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Mispeln werden zuletzt in der Saison geerntet

Mispeln sind richtige Vitaminbomben und gelten als einheimischer Superfood. Sie helfen, dass es beim Konfi kochen geliert.

Sobald der erste Frost auftritt, können die letzten Früchte der Saison genussreif geerntet werden: die Mispeln. Sie waren bei uns bis im Mittelalter beheimatet – in der Zentralschweiz werden sie «Näschpli» genannt – und wurden danach von den Birnen und Äpfeln verdrängt. Durch die Wiederentdeckung der Wildfrüchte mit ihren wertvollen Inhaltsstoffe erhalten auch die Mispeln wieder einen Platz im Angebot. Die echten Mispeln sind noch nicht weit verbreitet, hingegen ist die japanische Wollmispel – auch als «Loquat» bezeichnet – bekannter. Die Zwergmispeln sind jedoch giftig!

Rezept für Mispel-Hagebutte-Konfitüre

Mispeln eignen sich gut zum Kombinieren mit Hagebutten oder anderen Früchten, die wenig Pektin enthalten. Sie ersetzen beim Einkochen den Gelierzucker. Zusammen mit Hagebutten entsteht ein Brotaufstrich mit einem sehr hohen Gehalt an Vitamin C.

Zutaten

  • 500 g gewaschene und von den Kelchblättern befreite Mispeln
  • 500 g Hagebutten
  • 5 dl Süssmost
  • 600 g Zucker (pro kg Fruchtmus)
  • 1 KL Zimt oder Vanillezucker, je nach eigenem Geschmack
  • 1 Zitrone, auspressen
  1. Die Mispeln in Stücke schneiden, die Kerne entfernen und in eine Pfanne geben.
  2. Hagebutten vom Stiel befreien, halbieren, dazugeben.
  3. Süssmost beifügen und zugedeckt weichkochen.
  4. Zucker, Zimt oder Vanillezucker und den Zitronensaft beigeben. Zur Konsistenz einer Konfitüre einkochen, dauert ungefähr 4 Minuten.
  5. Sofort in heiss ausgespülte Gläser randvoll abfüllen und verschliessen. 

Mispeln sind nur kurze Zeit haltbar

Die gelbbraunen Früchte sind ungefähr so gross wie Pflaumen und haben fünf Kerne, die beinahe so gross sind wie Kirschsteine. Die Schale der Mispeln ist pelzig. Ein spezielles Erkennungsmerkmal sind die auffälligen, grossen Kelchblätter der Blüten, die noch an der Frucht haften.

Vor dem Frost sind Mispeln ungeniessbar – die enthaltenen Gerbstoffe (Tannine) trocknen den Mund beim Essen stark aus: Es zieht sich alles zusammen. Zudem sind die Früchte sehr hart. Deshalb werden sie auch als «Steinäpfel» bezeichnet. Durch die Kälte – im Notfall können Mispeln tiefgekühlt werden, um den Reifeprozess zu aktivieren – werden die Tannine und die Fruchtsäure abgebaut. Dadurch steigt der Zuckergehalt an. Eine andere Variante zum Nachreifen ist das Lagern der Früchte auf Stroh.

Nach diesem Prozess sind die Früchte roh geniessbar – jedoch als Mus, Konfitüre oder Gelée wird der säuerliche-aromatische Geschmack intensiver. Dieser erinnert an die Kombination von Birnen und Feigen. Reife Früchte sind nur einige Tage lagerbar, deshalb ist es empfehlenswert, sie im Kühlschrank aufzubewahren.

Mispeln sind einheimischer Superfood

Die kleinen Früchte liefern Vitamine C, B2 und Beta-Carotin, die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und von den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen sind wie erwähnt die Gerbstoffe enthalten und zusätzlich Pektin. Durch diese Inhaltsstoffe wirken sie gegen Bakterien, hemmen Entzündungen, senken das Cholesterin, regen die Ausscheidung von Urin an und haben eine stopfende Wirkung. Deshalb werden sie gerne bei Durchfall, Entzündungen der Mandeln, der Mundschleimhaut und des Darmes eingesetzt.

Hildegard von Bingen schätzte diese vergessene Frucht besonders für die Blutreinigung und den Aufbau der Muskeln, egal ob jemand gesund oder krank ist. Heute gelten sie wegen ihrer wertvollen Inhaltsstoffe als einheimischer Superfood.

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