Untersuchungen zeigen, dass PFAS überall auf der Welt in Böden und Gewässern zu finden sind. Für landwirtschaftliche Betriebe gibt es aktuell noch viel Ungewissheit, was die aktuelle Situation in Zukunft mit sich bringt.
PFAS bleiben mehrere hundert Jahre im Boden und im Wasser
Bei PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) handelt es sich um künstlich hergestellte chemische Kohlenstoff-Fluor-Verbindungen. Sie haben eine spezielle chemische Struktur und weisen gleichzeitig wasser-, fett- und schmutzabweisende Eigenschaften auf. Zudem sind sie hitzebeständig und chemisch stabil. Deshalb kommen PFAS in der Herstellung verschiedenster Produkte zum Einsatz, zum Beispiel in Outdoorbekleidung und -schuhen (Imprägnierbeschichtung), zur Herstellung von Kochgeschirr (Antihaftbeschichtung), in Löschschäumen, in Druckerfarben und in vielen weiteren Bereichen.
Auch die frühere Ausbringung von Klärschlamm in der Landwirtschaft wird als Quelle für Bodenkontaminationen diskutiert. Zudem wird der Eintrag durch Pflanzenschutzmittel untersucht. Bisher sind die genauen Zusammenhänge zwischen der Landnutzungsart und der Belastung durch PFAS nicht eindeutig geklärt.
PFAS werden auch als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet und können bis zu mehreren hundert Jahren in Böden und Gewässern bestehen. Sie gelangen in tierische Lebensmittel, indem sie von Nutztieren über kontaminiertes Wasser und Futter aufgenommen werden. PFAS können sich im Körper anreichern und bei Mensch und Tier verschiedene gesundheitliche Risiken mit sich ziehen.
Agridea erarbeitet eine Beratungsplattform
Agridea ist daran, eine umfassende Beratungsplattform zu erarbeiten. Die «Übersichtsplattform PFAS» ist eine Online-Plattform zur Verbreitung von Fachinformationen rund um PFAS in der Landwirtschaft.
Die Plattform bietet unter anderem einen Beratungsleitfaden für das Vorgehen bei einem Verdacht oder einem bestätigten Fall einer PFAS-Belastung auf dem Betrieb. Der Beratungsleitfaden ist für Beratende gedacht, die betroffene Betriebe begleiten. Zudem steht eine Liste mit Ansprechpersonen pro Kanton zur Verfügung.
Die Plattform setzt sich zusammen aus:
- Fachinformationen
- Beratungsleitfaden
- Fallbeispielen
- Analytik
- Ansprechpersonen
Agridea entwickelt diese Plattform laufend weiter und ergänzt aktuelle Informationen. «die grüne» wird Themenschwerpunkte dieser Plattform aufgreifen.
Grenzwerte für PFAS
Aktuell existieren in der Schweiz gesetzliche Grenzwerte für: - Fische (Muskelfleisch) - Fleisch (Rind, Schwein, Geflügel, Schaf, Wild und Schlachtnebenprodukte) - Eier - Trinkwasser Für Milch und Milchprodukte sowie pflanzliche Lebensmittel gibt es noch keine Grenzwerte. Eine Festlegung für Milch und Milchprodukte wird im Laufe dieses Jahres erwartet. Grenzwerte für Boden, Gewässer, Abwasser und Abfälle werden ab 2026/2027 erwartet (Stand Mai 2026).

