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In vier Schritten die Wut positiv nutzen

Fast jeder kennt es: Man kocht innerlich, der Puls steigt an und schlimmstenfalls entlädt sich alles in einem "Donnerwetter". Doch das muss nicht sein.

Wie gelingt es uns, unsere Wut positiv zu nutzen? – Ein positives Wut-Energie-Management ist lernbar. Es besteht aus vier Schritten:

1. Ich sage "Ja" zu meiner Wut:

Sie nehmen Wut bewusst als Energie wahr. Schauen Sie kurz zurück:

  • Wann sind Sie das letzte Mal richtig wütend geworden?
  • Was ist dabei genau abgelaufen? Was hat in Ihnen diese Wut entstehen lassen?
  • Wie sind Sie damit umgegangen? Wie sind Sie wieder zur Ruhe gekommen?
  • Hat sich die Wut-Energie eventuell in einem "reinigenden Donnerwetter" entladen?

Damit man zu einem positiven Umgang mit seiner Wut gelangen kann, sind wir gefordert, unserer Gefühlswelt wahrzunehmen, sie sorgfältig zu beobachten – wie Milch in der Pfanne, die wir zum Köcheln bringen, ohne dass sie überläuft.

Wir beobachten uns selber:

  • Was ist es, das in mir den Puls schnell ansteigen lässt und mich in Rage bringen kann?
  • Welche Bemerkungen oder auch welche Menschen sind meine Reizpunkte?

Manchmal stehen diese Auslöser auch in einem Zusammenhang mit alten, "verborgenen", nicht verheilten Verletzungen tief in uns drinnen. Achten Sie bewusst auf Ihr "inneres Team". Welche Stimmen machen sich in Ihnen mehr oder weniger laut bemerkbar?

2. Ich zähme meine Wut:

Damit wir nicht explodieren und unsere Wut-Energie sich nicht unkontrolliert entlädt, müssen wir sie zähmen. Es gibt diverse Tricks dazu:

  • ein paar Mal bewusst tief durchatmen
  • ein Glas Wasser trinken
  • sich für ein paar Minuten aufs WC zurückziehen
  • Joggen gehen

Es ist ein wichtiger Teil unseres Selbstmanagements, dass wir uns konkrete gedankliche Schritte überlegen, die wir abrufen können, wenn sich in unserem Magen ein inneres Gewitter ankündigt. Ähnlich wie bei mentalem Training. Hilfreich kann auch eine Prise Humor sein. Wenn es uns gelingt, auch bei steigendem Wut-Pegel über uns selber (innerlich) zu lächeln, gelingt uns schon ein sehr gutes Wut-Management.

3. Ich leite meine Wut-Energie in positive Bahnen bzw. Handlungen um:

Die Wut-Energie muss raus. Und besser nicht, indem wir andere anschreien. Packen Sie eine Arbeit an, dir Ihnen schon länger zuwider ist. Zum Beispiel:

  • den Keller entrümpeln
  • die Fenster reinigen
  • den älteren Kreiselschwader, der nach der Heuernte zuhinterst in die Maschinenhalle gestellt wurde, reparieren
  • Oder Sie schwingen sich aufs Bike und investieren Ihre Energie in eine grössere Velotour.

4. Ich stelle meinen Feuerlöscher bereit:

Für den Fall, dass Sie mit Ihrer Wut doch ungewollt einen "Flächenbrand" ausgelöst haben. Auch in dieser Situation gilt, Sie sagen zu allererst "Ja" zu sich selber:

  • Sie stehen dazu, dass Sie es nicht geschafft haben, sich zu beherrschen.
  • Sie versöhnen sich mit sich selber.
  • Sie reflektieren, welche Giftpfeile Sie abgeschossen und wen Sie wohl verletzt haben.

Sobald Sie innerlich bereit dazu sind, gehen Sie auf die anderen zu und versuchen die Situation anzusprechen. Wenn das Gegenüber bereit dazu ist, erklären Sie Ihre Positionen und sprechen an, was abgelaufen ist. Im Idealfall können Sie den Crash mit einem aufrichtigen "Es tut mir leid" los- und hinter sich lassen und entlastet mit der anderen Person vorwärtsgehen.

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