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Blumen zum Selberschneiden: Die Blütenpracht punktet bei den Kunden

Blumen zum Selberpflücken sind eine Nische. Fachmann Martin Kündig rät deshalb, klein zu starten und die Blumen wirken zu lassen.

«Die beste Werbung für ein Blumenfeld zum Selberschneiden ist eine bunte Vielfalt von blühenden Blumen.» Dieser Meinung ist Martin Kündig, Fachlehrer für Gartenbau am Wallierhof: «Die Pflanzen haben ihre Wirkung.» Als einen der grössten Anfängerfehler bezeichnet er, dass man zu gross beginnen möchte.

«Blumenfelder zum Selberschneiden sind nach wie vor eine Nische in der Landwirtschaft und stehen in einer gewissen Konkurrenz zu Blumengeschäften.» Der Fachmann rät deshalb, mit einer kleinen Fläche zu starten, die Kosten tief zu halten und zu beobachte, wie das Angebot ankommt. Um ein allfälliges Überangebot zu minimieren, mache es eventuell Sinn, mit einem Blumengeschäft zusammenzuarbeiten.

Darauf kommt es an

Standort:

  • Offen, sonnig, nährstoffreich.
  • Frei von Wurzelunkräutern.
  • Gut sichtbar, ev. mit Tafel kennzeichnen.
  • Gute Anhaltemöglichkeit.

Sortiment:

  • Einjährige Blumen blühen bei regelmässigem Ausschneiden nach.
  • Mehrjährige Blumen haben eine eingeschränktere Blütezeitdauer als Einjährige.
  • Gefüllte Tulpen halten besser als einfache.
  • Auf feuchtigkeitsanfällige Blumen verzichten.
  • Auch Struktur- und Blattschmuckpflanzen, wie Gräser, Farne usw., anbieten

Pflege:

  • Regelmässiges Wässern, bessern nicht beregnen, da die Blumen leiden können.
  • Hacken, jäten.
  • Kontrolle auf Krankheiten (Pilz) und Schädlinge (Läuse!). Es empfiehlt sich, biologische Pflanzenschutzmittel zu verwenden.
  • Je nach Lage, ein Windschutz.
  • Ev. Stützelemente, wie Drahtgeflecht.
  • Ev. den Boden bedecken. Naturmulch kann jedoch Schädlinge anziehen und Folie sieht nicht sehr natürlich aus.
  • Regelmässig Verblühtes abschneiden oder mit einem intensiven Rückschnitt einen zweiten Blütenflor fördern.

Ausstattung:

  • Gutes Wegnetz.
  • Schneidewerkzeug und Schnur vor Ort.
  • Stand oder Ablagefläche, damit die Kunden ihre Sträusse vor Ort binden können.
  • Preisliste. Preisempfehlungen 2021.
  • Kässeli oder Angaben für Twint.
  • Ev. ein Briefkasten für Rückmeldungen.
  • Ev. weitere Informationen für den Kunden bereitstellen, wie Angaben zum idealen Schnittzeitpunkt oder Hilfe (Bilder) zur Straussgestaltung.

Der Boden ist wichtig

Das Wichtigste für Martin Kündig ist der Boden. «Ideal ist ein offener Standort, eher sonnig und nährstoffreich.» Ganz besonders achten müsse man, dass es keine Wurzelunkräuter auf der Parzelle habe. «Lieber ein Jahr länger warten, dafür aber dem Unkraut Herr werden», ist seine Empfehlung. Als Herausforderung bezeichnet der Gärtner das Wetter. «Ein später Frühling bringt Verzögerung, und Hagel kann grossen Schaden anrichten.» Bei heissen und trockenen Sommern müsse kräftig gewässert werden.

Vorkenntnisse sind nötig

Das Standard-Sortiment bestehe meist aus Tulpen, Osterglocken, Pfingstrosen, Dahlien, Gladiolen und Sonnenblumen. Das findet Martin Kündig schade. Wenn mehrere Blumenfelder in der Region seien, mache es Sinn, das Angebot zu variieren.

Um den Blühzeitpunkt zu steuern, muss man wissen, wie lange es von der Aussaat oder der Anpflanzung bis zur Blühte dauert. «Es braucht sicher ein gärtnerisches Vorwissen für diese Art von Direktvermarktung.» Um das Sortiment lang attraktiv zu halten, bieten sich Pflanzen an, die man ganz zurückschneidet, damit sie nochmals ausschlagen und erneut blühen. «Speziell bei den mehrjährigen Stauden, wie der Rittersporn zum Beispiel.»

Bei den Sonnenblumen empfiehlt der Fachmann, gestaffelt, im Abstand von zwei bis drei Wochen, auszusäen. Sonnenblumen ohne Pollen seien übrigens sehr beliebt. «Ökologisch wertvoller sind natürlich diejenigen mit Pollen, aber die sind weniger geeignet in Wohnräumen.»

Das will der Kunde

Fragt man Martin Kündig, ob er einen besonderen Tipp hat, um die Kunden anzuziehen, meint er: «Das Sortiment der Blumen ist das Gestaltungselement schlechthin.» Nebst den verschiedenem Blumenarten könne man auch mit Blumenmischungen arbeiten. «Es gibt hohe, halbhohe, sogar Farbsinfonie-Mischungen.» Am Feldrand könne man vielleicht eine Wildblumenmischung säen. Der entscheidende Vorteil von selbstgeschnittenen Blumen sei die Frische. «Der Kunde weiss genau, wie alt seine Blumen sind.»

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