Schlussendlich einfach ein grosses Staunen
Monika Lussi-Vogler, Bäuerinnenverband Nidwalden:
Bis Ende November war ich kaum in Adventsstimmung. Doch von einem Tag auf den anderen tauchte auch ich in den Advent ein. Kurz vor dem 1. Dezember erhielten die Kinder ihren Adventskalender. Von da an stieg die Nervosität automatisch, und nun werden die Kinder von Tag zu Tag «gispliger». Mittlerweile wissen sie genau, wenn alle Türchen offen sind, kommt das Christkind.
Es ist eine sehr schöne Zeit, die Geschichte vom Christkind noch einmal durch die Kinderaugen zu sehen. Die vielen offenen Wünsche, die vielen Fragen «warum und wieso» und schlussendlich einfach ein grosses Staunen. Wir freuen uns auf die kommenden Weihnachtstage als Familie. Diese Zeit hat für uns irgendwie einen besonderen Zauber in sich.
Die Krippenfiguren hat das Mueti genäht
Margrith Gisler, Präsidentin Bäuerinnenverband Uri:
Seit bei uns die Kinder erwachsen und ausgezogen sind, ist die Weihnachtszeit anders geworden. Es weihnachtet weniger. Die Weihnachtszeit beginnt für mich, wenn ich meine wunderbaren Krippenfiguren aufstelle, die mein Mueti für uns genäht hat.

Zu Beginn hatte ich nur zwei, drei Hirten, Maria mit dem Jesuskind und Josef. Jedes Jahr kamen dann neue Figuren hinzu bis hin zu den drei Königen und zuletzt sogar Samichlaus und Schmutzli.
Es ist für mich immer ein besonderer Moment, wenn ich die Kiste mit diesen Figuren vom Estrich hole, sie sorgfältig auspacke, zurechtzupfe und sie aufstelle. Meine Gedanken sind dann bei Mueti, die diese Figuren hergestellt hat, bei Dädi, der das Lagerfeuer gebastelt hat, bei unseren Kindern, die mal so traurig waren, weil unser Hund eines der Schäfli «gefressen» hat. Dann freue ich mich auf Heiligabend, wo wir alle versammelt sind, wo pures Chaos herrschen wird, aber wo es lustig und fröhlich zu und her geht.
Der feinste Guetzliduft bei Regula Iten, Präsidentin Zuger Bäuerinnen
Da mein Geburtstag im Dezember ist, backe ich jeweils auf diesen Tag die verschiedensten Sorten Weihnachtsguetzli. Wenn ich am Chräbeli-Formen bin, die Couverture für die «Müsähüfä» am Schmelzen ist und der Schoggikugelteig vor dem Fenster zum Erkalten liegt, beginnt für mich die Vorfreude auf Weihnachten.

Wenn draussen der Schnee die Landschaft verzuckert, gibt das dem Guetzliduft die feinste Note.
Die guten Gespräche mit der Familie, die entstehen beim Wenden der Schoggikugeln, Ausstechen der Spitzbueben und Einschneiden der Chräbeli, bedeuten mir sehr viel. Kann ich jemandem mit diesem Guetzli-Teller eine Freude bereiten und danke sagen für einen lieben Moment, oder einfach weil sie diese Guetzli so gerne haben, dann freut mich das ganz besonders.
Zeit für Licht und Wärme
Fränzi Gasser, Co-Präsidentin Landfrauenverband Obwalden:
Sobald die wunderschöne Dorfbeleuchtung in unserem Dorf Lungern leuchtet, wird mir bewusst, nun ist sie wieder da: die Advents- und Weihnachtszeit. Dann kommt in mir die grosse Freude hoch zum «Kränzlä, Kräpflä, Schmückä». Ich liebe diese Zeit.

