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Natürlich Nidwalden: Eine neu aufgestellte Marke öffnet regionalen Produzenten Türen

Die Marke «Natürlich Nidwalden» kann auf eine 20-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Ende 2025 hat sich der Verein neu formiert. Wie dies der Marke zusätzlichen Aufwind gegeben hat, erklärt Präsidentin Carla Zumbühl.

Das regionale Denken noch stärker verankern und die Wertschöpfungskette lokal behalten, das sei die Intention von «Natürlich Nidwalden», erklärt Vereinspräsidentin Carla Zumbühl. «Wir sehen uns einerseits als Drehscheibe, um die Produzentinnen und Produzenten untereinander zu vernetzen, aber auch als Vermittler zwischen Produzenten und Konsumenten, der Gastronomie und der Politik», gibt die Altzellerin Auskunft. Gemeinsam mit ihrer Familie bewirtschaftet sie einen Milchwirtschaftsbetrieb mit Hofladen am Altzellerberg.

Für die aktuell rund 50 Mitglieder ist es Bedingung, dass ihre Produkte in Nidwalden hergestellt werden und wenn immer möglich aus Nidwaldner Rohstoffen bestehen. Rund 90 Prozent der Produzenten haben einen landwirtschaftlichen Hintergrund, der Rest besteht aus verarbeitenden Betrieben wie Käsereien oder Bäckereien.

Neugründung mit positivem Effekt

Damit diese Vernetzungs- und Promotionstätigkeit noch besser und vor allem auch unabhängig vom Nidwaldner Bäuerinnen- und Bauernverband gelingt, wurde im November 2025 ein eigener Verein für die Marketingorganisation «Natürlich Nidwalden» gegründet. Dank des sehr motivierten Vorstands und eines frischen Internetauftritts konnten seither einige neue Produzenten als Mitglieder gewonnen werden. Und auch bei der Bevölkerung findet die Marke verstärkten Anklang. «Unsere beiden Auftritte am 45-jährigen Jubiläum des Länderparks Stans und an der Gewerbeausstellung ‹Iheimisch› in Ennetbürgen erhielten enormen Zuspruch», schwärmt Carla Zumbühl.

Die Beteiligung an der Nidwaldner Gewerbemesse «Iheimisch» war ein grosser Erfolg für die Marke und für die einzelnen Produzenten.(Bild: Natürlich Nidwalden)

Dieser positiven Entwicklung von «Natürlich Nidwalden» stimmt Anita Z’Rotz zu. Die ersten Jahre ihrer Mitgliedschaft seien relativ passiv gewesen. Seit der Entwicklung zu einem eigenständigen Verein sei aber enorm viel frischer Wind ins Projekt hereingekommen, tolle Ideen umgesetzt worden und eine wachsende Gemeinschaft entstanden, gibt die Bäuerin des Biohofs Murmatt in Ennetmoos NW Auskunft. Auf ihrem kleinbäuerlichen Hof am Fusse des Stanserhorns vermarktet sie Gemüse und Rindfleisch. Zudem haben sie und ihr Mann sich im Bereich Kulinarik auf die Organisation von «Farm to Table»-Anlässen spezialisiert.

Vorteile, aber auch Aufwände

«Durch ‹Natürlich Nidwalden› hat sich für uns die Vernetzung mit anderen lokalen Produzenten verstärkt. Über unsere interne WhatsApp-Gruppe konnten wir schon einige Kilos an überschüssigem Gemüse an verarbeitende Betriebe verkaufen. Zudem liefern wir Gemüse für das Gemeinschaftsprodukt Nidwaldner Chornsuppe», führt Anita Z’Rotz die Vorteile einer Mitgliedschaft aus.

Der grosse Pluspunkt sei, dass man online und an Veranstaltungen Sichtbarkeit und Verkaufsmöglichkeiten bekomme. Darin stimmen Anita Z’Rotz und Monika Lussi von der Rochushostatt in Oberdorf, einem Landwirtschaftsbetrieb mit eigener Metzgerei und Hofladen, überein.

Die Nidwaldner Chornsuppe ist ein verbindendes Projekt von «Natürlich Nidwalden», an dem sich verschiedene Mitglieder beteiligen. Darunter auch Gemüsebäuerin Anita Z'Rotz.(Bild: Natürlich Nidwalden)

Mit einer Mitgliedschaft sind allerdings auch einige Aufwände verbunden. Damit die Marke glaubwürdig ist, ist die Einhaltung eines gemeinsamen Qualitätsstandards wichtig und die Organisation, Kommunikation und Teilnahme an gemeinsamen Aktionen kosten Zeit, weiss Anita Z’Rotz.

Die Mühe dieses freiwilligen Engagements werde aber jedes Mal belohnt. «Es entstehen jeweils verbindende Erlebnisse und wir können einen bleibenden Eindruck hinterlassen», so die Ennetmooserin.

Entwicklungspotenzial vorhanden

Das Wachstum ist vorhanden und die Produzenten können von einer Mitgliedschaft profitieren. Auf diesen Lorbeeren wollen sich Carla Zumbühl und ihr Vorstandsteam jedoch nicht ausruhen, denn sie wissen: Im Kanton gibt es noch zahlreiche andere Produzenten, für die sich ein Anschluss an das Netzwerk lohnen würde. «Ein Zukunftsprojekt besteht darin, eine Onlineverkaufsplattform auf die Beine zu stellen, und ein anderes in der Bündelung unserer Logistik», gibt Carla Zumbühl Auskunft.

Und wie sieht es mit einer Mitgliedschaft beim nationalen Gütesiegel «regio.garantie» aus? Diese werde vorläufig nicht angestrebt, sagt die Vereinspräsidentin. Man wolle nicht noch ein weiteres Label aus dem Boden stampfen, und die Absicht, an Grossverteiler liefern zu können, wofür das regio.garantie-Zertifikat berechtigt, sei bei der Mehrheit der Mitglieder nicht vorhanden. Die Marke, die nachhaltig produzierte Genussprodukte aus Nidwalden sichtbar macht, weiss nun ganz genau, wofür sie steht.

Natürlich Nidwalden kennenlernen

Unter dem Motto «Platz da! Stans chund zämä» verwandelt sich der Dorfplatz im Spätsommer in einen kreativen Begegnungsort. An den Abenden des 25. August und 3. September ist «Natürlich Nidwalden» mit einer Diskussionsrunde und ihren Produkten präsent.





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