rosarot schimmernden. Diese Eier sind nicht gefärbt, sie sind ganz natürlich so im Hühnerstall aus den Legenplätzen entnommen. Dies erlebt Noah Grossenbacher jeden Tag. "Man weiss nie, was für Farben genau es gibt", sagt der 16-Jährige. Doch das Farbenspiel und das Tüfteln machen ihm Freude.

Bruder baute Kükenstall

Er mag sich noch gut erinnern, wie er vor über acht Jahren jeweils auf Besuch beim Nachbarn seines Cousins half, die Eier der Hühner auszunehmen. «Das faszinierte mich jedes Mal und ich wollte unbedingt eigene Hühner haben», erzählt Noah Grossenbacher. Sein Vater teilte die Begeisterung nicht sofort. "Er wollte nicht, dass die ganze Arbeit an der Mutter hängen bleibt", sagt Grossenbacher.

Doch er blieb hartnäckig und irgendwann musste auch sein Vater eingestehen, dass dies bestimmt nicht das schlechteste Hobby sein könnte. Nach gründlicher Planung baute der Vater mit seinen fünf Jungs im grossen Garten ein Hühnerhaus. «Wobei meine Brüder hauptsächlich beim Betonieren des Fundaments interessiert mitgeholfen haben», erinnert sich der 16-Jährige. Schon bald zogen die ersten sechs Hybridhühner mit unterschiedlichen Farben ein. Seine Mutter habe ihn stark unterstützt und begleitet. Füttern, Misten und das ganze Drumherum gebe schon einiges an Arbeit zu tun. Die Misterei sei früher nicht immer seine Lieblingsarbeit gewesen. "Aber meine Mutter hat mich immer wieder erfolgreich motiviert."

Die sechs Hühner waren sehr zahm. Nach vier Jahren starben die ersten. Zugleich absolvierte der ältere Bruder die Selbstvertiefungsarbeit in der Oberstufe. Er baute dafür einen Kükenstall für zehn Tiere. Diese waren gerade zur richtigen Zeit die Nachkommen der zuletzt noch vom Fuchs am helllichten Tag erwischten "alten Garde". "Das war in all den Jahren das einzige Mal, dass ein Fuchs zugeschlagen hat", hält Grossenbacher fest.

Aus Neugierde ausprobiert

Unter den Jungtieren mit der Rasse Welsumer waren zwei Hähne mit dabei. "Diese verstanden sich lange gut. Doch als die Hennen mit Brüten begannen, setzte die Rivalität ein", sagt der Lernende Fachangestellter Gesundheit. Die Güggel mussten getrennt werden. Acht Bibeli schlüpften damals vor drei Jahren von den eigenen Hennen aus. Noah Grossenbacher bekam zudem von einer Bekannten der Mutter nochmals zehn Hühner.

Der Platz wurde eng und sie bauten ein Gartenhäuschen zum Hühnerstall um. Der Junge informierte sich fortlaufend übers Internet und tauscht sich mit erfahrenen Hühnerhaltern in seinem Umfeld über die Tiere, ihre Eier und die Haltung aus. Dabei las er im Netz über die verschiedenen Farben der Eier. "Das wollte ich ausprobieren", sagt er.

Dafür besorgte er sich sogenannten Blauleger und Bibeli der Rasse Marans. "Die Blauleger haben grünliche Eier und Maranser gehören zu den Hühnern, die dunkelbraune Eier legen", führt er aus. Unter diesen Bibeli hatte er wiederum zwei Hähne. Er liess die aktiven Herren mit seinen Blaulegehühnern zusammen. So entstanden die ersten olivgrünen Eier.

50 Rappen pro Ei

Im Garten von Familie Grossenbacher leben mittlerweile über 50 Hennen und fünf Güggel in drei Gruppen. 35 bis 40 Eier kann die Familie täglich ausnehmen. Kein Ei gleicht dem andern. Abnehmer sind momentan hauptsächlich Bekannte, Dorfbewohner und Instagram-Follower. Es scheint, dass das Hobby eines achtjährigen Jungen die Leidenschaft der ganzen Familie geworden ist. Denn vor dem Einfamilienhaus steht ein von der Mutter liebevoll verzierter kleiner Kühlschrank. Darin befinden sich die kleinen, naturbelassenen Schmuckstücke und sind für 50 Rappen pro Stück zu kaufen.

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