Die harte Wahrheit zuerst: Es gibt rund 800 Millionen Menschen, die nach wie vor von Hunger betroffen sind. Wie Daten der Weltbank und der Weltlandwirtschaftsorganisation FAO zeigen, sind von Hunger besonderes Menschen südlich der Sahara betroffen. Betrachtet man den Bevölkerungsanteil unterernährter Personen je Land, haben die Zentralafrikanische Republik, Simbabwe, Haiti, Sambia, Madagascar, Nordkorea und Uganda die grössten Schwierigkeiten, ihre Bevölkerung satt zu kriegen. In allen Ländern liegt der Anteil der unterernährten Personen bei über 40 Prozent.
Die Daten beruhen auf dem Jahr 2016; sind also nicht ganz aktuell und können zum Beispiel noch nicht abbilden, dass im Jemen rund zwei Drittel der Bevölkerung von akuter Unterernährung betroffen sind. Und sie können auch noch nicht zeigen, dass im Südsudan rund 60 Prozent der Bevölkerung Hunger leidet. Allerdings zeigen die Daten, dass vor allem südlich der Sahara die Versorgung mit Nahrungsmitteln längst nicht gewährleistet ist.
Weltweite Unterernährung geht zurück
Was bei dieser Betrachtungsweise verloren geht ist die langfristige Perspektive. Diese zeigt nämlich, dass der Anteil der Bevölkerung, der von Hunger betroffen ist, in den letzten Jahren fast durchgängig und markant zurückgegangen ist. Waren 2003 noch rund 15 Prozent der Weltbevölkerung von Hunger betroffen, sind es 2016 noch knapp 11 Prozent. Im gleichen Zeitraum hat die Weltbevölkerung von 6,194 Milliarden Menschen auf 7,426 Milliarden Menschen gewachsen. Das heisst, selbst in absoluten Zahlen gibt es heute weniger Hunger, als noch vor knapp zwanzig Jahren.

