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Garten: Nur so viel Gemüse pflanzen, wie man in der Küche braucht

Gartenfachmann Felix Arnold weiss, wie man die Beete bepflanzt, damit der Speiseplan nicht einseitig wird. Seine Tipps: ein Bepflanzungsplan und genaue Berechnungen zum Gemüseverbrauch.

Die Pflanzzeit ist in vollem Gange, und oft werden im Frühling voller Vorfreude die Gartenbeete grosszügig vollgepflanzt. Das garantiert zwar einen hohen Ertrag, leider oft auch einen zeitweiligen Ernteüberschuss, was zu einem einseitigen Menuplan führen kann.

Salat blüht zwar recht attraktiv, aber...

Plötzlich sind zwanzig Salate gleichzeitig zur Ernte bereit. Fenchel und Kohlrabi gibt es in rauen Mengen und vier Stöcke Zucchetti kündigen einen Sommer voller Ratatouille an. Solche Bepflanzungen sind in Hausgärten häufig anzutreffen. Wahrscheinlich kann das gar nicht alles auf einmal gegessen oder verarbeitet werden.

Am meisten Freude macht der Garten, wenn von der Ernte möglichst viel frisch verwertet werden kann, und der Menuplan dabei abwechslungsreich bleibt. Es ist nämlich eher frustrierend, wenn die Hälfte der gesetzten Salate aufstängelt – auch wenn ein blühender Salat recht attraktiv sein kann.

Den Garten mit Planung bedarfsgerecht bepflanzen

  1. Hier einige Tipps, wie man den Garten bedarfsgerecht bepflanzen kann:
  2. Wichtig ist, zuerst einmal einen Wochenverbrauch der einzelnen Gemüse zu definieren. Dazu erstellt man einen realistischen Wochenmenuplan und leitet daraus die benötigten Gemüsemengen ab.
  3. Danach muss man wissen, wie lange die einzelnen Gemüse in guter Qualität geerntet werden können.
    Hier ein paar Beispiele:
    Gemüse im Frühling und Herbst im Sommer
    Blumenkohl 10 – 14 Tage 5 – 7 Tage
    Brokkoli

    10 – 14 Tage 5 – 7 Tage
    Fenchel 14 – 20 Tage 10 – 14 Tage
    Kohlrabi 14 – 20 Tage 10 – 14 Tage
    Salate 10 – 14 Tage 5 – 10 Tage
    Quelle Strickhof





  4. Mit diesen Angaben kann die Anzahl Setzlinge pro Pflanztermin festgelegt werden (Satzgrösse). Das kann dann beim Salat so aussehen: Der Wochenbedarf an Salat beträgt fünf Stück. Im Sommer kann
    man rund eine Woche und im Herbst bis zwei Wochen ernten. Man pflanzt also bei den frühen Sätzen zehn bis zwölf Setzlinge, bei denjenigen im Sommer sechs und für den Herbst wieder zirka zwölf Salate.
  5. Zusammen mit den Angaben, wie lange es von der Pflanzung bis zur Ernte dauert, könnte man sich dann einen Bepflanzungsplan erstellen.
    Gemüse Pflanzung bis Ernte
    Blumenkohl

    März, April

    Mai, Juni

    Juli, August

    11 – 12 Wochen

    10 Wochen

    11 – 12 Wochen
    Brokkoli

    März, April

    Mai, Juni

    Juli, August

    9 – 10 Wochen

    8 Wochen

    9 – 10 Wochen
    Fenchel

    März, April

    Mai, Juni

    Juli, August

    10 – 11 Wochen

    9 – 10 Wochen

    10 Wochen
    Kohlrabi

    März, April

    Mai, Juni

    Juli, August

    8 Wochen

    6 – 7 Wochen

    7 – 8 Wochen
    Salate

    März

    April

    Mai, Juni

    Juli

    August

    7 – 8 Wochen

    6 – 7 Wochen

    4 – 5 Wochen

    5 – 6 Wochen

    7 – 8 Wochen
    Quelle Strickhof

Möglicher Bepflanzungsplan für Salat

Anzahl Setzlinge Pflanzzeitpunkt Erntezeitpunkt
1. Satz: 12 Stück Mitte März Mitte bis Ende Mai
2. Satz: 12 Stück Anfang April (nach 3 Wochen) Ende Mai bis 1. Woche Juni
3. Satz: 6 Stück Mitte bis Ende April (nach 3 Wochen) 2. bis 3. Woche Juni
4. Satz: 6 Stück Mitte Mai (nach 3 bis 4 Wochen) 3. Woche Juni
5. Satz: 6 Stück Mitte bis Ende Mai (nach 1 Woche) 4. Woche Juni
6. Satz: 6 Stück Anfang Juni (nach 1 Woche) 1. Woche Juli (danach Ferien)
7. Satz: 6 Stück Ende Juni (nach 3 Wochen) Ende Juli
8. Satz: 12 Stück Anfang Juli (nach 1 Woche) Anfang bis Mitte August
9. Satz: 12 Stück Ende Juli (nach 3 Wochen) Ende August bis Mitte September
10. Satz: 12 Stück Anfang August (nach 1 Woche) Mitte bis Ende September
11. Satz: 12 Stück Eine Woche später Oktober

Quelle Strickhof

So gibt es keine Zucchettischwemme

Auch bei Zucchetti, Gurken, Tomaten usw. lohnt es sich, einige Überlegungen anzustellen, bevor man aussät oder die Setzlinge kauft. Hier gilt ebenfalls, einen realistischen Bedarf je Gemüse zu definieren und zusammen mit dem Ertrag pro Pflanze die Anzahl Setzlinge zu errechnen.

Erträge bei Fruchtgemüsen

Gemüse Ertrag pro Pflanze
Aubergine zirka 1 kg
Gurken zirka 3,5 kg
Peperoni zirka 700 g
Tomaten zirka 1,5 kg
Zucchetti

zirka 3,5 kg, sofern die Früchte klein und fein geerntet werden

Quelle Strickhof

Diese Erträge verteilen sich auf den ganzen Erntezeitraum (zirka von Juli bis Oktober). Das ergibt eine Wochenernte bei Zucchetti von durchschnittlich ungefähr 250 Gramm pro Pflanze, wobei im Juli und August die Haupternte anfällt.

Bei den Zucchetti sollten die Früchte in einer Länge von zirka 15 Zentimetern geerntet werden. Sind die Früchte zu gross, nimmt der Ertrag in den darauffolgenden Tagen und Wochen ab. Zucchetti erntet man am besten drei Mal pro Woche.

Wenn dann noch alles nach Plan läuft, hat man immer frisches Gemüse im richtigen Erntestadium im Garten und vielleicht etwas mehr Freude bei all der Arbeit, die anfällt.

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