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Familie Duperrex wagt immer wieder Neues auf dem vielseitigen Betrieb

Die Stöckweid ist ein vielseitiger Betrieb. Serge Duperrex hat von seinen Eltern gelernt, unternehmerisch zu denken und Risiken einzugehen. Zum Beispiel mit dem Spargelanbau, der heute ein wichtiges Standbein ist.

Kurz & bündig

- Auf der Stöckweid investiert Familie Duperrex laufend, der Unternehmergeist prägt den Betrieb. - Dank der Generationengemeinschaft war Sohn Serge Duperrex bereits am Gewinn beteiligt. Das half ihm bei der Übernahme.

Wer wagt, gewinnt: Das trifft in etwa die Betriebsphilosophie von Jean-Jacques und Serge Duperrex. Serge Duperrex hat die Stöckweid in Knonau ZH per 1. Januar 2023 von seinen Eltern übernommen. Zuvor führte er mit Vater Jean-Jacques Duperrex eine Generationengemeinschaft.

Vorausschauen, berechnen und dann etwas wagen, das macht die Stöckweid zu einem vielseitigen Betrieb. Dazu gehören etwa die Spargeln. Während der Saison nutzt Familie Duperrex den Eventraum fürs Waschen und Sortieren. Seit der Saison 2023 erledigen sie diese aufwendige Arbeit nicht mehr mit einem Band und viel Handarbeit, sondern mit einer Maschine. Das lohnt sich, denn es spart Arbeitsstunden.

Die Spargeln sind gefragt, Serge Duperrex erweitert die Anbaufläche laufend: 2026 entsteht eine neue, 1,2 ha grosse Anlage. Bei einem 30 Aren grossen Feld hat Duperrex überlegt, es zu ersetzen. Die Ernte 2026 zeigt: Auch 2027 werden dort Spargeln geerntet. Somit ist die Anbaufläche 2027 3,4 ha gross, geerntet werden davon 2,2 ha.

Spargelsetzen ist eine aufwendige Handarbeit.
Spargelsetzen ist eine aufwendige Handarbeit.

Eine Abfüllanlage für Kürbissuppe braucht Platz

Die andere Spezialkultur hat erst im Herbst ihren grossen Auftritt, nämlich am Kürbisfest. «Als wir vor vielen Jahren mit dem Kürbisanbau begannen, runzelten viele um uns herum die Stirn», sagt Serge Duperrex. Doch die Spezialkultur bewährt sich. Das Kürbisfest findet stets Ende September statt. Die aufwendige Dekoration zieht Kundschaft an, die nicht nur am Fest, sondern auch davor und danach regelmässig im Hofladen einkauft.

Das Kürbisfest auf der Stöckweid zieht jeden Herbst Kundschaft an, die danach regelmässig im Hofladen einkauft.
Das Kürbisfest auf der Stöckweid zieht jeden Herbst Kundschaft an, die danach regelmässig im Hofladen einkauft.

Die Nachfrage nach Kürbisprodukten ist hoch. Deshalb hat Familie Duperrex 2025 in eine Abfüllanlage investiert, die sie für Kürbissuppe nutzt, aber auch für Most, Sirup und die vielen Konfisorten, die Maya Duperrex auch als Pensionierte mit Leidenschaft herstellt.

«Bloss wird der Platz knapp», sagt Serge Duperrex. Seine Frau Faye Duperrex hat als Abschlussarbeit für das Bäuerinnendiplom aufgezeigt, dass ein grösserer Verarbeitungsraum sinnvoll wäre. Im Moment muss zum Beispiel die Abfüllanlage stets auf- und abgebaut werden.

Bauen ist ein grosses Thema auf der Stöckweid. Geht es mit der Erweiterung des Milchviehstalls los, könnte auch der Verarbeitungsraum grösser werden: Dort, wo sich jetzt die Kälber tummeln, käme ein grosszügiger Raum hin, mit fixem Platz für die Abfüllanlage. «Dann können wir effizienter und in grösseren Mengen produzieren», sagt Serge Duperrex.