Jeden Abend brennen wieder Kerzen, denn die Adventszeit heisst für mich Licht und Wärme. Das knisternde Feuer in der Stube nehme ich in dieser Zeit viel intensiver wahr als sonst. Ein Wärmegefühl, das mich innerlich zur Ruhe bringt und ein Gefühl vermittelt, an den kommenden Tagen mehr Zeit zu Hause zu verbringen.
Bewusste Zeit für Besinnung, Licht, Ruhe. Eine fast leere Agenda, das fühlt sich wie Ferien an. Für die Liebsten noch kleine Dankbarkeitszeichen erledigen, darf natürlich auch nicht fehlen. Meine grösste innere Freude ist das Aufstellen der Krippe. Mit viel Dankbarkeit und Zufriedenheit geniesse ich diese Zeit. Auch, weil endlich unsere Tiere an Weihnachten auf den Talbetrieb heimkehren. Mensch und Tier gesund und zufrieden zu Hause – das ist Weihnachten.
Der «perfekte» Baum
Edith Camenzind, Präsidentin Schwyzer Bäuerinnenvereinigung:
Meine Wünsche an den perfekten Weihnachtsbaum: Weisstanne, die Nadeln sollten nicht gleich fallen, die Äste schön verteilt und nicht zu gross. Eigentlich nicht so viel Wünsche, oder? Mein Mann ist leidenschaftlicher Holzer und wir wohnen mitten im Wald. Also bin ich ja an der Quelle. Es wird vierter Adventssonntag, dann 22. Dezember, 23. Dezember …
Und wo bleibt bloss mein Baum? Endlich ist der 24. Dezember da, von meinem Weihnachtsbaum fehlt noch jede Spur. Aber siehe da, am Mittag steht er in der Garage: Nicht perfekt, aber frisch, regional und genau richtig für unsere Stube – auf das «Christkind» ist letztlich immer Verlass.

Eine Tradition wird weitergeben
Andrea Hochuli, Präsidentin Aargauer Landfrauen:
Immer in der Nacht auf den 24. Dezember schmückt das Christkind unseren Weihnachtsbaum. Auch wenn unsere Kinder nun wissen, dass Mami und nicht das Christkind den Baum schmückt, behalten wir dies bei. Es ist eine Tradition, die ich von meinen Eltern habe und an unsere Kinder weitergebe.

Warten, bis alle schlafen, leise alles ins Wohnzimmer tragen, und los gehts.
Ich liebe es, ganz alleine wach zu sein und den Baum zu schmücken im Wissen, wie viel Freude die Kinder am nächsten Morgen haben. Nachdem alles an seinem Platz ist, setze ich mich mit einer Tasse Tee und ein paar Weihnachtsguetzli vor den Baum und geniesse die Stille, in diesem Moment beginnt für mich Weihnachten. Ich lasse mein vergangenes Jahr vorbeiziehen und freue mich auf die Festtage allein mit meiner Familie.
Die Lichter funkeln in den Augen
Elisabeth Rüttimann, Präsidentin Luzerner Bäuerinnen:
Die meisten von uns kennen das berührende Gefühl von Kinderaugen, die im Kerzenschein funkeln. Da ist die unermessliche Vorfreude auf Weihnachten unübersehbar. Weihnachten liegt in der Luft … So auch bei den Luzerner Bäuerinnen, wenn sie das «Advents-Füür» besuchen, das in lauschiger Stimmung an fünf Standorten im Kanton durchgeführt wird.

Bäuerinnen begegnen sich im feierlichen Ambiente, geniessen einen wärmenden Glühwein, unterhalten sich über Guetzlikreationen und Alltagsmomente und lassen ihren Geist baumeln. In allen Augen funkeln die Lichter und Kerzen der liebevoll hergerichteten Dekoration. Das Strahlen und die Demut in den Gesichtern der Bäuerinnen für solche Momente sprechen Bände und manches Herz wird daran gemahnt, was wichtig ist für die Seele.
Zusammen feiern und geniessen
Petra Rohrer-Stimming, Co-Präsidentin Landfrauenverband Obwalden:
Weihnachten beginnt für mich, wenn die ganze Familie an Heiligabend bei unserem traditionellen Gericht (Schinkli, russischem Salat und einem guten Tropfen Wein) zusammensitzt. Im Hintergrund läuft Weihnachtsmusik und der Tannenbaum erstrahlt im Kerzenlicht. Ein besonderes Erlebnis in der Vorweihnachtszeit ist für mich jeweils der gemeinsame Christbaumkauf bei meiner Freundin und ihrer Familie.
Am liebsten habe ich möglichst einen grossen Baum, mein Mann wäre mit einem kleineren zufrieden. Durch Unterstützung der Kinder steht meist ein grosser, prächtiger Baum in der Stube. Für mich gehört zu Weihnachten, dass die ganze Familie zusammen feiert, Zeit beim Spielen von Gesellschaftsspielen verbringt, zusammensitzt und die selbst gebackenen Chräpfli geniesst.


