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Auswärts ausgewogen essen: Das Label «Fourchette verte» hilft dabei

Neu können sich auch Luzerner Verpflegungsbetriebe mit dem Label «Fourchette verte - Ama terra» zertifizieren lassen. Das Label orientiert sich an den Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung und ihrer Lebensmittelpyramide.

Der Kanton Luzern möchte, dass sich möglichst viele junge Menschen ausgewogen ernähren. Darum werden Verpflegungsbetriebe für Kinder und Jugendliche neu mit dem Label «Fourchette verte – Ama terra» zertifiziert. Als erster Betrieb erhielt Anfang Mai die schulische Tagesstruktur im Schulhaus Säli der Stadt Luzern diese Auszeichnung.

Bei Kindern ansetzen

Das Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung setzt das Projekt «Fourchette verte» im Kanton Luzern um. Projektkoordinatorin Helena Barmettler erklärt: «Bereits in früher Kindheit werden das Essverhalten und die Ernährungsgewohnheiten für das spätere Leben geprägt. Mit dem Label regen wir Kinder und Jugendliche zu einem gesundheitsfördernden Ess- und Trinkverhalten an.»

Im Aargau seit 2012

«Fourchette verte» ist eine nationale Kampagne zur Gesundheitsförderung und zur Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten. Gegründet wurde das Label im Jahr 1993 in der Westschweiz und rückt seither kontinuierlich in die übrige Schweiz vor.

Der Kanton Aargau ist bereits seit 2012 dabei, die operative Führung liegt beim landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg. «Eine Win-win-Situation», findet die dortige Projektkoordinatorin Beatrice Meier Wahl. Die diplomierte Ernährungsberaterin sieht das Label am Kompetenzzentrum für Landwirtschaft, Hauswirtschaft und Ernährung am richtigen Ort. «Es gibt viele Synergien, wir sind an der Quelle von Fachwissen und neuen Ideen. So können wir die beteiligten Betriebe optimal unterstützen und motivieren.»

Bis zur Abfallentsorgung

Die zertifizierten Betriebe reichen jedes Jahr Menüpläne von vier aufeinanderfolgenden Wochen ein und werden für einen Augenschein und ein Testessen besucht. Beatrice Meier Wahl schätzt den ganzheitlichen Aspekt des Labels: Der reicht vom Einkauf über die Zubereitung und die Präsentation auf dem Tisch bis zur Resteverwertung und Abfallentsorgung.

Und wer definiert, was eine «ausgewogene Ernährung» ist? «Fourchette verte» orientiert sich an den Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung und ihrer Lebensmittelpyramide. «Schnipo» zum Beispiel geht nicht – zu viel Fett in einer Mahlzeit. Als Alternative schlagen die Ernährungsberaterinnen Ofenkartoffeln statt Fritteusen-Pommes vor. Mit Zucker und Salz wird ebenfalls ein massvoller Umgang verlangt, dafür kommen zu jeder Mahlzeit Gemüse und Obst auf den Tisch und mindestens einmal pro Woche ein vegetarisches Menü. Das Essen soll zudem genussvoll und ansprechend präsentiert werden.

Kanton Luzern geht weiter

Uri und Zug haben das Label seit dem Jahr 2016 im Angebot, nicht dabei sind Nidwalden, Obwalden und Schwyz. Im Aargau sind bereits 38 Betriebe zertifiziert. Pro Jahr kommen durchschnittlich fünf neue dazu, dieses Jahr sogar neun.

So weit ist der Kanton Luzern noch nicht. Er geht dafür gleich einen Schritt weiter als der Nachbarkanton und wendet den Zusatz «Ama terra» an, wie auch Uri und Zug. Hier wird zur Pflicht, was bei «Fourchette verte» lediglich empfohlen ist: Bevorzugt werden Nahrungsmittel aus ökologischer, sozialverträglicher und tierfreundlicher Produktion; saisonale und regionale Produkte kommen zum Zug. Weiter wird die Tischkultur thematisiert.

Das Budget bremst

Im Aargau hat man gemäss Beatrice Meier Wahl auf das Zusatzlabel «Ama terra» verzichtet, um mehr Betrieben den Zugang zum Label zu ermöglichen. Denn die zusätzlichen Kriterien bedeuten nicht nur Mehraufwand, sondern sind für die Kindertagesstätten und Mittagstische vor allem auch eine Frage des Budgets – Labelprodukte haben ihren Preis. Auf saisonale Lebensmittel wird im Aargau aber auch ohne «Ama terra»-Zertifizierung hingewiesen.

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