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Benkener Landwirte fordern Verlegung des Atomendlagers in den Wald

Die Zürcher Gemeinde Benken rückt als möglicher Standort für ein Tiefenlager in den Fokus. 20 ha Kulturland wären betroffen, nun wehren sich die Bauern.

Die Pläne für die Oberflächenanlagen (OFA) eines möglichen Tiefenlagers zur Entsorgung radioaktiver Abfälle in Benken schreiten voran. In den letzten Wochen sind mit Blick auf die Oberflächeninfrastruktur erste Entscheide gefallen. An der Regionalkonferenz Zürich Nordost wurde kürzlich eine Standortverlegung für die notwendige Oberflächenanlage beschlossen: Anstatt zwischen Isenbuck und Bergholz auf Marthaler Gemeindegebiet soll er um einige 100 Meter nordwestlich in das Gebiet Scherweier auf Benkener Gebiet verschoben werden.

Fachgruppe spricht von einer «optimierten Lösung»

Für die möglichen Standorte für die Oberflächeninfrastruktur beantragte die Fachgruppe im April 2020, den Fächer wieder zu öffnen. Von 13 Potenzialflächen blieben nach einem umfassenden Ausschlussverfahren drei Standorte übrig. Nachdem der Standort im Gebiet Mattenhof, nordöstlich von Marthalen, ausschied, richtete sich der Fokus auf die beiden Standorte rund um den Isenbuck.

Schliesslich entschied sich die Fachgruppe nach Abwägung aller Aspekte für den Standort OFA-21 und sprach von einer «optimierten Lösung». Denn dieser Standort lässt einen gewissen Spielraum offen, welcher die Randbedingungen verbessern können. Doch betrifft das eine Fläche von bis zu 20 ha wertvollem Kulturland.

Gemeinde Benken mehrfach von Kulturlandverlust betroffen

Der diesbezüglich zu erwartende Kulturlandverlust ist nicht der einzige, von welchem die Gemeinde Benken mit ihren Bauern direkt betroffen ist. Mit dem zwischen 2007 und 2010 erfolgten Ausbau der A4 zur Miniautobahn wurden schon beachtliche Landflächen für den Strassenbau und Nebenanlagen wie eine Strassenabwasser-Behandlungsanlage beansprucht. Weiteres Kulturland fiel ökologischen Begleitungs- und Aufwertungsmassnahmen zum Opfer.

Im vergangenen Frühling wurde ein weiterer beachtlicher Aderlass an Kulturlandflächen bekannt. Rund 22 bis 24 ha liegen im Perimeter für prioritäre Flächen für Feuchtgebiete und sind nun in der sogenannten Potenzialkarte für die Umsetzung von Massnahmen für ökologische Aufwertung und ökologische Ersatzflächen eingetragen.

Gleichzeitig gibt es ein Projekt für eine Bodenaufwertung auf einer Fläche von bis zu 25 ha. Auf Anordnung des Kantons müssen mindestens 15 Prozent der Perimeterfläche in den ursprünglichen Zustand, in ein Riet, zurückgeführt werden.

Bauern fordern Verlegung in den Wald

Deshalb setzen die Benkener Landwirte nun alles daran, den Kulturlandverschleiss für die geplanten Oberflächenanlagen und die dazugehörigen Erschliessungen möglichst gering zu halten. Konkrete Vorschläge sind bekannt. Folgende Forderungen liegen auf dem Tisch:

  • Verschiebung in den Wald: Die grosse Anlage liesse sich problemlos in den Wald des Isenbuck verschieben. Die Waldflächen liessen sich dabei dank der bereits landesweit steigenden Waldfläche kompensieren. Mit einer Verschiebung in den Wald könnte eine bessere Einbettung der Anlage in die Landschaft und damit ein besserer Sichtschutz erwirkt werden.
  • Verzicht auf eine Verpackungsanlage: Als zweite Forderung steht im Raum, dass man auf den Bau einer Brennelement-Verpackungsanlage verzichtet, um die Anlage möglichst klein zu halten. Hier rennen die Bauern und Bevölkerung auch bei der Fachgruppe offene Türen ein. Diese ist klar der Überzeugung, dass ein Tiefenlager gegebenenfalls nur ohne Brennelement-Verpackungsanlage bewilligungsfähig ist.
  • Eisenbahnnetz: Zu prüfen ist, inwieweit die Bahnerschliessung unterirdisch erfolgen kann.
  • Kiesanlage miteinbeziehen: Eine weitere Option könnte die wenige 100 Meter südlich vom Benkener Standort entfernte Kiesanlage sein. Hier wird aktuell eine beachtliche Menge Kies abgebaut. Durch eine geschickte Planung könnten diese Gruben für die Ablagerung des Aushubes verwendet und aufgefüllt werden. Danach müsste sich der Kanton verpflichten, dass diese bis zu zehn Hektaren Land nicht wie geplant in Ökoflächen überführt, sondern wieder in Landwirtschaftsland zurückgeführt werden.

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