Kurz & bündig
- Dominik Wyss hat dieses Jahr das Familienunternehmen übernommen und eine GmbH gegründet.
- Der Schwerpunkt des Lohnunternehmens liegt auf dem Säen, ergänzt durch Werkstattarbeiten.
- Dominik Wyss freut sich darauf, die Arbeit seines Vaters und seines Onkels fortzusetzen und das Unternehmen mit eigenen Ideen weiterzuentwickeln.
«Mein Vater und mein Onkel haben mich dazu ermutigt, das Lohnunternehmen bereits in jungen Jahren zu übernehmen», erzählt Dominik Wyss, Landmaschinenmechaniker und Lohnunternehmer aus Bünzen AG. Der 25-Jährige hat per 2026 das Lohnunternehmen übernommen, das sein Vater seit 1999 zusammen mit dessen Bruder geführt hatte.
Als Kind verbrachte Dominik Wyss viel Zeit auf dem landwirtschaftlichen Betrieb, auf welchem sein Vater und sein Onkel aufgewachsen sind. Dadurch kam er früh mit Traktoren und anderen Maschinen in Kontakt. Als Jugendlicher beschäftigte er sich unter anderem gerne damit, an seinem Töffli zu schrauben.
2017 begann Dominik Wyss seine Lehre als Landmaschinenmechaniker und schloss diese 2021 ab. «Ich lebe meinen Beruf», sagt Wyss. Die Freude an der Technik ist auch einer der wichtigsten Gründe, weshalb er sich für die Übernahme des Lohnunternehmens entschieden hat. Dominiks Vater ist selbst ausgebildeter Landmaschinenmechaniker. Die Begeisterung für Maschinen wurde von der einen Generation an die nächste weitergegeben.
Lohnunternehmen, das auf Säarbeiten spezialisiert ist
Die Brüder Christoph Wyss (Vater von Dominik Wyss) und Andreas Wyss (Onkel von Dominik Wyss) sind im Jahr 1999 mit dem Kauf einer Direktsaatmaschine eingestiegen und gründeten das Lohnunternehmen «Gebrüder Wyss Bünzen». Anfangs arbeiteten sie noch mit gemieteten Traktoren. 2003 folgte der Kauf des ersten eigenen Traktors und einer Mähkombination. Im Jahr 2008 kaufte Andreas Wyss eine Maschinenhalle, die heute die Basis des Lohnunternehmens bildet.
Der wichtigste Bereich des Lohnunternehmens sind heute Saatarbeiten. Insgesamt stehen vier Sämaschinen zur Verfügung, wobei eine davon hauptsächlich vermietet wird. Ausserdem gehören zwei Traktoren zum Unternehmen. Im Frühjahr 2026 investierte Dominik Wyss in eine neue Säkombination. So kann er ein breites Angebot abdecken, von Säarbeiten im Futterbau bis hin zur Getreidesaat. Die Direktsaat spielt ebenfalls weiterhin eine Rolle.
In einem durchschnittlichen Jahr hat Dominik Wyss Kapazität, um ungefähr 200 Hektaren zu säen. Das Saatgut selbst stellt er als Lohnunternehmer nicht zur Verfügung. Dominik Wyss überlässt die Organisation den Landwirten selbst. «Auf der einen Seite fehlt mir der Platz und auf der anderen Seite wäre mir das Risiko zu gross», erklärt er.
Neben den Säarbeiten bleibt auch die Werkstatt ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens. Hier repariert Dominik Wyss unter anderem auch Autos und Lastwagen.

Eine Übergabe, die unkompliziert verlief
Die Übergabe des Lohnunternehmens verlief unkompliziert. «Es gab nie wirklich Unstimmigkeiten», erzählt Dominik Wyss. Sein Vater und sein Onkel unterstützten ihn von Anfang an und freuen sich, dass ihre Arbeit weitergeführt wird. Die beiden sind inzwischen aus dem Unternehmen ausgestiegen, bieten aber jederzeit ihre Hilfe an, wenn es nötig ist.
