BauernZeitung: Markus, letzten Sommer wurdest du zum Lehrling des Jahres gekürt. Was machst du jetzt?

Markus Fischer: Ich bin ja aktuell im dritten und letzten Lehrjahr in meiner Ausbildung zum Geflügelfachmann. Dass ich im Wettbewerb gewonnen habe, hat mich sehr gefreut! Der Sieg kam sehr überraschend. Die Chance, dass ich gewinne, war ja da, weil ich bei den letzten zehn Kandidaten und Kandidatinnen war. Aber dass es am Schluss grad reicht für den Sieg, hätte ich nicht gedacht.Das Schönste an der ganzen Sache war, wie viele Leute mich auf das angesprochen haben und dass ich durchs Band nur positive Reaktionen erhalten habe. Die Leute hatten Freude.

Welche Erlebnisse in diesem Jahr sind dir geblieben?

AusschreibungDie BauernZeitung sucht den «Lehrling des Jahres 2022»Freitag, 28. Januar 2022 Zum «Lehrling des Jahres» gekürt zu werden, war für mich schon etwas vom Grösseren, was ich im Jahr 2021 erlebt habe. Wir reden heute immer noch dann und wann davon, in der Familie oder mit Kollegen. Gerade in der Berufsschule gibt es ab und zu Situationen, wo es zum Thema wird. Manchmal sprechen mich Leute darauf an, wie das ganze abgelaufen sei. Auch Leute, die weniger mit der Landwirtschaft zu tun haben, selber die BauernZeitung nicht haben und über meinen Sieg über die sozialen Medien erfahren haben. Wir hörten allerlei. Es gab auch Leute, die meinten, dass ich den besten Lehrabschluss gemacht habe (lacht).

Du hast ja jetzt im Aviforum in Zollikofen Unterricht, stimmts?

Ja genau, wir haben den Geflügel-spezifischen Teil des Unterrichts am Aviforum und den berufsübergreifenden Unterricht am Inforama Rütti, gleich nebenan.

Dann bist du ja zurzeit ein bisschen in der Region Bern unterwegs. Gibt es etwas, dass dir besonders gefällt?

Mir gefällt es sehr gut am Aviforum, wie auch an der Rütti. Dass man neue Leute kennenlernt, ist sehr schön. Die Vielseitigkeit, die der Kanton Bern und die Berner Landwirtschaft haben, ist sehr eindrücklich und das bewundere ich als Zentralschweizer sehr. Es hat Leute an der Schule, die aus dem Mittelland und aus dem Berner Seeland kommen und der Austausch mit ihnen ist sehr interessant. Man kann sehr viel von den Mitschülern lernen.

Und die Berner sind wohl eines der angenehmsten Völker, die es gibt! Bei uns in der Region heisst es immer: Wenn du mit einem Berner zu tun hast, triffst du auf gute Leute. Und die Erfahrung habe ich auch gemacht.

Das freut mich als Bernerin natürlich! Du warst der erste «Lehrling des Jahres». Was rätst du zukünftigen Kandidatinnen und Kandidaten?

Dass ich der Erste sein durfte, machte wohl das Ganze noch etwas spezieller, weil die Leute den Wettbewerb noch gar nicht gekannt haben. Gerade jetzt in der speziellen Zeit, wo weniger los war und man sich die Zeit genommen hat, die Sachen anzuschauen. Ich denke, der Einblick in die Berufe von jungen Leuten ist etwas, was man gerne anschaut und sich auch damit identifizieren kann.

Zukünftigen Kandidatinnen und Kandidaten möchte ich mit auf den Weg geben, sich offen und ehrlich zu verkaufen. Ich denke, ein souveräner, aber bescheidener Auftritt ist wohl immer der Beste. Man soll sich im Video nicht verstellen, sondern sich einfach so zeigen und reden, wie man tagtäglich lebt. Dann kommt es auch so rüber, wie es am Schluss sein muss.

Was hast du schlussendlich mit dem Preisgeld gemacht?

(lacht) Wir haben am Freitagabend noch ein kleines Fest gemacht. Das haben aber sogar die Eltern zahlen wollen, weil sie auch eine Riesenfreude hatten (lacht). Das Preisgeld habe ich vorneweg gebraucht für meine Freizeit. Mittlerweile ist ehrlich gesagt wohl alles weg.

Geflügelfachfrauen und -männer gibt es ja nicht viele. Warum soll man sich ausgerechnet für diesen Beruf entscheiden?

Es ist sehr ein vielseitiger Beruf, nebst den anderen Berufen im grünen Berufsfeld. Die Geflügelbranche ist auf einem aufsteigenden Ast. Es gibt, verglichen zum Beispiel mit der Rindfleischproduktion, sehr wenig Leute, die darin eine spezifische Ausbildung haben. Wenn einem das gefällt, hat man sehr gute Chancen, in der Branche einen Arbeitsplatz zu finden, auch wenn man selbst nicht die Möglichkeit hat, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu übernehmen. Wegen der Marktsituation in der Geflügelbranche ist die Nachfrage nach Beratungskräften gross. Dort braucht es immer wieder gute Fachkräfte aus der Praxis. Da ist die EFZ-Lehre eine sehr gute Basis.

Was sind deine Wünsche und Pläne für die Zukunft?

Der nächste Wunsch ist, dass ich die Lehre möglichst erfolgreich abschliesse. Im Sommer werde ich die Ausbildung zum Agrotechniker in einem dreijährigen Teilzeitmodell starten am Inforama Rütti in Zollikofen. Wohin es mich später verschlägt, ist noch offen.

Wir suchen den «Lehrling des Jahres 2022»

Die BauernZeitung sucht Lehrlinge, die stolz auf ihren Beruf sind, und kürt den «Lehrling des Jahres 2022». Du bist begeistert von deinem Beruf? Dann reiche bis am 27. Februar 2022 deine Bewerbung ein. [IMG 2]


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