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Gibt es einen nachhaltigen Wetterwechsel oder bloss eine kleine Änderung?

Ein ausgedehntes Hochdruckgebiet über Europa hat unser aktuelles Wetter fest im Griff. Zu einem nachhaltigen Wetterwechsel käme es nur, wenn sich die Grosswetterlage über dem Atlantik ändern würde.

Fast drei Wochen lang blieb das Wetter im Januar hochdruckbestimmt und dementsprechend trocken. Zwar brachte eine Phase mit hoher Tiefdruckaktivität und mehreren Frontensystemen zum Monatsbeginn auf der Alpennordseite verbreitet Niederschlag, über den ganzen Monat fiel vielerorts jedoch gerade mal rund 50 Prozent der januarüblichen Niederschlagsmenge.

Allein im Nordosten der Schweiz waren die Niederschlagsmengen mit 70–80 Prozent der klimatologischen Norm annähernd im Bereich des Durchschnitts. Äusserst stark ausgeprägt blieb die Trockenheit südlich des Alpenkamms, wo nicht nur kaum Niederschlag fiel, sondern immer wiederkehrende Nordföhn-Episoden die Böden und die Vegetation zusätzlich austrockneten.

Ein Hochdruckgebiet ist am Werk

Verantwortlich für diese trockene Phase waren Hochdruckgebiete, die sich im Bereich der Britischen Inseln immer wieder frisch regenerierten. Die Luftmassen, die in dieser Zeit die Schweiz erreichten, wurden entweder durch das Hochdruckgebiet stark abgetrocknet oder stammten aus Norden oder Nordosten, wo natur-gemäss ebenfalls nur wenig Feuchtigkeit zur Verfügung steht.

Diese Woche ist der Wettercharakter jedoch deutlich anders. Zumindest am Alpennordhang fällt anhaltend Niederschlag, und auch im Mittelland überwiegt trübes Wetter mit Westwind. Doch ein Blick auf die Wetterkarten verrät, dass auch dieses eher nasse Wetter letztlich auf die Laune eines Hochdruckgebiets zurückzuführen ist – es ist derselbe Hochdruckkomplex, der uns schon seit Mitte Januar beschäftigt.

Vergleicht man nämlich die Luftdruck-Verteilung in der Atmosphäre von Mitte Januar mit der von Anfang Februar, so sind die Unterschiede im räumlichen Muster erstaunlich gering – der Hauptunterschied ist, dass das ganze Bild ein paar wenige Tausend Kilometer verschoben ist. Denn zum Wetterwechsel Anfang Februar hat sich das wetterbestimmende Hoch nicht etwa einfach in Luft ausgelöst, sondern lediglich seinen Kern etwas verlagert.

Während in der zweiten Januarhälfte das Hoch seinen Kern meist über den Britischen Inseln oder sogar direkt über Mitteleuropa hatte, wanderte es zum Monatswechsel einige Tausend Kilometer nach Südwesten und verlagerte seinen Kern zur Iberischen Halbinsel und in den Ostatlantik. Betrachtet man diese Veränderung auf einer sehr grossen Skala, so scheint sie verhältnismässig gering.

Eine Veränderung mit Folgen

Für Mitteleuropa sind die Auswirkungen dieser Änderung jedoch sehr bedeutend. Denn an der Ostseite des Hochs besteht ein starker Druckunterschied zu einer Tiefdruckrinne über Osteuropa. Diese beide Elemente, das Hoch im Westen und das Tief im Osten, stehen in einer intensiven Wechselwirkung. Sie beeinflussen sich gegenseitig, so wie ein Wellenberg auch ein Wellental beeinflusst. An der Grenzzone zwischen diesen beiden Elementen weht starker Wind, der wie ein Förderband wirkt und der grundsätzlich aus Sektor Nord kommt.

Da sich nun das Hoch jedoch nach Südwesten verlagert, wandert auch dieses Förderband aus Norden etwas nach Westen – und ist nun seit Anfang der Woche genau auf den Alpennordhang gerichtet. Auch der Ursprung der Luftmassse, die auf dem Förderband transportiert wird, wechselt damit: Die Luft stammt nicht mehr aus Fennoskandinavien oder dem Nordpolarmeer, sondern aus dem Atlantik. Hier sind die Wassertemperaturen unddamit das Angebot an Feuchte höher, wodurch die herangeführte Luft deutlich mehr Wasser enthält.

Trifft dieses Förderband mit der feuchten Atlantikluft auf die Alpen, so wird es zum Aufsteigen gezwungen – dies führt zu den anhaltenden Stau-Niederschlägen am Alpennordhang. Da die Niederschläge vor allem durch das Aufeinandertreffen der Feuchtigkeit mit den Alpen ausgelöst werden, gibt es aktuell einen deutlichen Unterschied in den Regenmengen zwischen den Bergen und dem Mittelland, sodass die Trockenheit nicht gleichmässig ausgeglichen wird.

Kein nachhaltiger Wechsel in Sicht

Zudem kann man bei dieser Ausgangslage nicht wirklich von einem nachhaltigen Wetterwechsel sprechen. Denn solange das Hoch so ausgeprägt und im Bereich von Westeuropa bleibt, kann es sich sehr einfach wieder nach Osten hin zu den Britischen Inseln oder nach Mitteleuropa ausweiten und dann auch in der Schweiz wieder die direkte Herrschaft übernehmen. Weitere Hochdruckphasen mit trockener Witterung im ganzen Alpenraum sind die Folgen. Dieses Szenario deutet sich auch für die Kalenderwoche 6 an.

Erst eine massive Umstellung der Grosswetterlage über dem Atlantik und die komplette Verdrängung des beständigen Hochs könnte einen nachhaltigen Wetterwechsel mit sich bringen, der die Trockenheit grossflächig entspannt. Eine solche Umstellung ist jedoch weiterhin nicht in Sicht.

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