Im Rahmen der Übernahme entschied sich Dominik Wyss, das Unternehmen als GmbH weiterzuführen, und gründete die «Gebrüder Wyss Bünzen GmbH». Die neue Rechtsform bietet ihm verschiedene Möglichkeiten und schafft gleichzeitig eine klare Grundlage für die Zukunft. Unter anderem kann er sich über das Unternehmen selbst anstellen lassen. Für ihn war die Gründung einer GmbH ein wichtiger Schritt, um das Unternehmen weiterzuentwickeln.
«Neben der eigentlichen Übernahme ging es vor allem um steuerliche und versicherungstechnische Fragen», sagt Wyss. Die Unterstützung des Buchhalters war dabei besonders wichtig. Gerade bei Einträgen und Schreiben im Zusammenhang mit dem Handelsregister sei es entscheidend, genau hinzuschauen.
Bei wichtigen Entscheidungen und Investitionen bleibt der Austausch mit seinem Vater und seinem Onkel bestehen. Dominik fragt sie weiterhin nach ihrer Meinung und bezieht ihre Erfahrungen in seine Überlegungen mit ein. «Schliesslich sind sie es gewesen, die das Unternehmen aufgebaut haben», so Dominik Wyss.
Zwischen Vollzeitjob, Sä- und Werkstattarbeiten
Der Alltag von Dominik Wyss ist stark von der Jahreszeit abhängig. Da er weiterhin zu 100 Prozent auswärts als Landmaschinenmechaniker arbeitet, erledigt er die Arbeiten im Lohnunternehmen häufig am Abend und an den Wochenenden. Gleichzeitig will er für die Landwirte möglichst gut erreichbar sein. Wenn ein Auftrag hereinkommt, wird geschaut, ob sich mehrere Einsätze sinnvoll zusammenlegen lassen.
Da hauptsächlich ein Traktor für die Säarbeiten eingesetzt wird, ist eine gute Planung besonders wichtig. «Wenn möglich, führe ich Aufträge mit derselben Sämaschine nacheinander aus, um unnötige Wechsel und Fahrten zu vermeiden», so Wyss.
Die Säarbeiten erledigt Dominik Wyss grundsätzlich selbst. «Wenn ich fahre und etwas nicht klappt oder etwas kaputtgeht, bin auch ich dafür verantwortlich», betont er.
Im Winter verschiebt sich der Schwerpunkt in die Werkstatt. Maschinen werden gewartet, repariert und für die nächste Saison vorbereitet. Dazu gehören auch die Servicearbeiten und die Vorbereitungen für die Motorfahrzeugkontrolle.
Die Büroarbeit erledigt Dominik Wyss grösstenteils von zu Hause aus. Rechnungen schreibt er selbst, während komplexere Angelegenheiten wie die Steuer- oder die Jahresabrechnung über den Buchhalter laufen.

Ruhig bleiben, auch wenn es hektisch wird
Von seinem Vater hat Dominik Wyss vor allem eines gelernt: Ruhe bewahren. Gerade in der Hauptsaison kann es schnell hektisch werden. «Dann ist es wichtig, nicht nervös zu werden und trotzdem den Überblick zu behalten», so Dominik Wyss.
Die Veränderungen in der Landwirtschaft sind für Dominik Wyss im täglichen Geschäft direkt spürbar. Dieses Jahr ist wegen der Hitze und der Trockenheit besonders herausfordernd. «Ein solches Jahr habe ich bisher noch nie erlebt», so Dominik Wyss. Viel Gras vertrocknete, weshalb zahlreiche Flächen nach- oder neu eingesät werden mussten. Das führte zu besonders vielen Aufträgen. Dieses Jahr hat er Ende August bereits rund 150 Hektaren gesät.
