Ivan Aregger befindet sich in der zweijährigen Vollzeitausbildung zum Agrotechniker HF am LBBZ Schluechthof in Cham. Kürzlich absolvierte er sein Praktikum beim Bauernverband Aargau (BVA). Seine Hauptaufgaben lagen in den zwei Bereichen Treuhand und Öffentlichkeitsarbeit.
Abstimmungen im Blick
In der Öffentlichkeitsarbeit waren die ersten Wochen für die Abstimmungen bestimmt. Neben dem Verteilen von Plakaten durfte der Praktikant auch an den Sitzungen teilnehmen. Die Zeit beim BVA empfand er als sehr spannend, vor allem alles rund um den Abstimmungskampf. «Diesen konnte ich aus erster Hand miterleben und dabei mithelfen», erzählt Aregger. Eine Aufgabe war, dass er sich intensiv mit dem Verordnungspaket «Pestizidgesetz» befassen musste, welches momentan in der Vernehmlassung ist. Er schrieb eine Zusammenfassung der 130 Seiten dieser Vernehmlassungsunterlagen. Diese war für die Vorbereitung zum BVA-Workshop vorgesehen, an dem die wichtigsten Punkte der Vernehmlassung mit Personen aus Vorstand und Fachkommissionen besprochen wurden. Momentan ist der BVA daran, eine Stellungnahme zu verfassen.
Tücken des Arbeitsalltages
Weiter konnte Ivan Aregger im Namen des BVA den Versuch «Rehkitzrettung mittels Ultraschall» starten. Dieser musste leider eingestellt werden, als das benötigte Gerät nicht geliefert werden konnte. «Natürlich sorgte diese Absage für eine gewisse Enttäuschung, immerhin hatte ich bereits einige Stunden Arbeit in das Projekt investiert», erklärt Aregger gegenüber der BauernZeitung.
Das zweite Praktikum absolviert er bei der Firma Sicotech Agri GmbH in Ballwil. Die Firma bringt manuelle und automatische Fütterungsanlagen in der ganzen Schweiz auf den Markt. Ivan Aregger wird mit den Monteuren vor Ort, aber auch im Back-Office tätig sein. Er hofft auf weitere, lehrreiche Eindrücke.
Gezielte Weiterbildung
Nach seiner Ausbildung zum Landwirt EFZ im Jahr 2015 wollte Ivan Aregger gerne eine Zweitausbildung machen. Doch er fand kaum etwas, das ihn begeistern konnte. Er arbeitete fünf Jahre als Betriebshelfer auf diversen Betrieben. «Auch meinen grossen Traum habe ich mir in dieser Zeit erfüllt. Ich war für ein Jahr in Kanada, half auf einem Betrieb mit und besuchte Englischunterricht.» Als er wieder Zuhause war, setzte er sich vermehrt mit dem elterlichen Betrieb auseinander und hinterfragte, ob die aktuelle Betriebsstruktur für ihn passend wäre. Dies führte ihn zur Weiterbildung zum Agrotechniker HF. Mit Hilfe des Studienganges möchte er herausfinden, welche Optionen es für den Familienbetrieb mit 15 ha LN, 30 Milchkühen und 200 Mastschweinen gibt.
Ivan Aregger, der seine Erstausbildung ohne grosse Mühe und Not gemeistert hat, ist gut ein Jahr nach Schulbeginn vom Aufwand der Weiterbildung überrascht. Unterschätzt hat er das Schreiben von Arbeiten, aber auch den Schulstoff. «Es ist anspruchsvoller, als ich es mir vorgestellt habe. Man darf diese Ausbildung nicht unterschätzen», erzählt er lachend. Die Buchhaltung nimmt einen grossen Teil des Schulstoffes ein, doch das ist ein Vorteil, gerade wenn man den eigenen Betrieb analysieren und einschätzen möchte. Er empfiehlt die Weiterbildung vor allem jenen, die ihren Betrieb im Nebenerwerb führen möchten.
Viele Möglichkeiten
Neben Themen wie Ökologie oder Nachhaltigkeit lernen Agrotechniker(innen) auch zusätzliche Anforderungen wie Tierhaltung oder Standortfaktoren, in ihren Betrieben zu berücksichtigen. Sie erheben Daten und analysieren die bisherige Ausrichtung des Betriebs, erstellen Strategien für dessen Weiterentwicklung und wählen geeignete Produktionsformen.
Verschiedenste Tätigkeiten stehen Agrotechniker(innen) auch in Verarbeitungs- und Handelsbetrieben oder landwirtschaftlichen Organisationen offen. Dort sind sie je nach Funktion für Ein- und Verkauf, Lagerung und Transport von Rohprodukten, Marketing, für landwirtschaftspolitische Fragen oder die Kundenbetreuung zuständig.
Zur Person
Ivan Aregger ist 24 Jahre alt, ledig und hat die Ausbildung zum Landwirt EFZ 2015 abgeschlossen. Seine Hobbies sind Sport, Biken, Snowboarden und Ausgang. Ziel von Ivan Aregger ist es, den elterlichen Betrieb zu übernehmen und zusammen mit seinem Vater zu führen. Gerne möchte er sein Wissen auch ausserhalb der Landwirtschaft anwenden.

