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Fourchette verte: Das Label für ausgewogenen Ernährung feiert

«Fourchette verte» setzt sich seit 25 Jahren für ausgewogene Ernährung ein. Bundesrat Alain Berset beehrte die Feier.

Man muss schon etwas geleistet haben, dass ein Bundesrat für das Jubiläum als Redner zur Verfügung steht. Als Pionier in Sachen Ernährung gilt das Label Fourchette verte. Bundesrat Alain Berset beehrte diesen nationalen Verband und ging in aller Deutlichkeit auf die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung ein. «Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankungen, Krebs; viele der schweren Leiden unserer heutigen Gesellschaft sind von schlechter Ernährung begünstigt», stellt der Vorsteher des Departements des Inneren, Alain Berset, fest. Ausgewogene Ernährung sei für die Prävention enorm wichtig.

Eine Vorreiterrolle

Eine Million Menschen essen täglich in einer Kantine. «Fourchette verte» ist das Label, das sich in solchen Restaurationsbetrieben für eine ausgewogene Ernährung einsetzt. «Hier hat ‹Fourchette verte› Pionierarbeit geleistet», gratulierte der Bundesrat dem Verband. Und das kommt nicht von ungefähr, denn es gibt über 1600 Betriebe, die das Label der grünen Gabel besitzen und weit über 100 000 Mahlzeiten, die täglich im Sinne einer ausgewogenen Ernährung nach der Lebensmittelpyramide serviert werden.

Nachhaltigkeit ist wichtig

Gesund allein ist aber noch nicht alles. Woher die Lebensmittel kommen und wie sie aufbereitet werden, rückt in Zeiten des Klimawandels immer mehr ins Zentrum der Ernährung. Auch hier gilt «Fourchette verte» als Vorreiter: Mit dem Beratungsangebot Ama Terra will man speziell bei Kindern und Jugendlichen die ausgewogene Ernährung mit Nahrungsmitteln aus ökologischer, sozialverträglicher und tierfreundlicher Produktion bevorzugen. Auch diese Bestrebung von «Fourchette verte» ist ganz im Sinne des Bundesrates Alain Berset: «Wir müssen unsere Nahrungsmittel umweltfreundlicher machen. Von der Produktion über die Aufbereitung bis zum Transport», verdeutlicht er die Forderungen, die die Politik in diesen Tagen an die Nahrungsmittelindustrie stellt.

Rückbesinnung

Die Ethnologin und Direktorin des Greyerzer Museums in Bulle, Isabelle Raboud-Schüle, zeigte in ihrer Rede auf, wie sich die Ernährung der Schweizerinnen und Schweizer in den letzten 200 Jahren verändert hat. Sie schloss ihre Ausführungen auch mit dem Blick auf eine sensibilisierte Gesellschaft, die vermehrt wieder, wie früher, den Markt aufsucht und saisonale Produkte aus der Region bevorzugt. Für die Landwirtschaft sicherlich eine Chance, ihren Absatz zu stärken und als wertvoller und lokaler Produzent diese Nachfrage nach ausgewogener und umweltfreundlicher Nahrung zu erfüllen. Das weiss auch Alain Berset, der verriet, dass man vor allen Dingen die Lebensmittelindustrie angehe, um die Qualität zu verbessern. Etwa, in dem man weniger versteckte Zucker in den Lebensmitteln zur Aufbereitung nutzt.

Das Thema Food Waste

Zum Umweltschutz gehört aber auch, dass man die übermässig hohe Anzahl an Lebensmitteln, die weggeworfen werden, in den Griff bekommt. «Ein Drittel der Lebensmittel landen im Abfall», weiss der Bundesrat und zeigte damit auf, wie wichtig die Arbeit von Fourchette verte und anderen Institutionen ist. Gerade die Kantone seien hier wichtige Partner, die in der Umsetzung gefordert seien. Die Zusammenarbeit funktioniere aber sehr gut. Das gilt auch für «Fourchette verte». Thomas Mattig, Direktor Gesundheitsförderung Schweiz brachte es auf den Punkt in dem er sagte: «Fourchette verte ist in 17 Kantonen vertreten, sogar in Nidwalden.» Der Schmunzler sollte aufzeigen, dass auch ländliche und traditionelle Gebiete die Bedeutung erkannt haben und Massnahmen ergreifen.

Karikatur der Reden

Zu Schmunzeln gab es beim Jubiläumsanlass aber noch mehr. Der Zeichner Christophe Bertschy skizzierte parallel zu den Reden die passenden Szenen auf humorvolle Art und Weise. Alain Berset schien das fast ein wenig aus dem Konzept zu bringen. «Das ist das erste Mal, dass an einer Rede alle an mir vorbei schauen», lachte der Bundesrat und amüsierte sich über diese Idee, die viel Anklang fand. 25 Jahre «Fourchette verte» sind zwar ein Grund zu feiern und sich über das Lob von so viel Pionierarbeit zu freuen. Aber in Zeiten, wo Ernährung und Nachhaltigkeit immer wichtiger werden, geht dem Verband die Arbeit nicht aus. «Auch politisch nehmen diese Themen immer mehr Platz ein», unterstrich Bundesrat Berset. Für die Landwirtschaft bleibt die hoffnungsvolle Einsicht, dass Verbände wie Fourchette verte und Politiker wie Bundesrat Alain Berset eine gesunde, regionale und saisonale Produktion als Grundpfeiler für die Schweizer Bevölkerung brauchen und vielleicht damit auch um so mehr zu schätzen und schützen wissen.

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