Möglicherweise wird aus dem Kälberstall ein Verarbeitungsraum.
Möglicherweise wird aus dem Kälberstall ein Verarbeitungsraum.

Denn die Investitionen in die Direktvermarktung und die Hofgastronomie zahlen sich aus: Die Nachfrage nach Fleisch von Stöckweid-Tieren ist gross. Familie Duperrex kann Restaurants beliefern und würde gerne neben Kälbern auch Munis ausmästen und direkt verkaufen.

Jean-Jacques Duperrex lebte den Unternehmergeist vor

Die verschiedenen Standbeine der Stöckweid haben Investitionen erfordert. «Doch wenn jemand erst investiert, wenn die Eigenmittel da sind, ist er pensioniert», sagt Jean-Jacques Duperrex. Diese Einstellung hat er vorgelebt und an Sohn Serge Duperrex weitergegeben.

Bei der Übergabe kam Serge Duperrex zugute, dass er dank der Generationengemeinschaft bereits am Gewinn der Stöckweid beteiligt war. Er konnte die Hypotheken übernehmen, das Wohnhaus der Eltern bleibt als Darlehen stehen. Vorausgegangen ist der Übergabe eine Tragbarkeitsberechnung. Dafür und für die Planung der Buchhaltung sowie der Darlehensverträge hat die Familie Agriexpert hinzugezogen. «Da sie auch unsere Treuhänder sind, waren alle Zahlen vorhanden.» Das sei effizient gewesen, da es weniger Schnittstellen gab, als wenn eine externe Beratung dazu gekommen wäre.

Unternehmerisch denken und Entscheidungen treffen: Seit 2017 war Serge Duperrex in der Generationengemeinschaft eingebunden. Jean-Jacques Duperrex beobachtet in seinem Bekanntenkreis, dass eine Übergabe weniger reibungslos läuft, wenn die nachfolgende Generation bis kurz vor dem grossen Moment auswärts arbeitet. «Ich finde es schwierig, wenn sich jemand an ein geregeltes Einkommen gewöhnt hat und dieses dann plötzlich selber erwirtschaften muss.» In der Generationengemeinschaft konnte er sein Wissen und seine Erfahrungen weitergeben. Serge Duperrex lernte, Entscheidungen zu treffen. «Es gehört dazu, aus Fehlern zu lernen», ist Jean-Jacques Duperrex überzeugt. Wenn dies erst nach der Übergabe passiere, bringe das Unsicherheit mit sich.

Jean-Jacques und Maya Duperrex beziehen beide AHV, sind aber mit Herzblut auf dem Betrieb tätig. Deshalb passt für sie die Lösung, das Wohnhaus als Darlehen stehen zu lassen. «Ich möchte, dass der Betrieb läuft», sagt Jean-Jacques Duperrex. Mitnehmen könne er das Geld nicht und dass die Stöckweid erfolgreich ist, ist ihm sichtbar ein Anliegen. Wenn es um Wertschöpfung, Direktzahlungen und Bürokratie geht, hält er sich zurück. «Darüber, dass sich nun Serge um den Papierkram kümmert, bin ich extrem froh», sagt er.

Froh sind beide Generationen auch, dass sie früh in verschiedene Standbeine investiert haben. 2018 hat Familie Duperrex einen Eventraum errichtet, der sich für Anlässe bis zu 140 Personen eignet. «Das war sicher teuer, doch hier machen wir die Preise», sagt Serge Duperrex und spielt damit auf die Situation auf dem Schweizer Milchmarkt an. «Jede Investition ist ein Risiko», weiss er. Diejenigen für den Eventraum und den Hofladen haben sich aber gelohnt.

