Am Mittwoch, 8. Oktober 2025, kam es auf dem Hofacker in Biglen BE zu einem verheerenden Grossbrand. Das Bauernhaus mit Ökonomieteil wurde vollständig zerstört. Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich keine Menschen im Haus, die Tiere konnten von der Feuerwehr und Anwohnern gerettet werden. Wie die Kantonspolizei mitteilt, wurde die Brandursache nun ermittelt. Ein technischer Defekt an einer Gefriertruhe hatte das Feuer ausgelöst.
«Vor dem Winter das Gröbste aufräumen»
Dank dem raschen Eingreifen der Feuerwehr konnten die Flammen nicht auf die Nebengebäude übergreifen. Der Wagenschopf mit dem Pferdestall sowie das Stöckli wurden verschont. Das Bauernhaus ist allerdings bis auf die Grundmauern niedergebrannt und nicht mehr bewohn- oder benutzbar. Da die Brandursache rasch ermittelt werden konnte, durfte bereits mit dem Abtransport der Brandruine begonnen werden. «Es war mir ein Anliegen, dass wir vor dem Winter das Gröbste aufräumen können», führt Betriebsleiter Stefan Schwendener aus. Er bewirtschaftet den Hof in der vierten Generation. Auch für die Sicherheit aller Hofbesucher und -besucherinnen war es ihnen wichtig, dass keine Einsturzgefahr mehr besteht. Allein den verkohlten Heustock abzutragen, beanspruchte mehrere Tage. Unterdessen stehen nur noch die Grundmauern.
Stefan Schwendener und seine Partnerin Nadine Gerber leben nicht auf dem Hofacker, sie führen den Hof in einer Generationengemeinschaft. Seine Eltern, welche das Bauernhaus bewohnt hatten, konnten nun im dazugehörigen Stöckli eine Wohnung beziehen.

«Es fehlt schon nur an den alltäglichen Werkzeugen, wie einer Heugabel.»
Stefan Schwendener über die aktuelle Situation.
Schwer verdaulich, doch es muss weitergehen
Konkrete Pläne für den Wiederaufbau haben sie bislang noch nicht. Zuerst müssen sie die Situation verdauen. «Irgendwie muss es weitergehen, aber es ist eine riesige Belastung», sagt Stefan Schwendener. «Es fehlt schon nur an den alltäglichen Werkzeugen, wie einer Heugabel.»
Stefan Schwendener ist froh, dass niemand verletzt wurde. Jetzt blickt er mit sorgenvollem Blick in die Zukunft. «Wir machen uns grundsätzliche Überlegungen zur Betriebsausrichtung und wissen auch noch nicht, wie wir das alles finanzieren können.» Zurzeit geht es vor allem darum, den Winterbetrieb zu organisieren. Das Dürrfutter für die Schafe und Pferde ist verbrannt, und es besteht auch keine Lagerkapazität, um gespendetes Futter auf dem Betrieb unterzubringen. Der Schafstall ist ebenfalls dem Feuer zum Opfer gefallen. Für die Schafe, die nicht auf der Winterweide sind, soll nun ein Notstall errichtet werden. Im Moment sind sie noch bei Kollegen untergebracht.
Grosse Betroffenheit in der Gemeinde
Schwendeners sind sehr dankbar für die grosse Unterstützung. «Es tut gut, sich in dem Moment getragen zu fühlen. Es hat uns sehr berührt, wie viele Menschen uns spontan ihre Unterstützung angeboten haben.»
Die Betroffenheit in der Gemeinde ist gross. Anwohnerinnen, Freunde und die Gemeinde Biglen haben rasch für unkomplizierte Hilfe gesorgt, sodass der Alltag bewältigt werden kann und die Tiere gut versorgt sind. Die Gemeinde Biglen hat ein Spendenkonto eingerichtet.
Eine Baracke, um sich im Winter kurz aufzuwärmen, konnte unterdessen organisiert werden. Die Abklärungen für die Bewilligung eines Notstalls sind am Laufen, sodass die Schafe hoffentlich bald auf den Hof zurückkehren können.
Spendenkonto
Einwohnergemeinde Biglen; Vermerk «Brandfall Hofacker». IBAN CH05 8080 8008 1573 5634 3 Materielle Spendenangebote können der Gemeindeverwaltung gemeldet werden unter info@biglen.ch oder Telefon 031 701 11 33.

