Luzern lag noch im Dunkeln, als ich um 5.45 Uhr morgens mit dem Bus zum Bahnhof fuhr. Im Schlaf lag meine Heimatstadt um diese Uhrzeit allerdings nicht mehr, das merkte ich bei meiner Ankunft am Bahnhof. Dort herrschte bereits ein grosses Gewusel. Durch dieses hindurch bahnte ich mir meinen Weg zum Zug, der in Richtung Zürich fuhr. In Zürich Enge stand mein erster Umstieg auf dem Programm. Von dort reiste ich gemeinsam mit einer Schar Schüler nach Ziegelbrücke GL.
Leider kein Ausflugswetter im «Zigerschlitz»
Beim Umstieg in die S25 nach Linthal GL war es wieder eine Gruppe munterer Schüler, die mir Gesellschaft leistete. Diese waren so gut gelaunt, weil es für sie nicht ins Schulhaus, sondern ins Lager ging. Schon bald sollte sich allerdings ihre und auch meine Miene verfinstern. Kaum waren wir bei Glarus vorbeigefahren, wurde der Nebel immer dichter und der Regen immer stärker.
Als wir in Linthal auf die Braunwaldbahn wechselten, schüttete es in Strömen. Bescheidene Aussichten für alle, die sich auf eine schöne Herbstwanderung, ein buntes Ferienlager oder wie ich auf ein sonniges Landfrauenköchinnen-Porträt im Feriendorf gefreut hatten.

Per Bauerntaxi durchs Nebelmeer
Höher und höher kletterte die Zahnradbahn. Doch oben auf 1300 Meter über Meer lag das 250-Seelen-Dorf nicht über, sondern mitten im Nebelmeer. So dauerte es auch eine Weile, bis ich Landfrauenköchin Margrit Streiff an der Bergstation gefunden hatte.
Gemeinsam mit Hofhund Jimmy knatterten wir im Allrad-Nutzfahrzeug zum Tschudiberg, dem Hof von Familie Streiff. Denn im autofreien Braunwald sind nur solche geländegängigen landwirtschaftlichen Fahrzeuge, Pferdekutschen oder Elektrotaxis unterwegs. Zu Fuss wäre ich 20 Minuten unterwegs gewesen, bis ich den Hof erreicht hätte. Mit dem nicht ganz federleichten Stativ im Gepäck war ich ganz froh über den Abholdienst.

Auf dem Tschudiberg liess sich das beeindruckende Bergpanorama rundum nur leicht erahnen, es war in dicke Wolken gepackt. Ob sich die Sonne während meines Aufenthaltes bei der Landfrauenköchin in Braunwald doch noch zeigen sollte? Im Porträt über Margrit Streiff wird nicht nur dieses Geheimnis gelüftet.