Milch hat dank Effizienz auf der Stöckweid eine Zukunft

Da die Milchproduktion dank Roboter und ausgeklügelter Fütterung sehr effizient ist, sehen Vater und Sohn auch darin eine Zukunft. Und investieren weiter: Die Bewilligung für die Erweiterung des Stalls und eine integrierte Biogasanlage liegt vor. Dazu gehört, dass dank automatisierter Fütterung mehr Tiere mit gleichem Arbeitsaufwand gehalten werden können. «Wir wollen qualitativ hochwertig, aber effizient produzieren», sagt Serge Duperrex.

Milchproduktion ist eines der Standbeine der Stöckweid. Jean-Jacques Duperrex ist leidenschaftlicher Viehzüchter.
Milchproduktion ist eines der Standbeine der Stöckweid. Jean-Jacques Duperrex ist leidenschaftlicher Viehzüchter.

Für die Investition in die Biogasanlage wird er wohl eine AG gründen. «Das bringt Sicherheit für beide beteiligten Parteien», ist Serge Duperrex überzeugt. Geplant ist die Amortisation auf 11 Jahre, Verträge mit dem Bund garantieren den Strompreis für 20 Jahre. «Energie wird Wert bekommen», ist Jean-Jacques Duperrex überzeugt. Deshalb ist er auch von dieser Investition überzeugt.

Wer den beiden zuhört, fragt sich, ob denn auch schon mal etwas schiefgegangen ist: «Den Güllecontainer hätten wir uns sparen können», sagt Serge Duperrex. Die Idee war, damit ab Feld zu verschlauchen. Als mehr Fässer für den Transport zur Verfügung standen, entpuppte sich der Aufwand mit dem Container als zu gross. «Einen riesigen Verlust haben wir damit nicht gemacht, aber der Container kam einfach zu selten zum Einsatz», sagt Serge Duperrex. «Unternehmer bist du nur, wenn du auch mal etwas verlierst», sagt Jean-Jacques Duperrex.

Es ist wohl nicht nur die immer noch hohe Arbeitsleistung, die Serge Duperrex seinen Eltern verdankt. «Mir ist bewusst, dass wir eine sehr harmonische Übergabe hatten», sagt er. Das brauche die Bereitschaft, früh zu beginnen und innerhalb der Familie offen zu reden.

So kennen Fabienne Duperrex und Chantal Arnold, die beiden Schwestern von Serge, die Zahlen, weil sie bei den Administrationsarbeiten mithelfen. Faye Duperrex hat sich für ihre Abschlussarbeit in die Verarbeitungsmöglichkeiten auf der Stöckweid vertieft. Alle Familienmitglieder packen bei Anlässen wie dem 1.-August-Brunch und dem Kürbisfest an. Die gemeinsame Arbeit verbindet und schafft ein Klima, das es erlaubt, Dinge zu wagen und in die Zukunft zu investieren.

Serge Duperrex kümmert sich mit seinen Schwestern um die Büroarbeit.
Serge Duperrex kümmert sich mit seinen Schwestern um die Büroarbeit.

Betriebsspiegel Stöckweid

Serge Duperrex, Knonau ZH LN: 51,3 ha plus 2,8 ha Wald Kulturen: Silomais, Winterweizen, Kunstwiesen, Kürbis, Spargel, Streuwiesen Tierbestand: 57 Milchkühe (HOL, RH, Brown Swiss), 10 bis 20 Aufzucht- und Mastkälber Weitere Betriebszweige: Lohnarbeiten (Silieren, Mähen, Saaten), Direktvermarktung mit Hofladen, Hofgastronomie, Solaranlage, 1.-August-Brunch und Kürbisfest Arbeitskräfte: Serge, Jean-Jacques und Maya Duperrex, 1 Angestellter, 1 Lehrling, 1 Praktikant, Faye Duperrex an Anlässen, Chantal Arnold und Fabienne Duperrex für Administration und Anlässe im Stundenlohn, weitere Mitarbeitende im Stundenlohn bei Anlässen/Arbeitsspitzen www.stoeckweid.ch