«Zeitweise habe ich pro Tag 20 bis 25 Telefonanrufe erhalten», so Wyss. Alle diese Aufträge mussten organisiert, koordiniert und möglichst sinnvoll geplant werden. Besonders schätzt er deshalb auch die Flexibilität, die ihm sein Arbeitgeber ermöglicht.
Dominik Wyss weiss aber auch, dass sich die Situation schnell wieder ändern kann. Im nächsten Jahr könnten es möglicherweise wieder weniger Aufträge sein.
Auch in ruhigeren Zeiten lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Wenn ein Traktor oder eine Sämaschine einmal 3 oder 4 Monate weniger stark ausgelastet sind, bedeutet das nicht automatisch, dass sofort etwas geändert werden muss. Solche Schwankungen gehören für Wyss zum Geschäft dazu. Umso wichtiger ist es für ihn, flexibel zu bleiben und die ruhigeren Zeiten sinnvoll zu nutzen.
«Wenn im Bereich der Säarbeiten nicht viel los ist, kann ich mich auf die Arbeit in der Werkstatt konzentrieren und auch Arbeiten in der Werkstatt vorschieben», so Wyss.

Stammkunden sind und bleiben wichtig
Ein weiterer Wert, den er aus dem Familienbetrieb übernommen hat, ist die Bedeutung der Stammkundschaft. Bei den Saatarbeiten sind es vor allem Stammkunden, die regelmässig auf seine Dienste zurückgreifen. Auch in der Werkstatt sind langjährige Kunden weiterhin dabei, gleichzeitig kommen laufend neue dazu. Kunden, die dem Unternehmen über Jahre treu geblieben sind, sollen nach Möglichkeit berücksichtigt werden.
Neue Aufträge entstehen häufig durch Mund-zu-Mund-Propaganda. In Zukunft möchte Dominik Wyss aber aktiver auf potenzielle Kunden zugehen. So hat er beispielsweise erstmals Werbeflächen in der Umgebung genutzt und unterstützt mit Sponsoring lokale Aktivitäten.
In der Region gibt es viele Lohnunternehmer, und der Konkurrenzdruck ist entsprechend gross. Dominik Wyss setzt deshalb auf eine gute und bodenschonende Arbeitsqualität. Breitreifen, möglichst wenig Maschinengewicht, eine Reifendruckregelung und GPS mit einer Genauigkeit von rund 2 Zentimetern gehören für ihn zu den wichtigen Voraussetzungen. «Präzises Arbeiten spart Saatgut und schont den Boden», ist er überzeugt.
Stolz auf die Vergangenheit, motiviert für die Zukunft
Für Dominik Wyss bedeutet die Übernahme des Familienbetriebs viel: «Es kann nicht jeder einfach so ein Familienunternehmen weiterführen.» Er freut sich darauf, dass er die Arbeit seines Vaters und seines Onkels fortsetzen kann und der Name des Unternehmens erhalten bleibt. Genau das war auch ein Wunsch der beiden.
Langfristig möchte er das Unternehmen so weiterentwickeln, dass es ihm auch beruflich noch mehr Möglichkeiten eröffnet. Beispielsweise indem er sich über die GmbH zu Hause anstellen lassen kann, zunächst in einem kleineren Pensum.
Auch in Zukunft soll der Schwerpunkt des Lohnunternehmens auf den Säarbeiten liegen. Mit seinen verschiedenen Sämaschinen will Dominik Wyss weiterhin ein breites Angebot ermöglichen. Daneben bleibt auch die Werkstatt ein wichtiges Standbein.
Mit der Übernahme hat für Dominik Wyss ein neues Kapitel begonnen. Die Begeisterung für Maschinen, die er schon als Kind auf dem Hof entwickelte, hat ihn schliesslich dazu geführt, das Familienunternehmen zu übernehmen. Mit Stolz führt er heute weiter, was in seiner Familie einst mit einer gemeinsamen Leidenschaft für Landwirtschaft und Technik begann.

