Die Futtersituation auf den Alpen macht sich auch bei den Zucht- und Nutzviehversteigerungen bemerkbar. «Das Angebot an verkäuflichen Tieren ist diesen Sommer und Herbst besonders gross», sagt Andreas Brügger, Präsident des Steigerungskomitees von der Zucht- und Nutzviehauktion Springenboden-Gsässweid im Berner Oberland.
Gut 100 Tiere seien im Katalog für den 22. August 2026 aufgeführt. Fast das Doppelte habe man von den Bauern angeboten bekommen. «Leider konnten wir nicht so viele Tiere berücksichtigen», bedauert Brügger.
Die Qualität stimmt
Zurzeit ist Andreas Brügger mit seiner Familie und den Tieren auf der Alp im Diemtigtal. «Zu Hause in Erlenbach BE, bleibt das Futter wegen der Trockenheit knapp. Der dritte Schnitt wird schlecht, sehr schlecht sogar», bilanziert Andreas Brügger.
Er hofft nicht nur, dass es bald flächendeckend regnen wird, sondern auch, dass er möglichst lange mit seinen Tieren auf der Alp bleiben kann. «Hier oben hat es glücklicherweise mehr geregnet als unten im Tal und deshalb gibt es auch mehr Futter», hält er fest. Ob die Auktion am 22. August auf dem Springenboden ein Erfolg werde oder nicht, könne er heute noch nicht sagen.
«Die Qualität der auserlesenen Tiere stimmt auf jeden Fall», sagt Brügger. Doch der Futtermangel auf den meisten Betrieben dämpfe sicher die Kauflust der Talbauern.
Ein Durchseuchen im Stall
Für Adrian Lötscher am Schwarzsee FR sieht die Futtersituation bisher nicht so dramatisch aus: «Der zweite Schnitt war hervorragend», sagt der Landwirt. Bald steht der dritte Schnitt an. «Jetzt wünschen wir sicher noch ein wenig Regen», hält er fest.
Mehr Sorge bereitet ihm die aktuelle Situation im Stall: «Wie viele andere Betriebe auch haben wir mit Fieber und Durchfall bei unseren Kühen zu kämpfen.» Auch der Milchrückgang sei merklich spürbar gewesen.
«Wir haben quasi durchgeseucht», sagt der Landwirt. Er hofft natürlich, dass sich die Situation spätestens bis zum 24. Oktober beruhigt. «Da haben wir in Plaffeien FR eine kleine Jubiläumsviehschau», hält der Züchter fest.
Mit circa 40 bis 50 Stück Vieh will Lötscher dann «Chüjerisch» vom Schwarzsee nach Plaffeien laufen. «Wegen der Viruskrankheit Lumpy-Skin erfahren wir erst im August vom Kantonstierarzt, ob wir das Jubiläum durchführen können oder nicht», sagt Lötscher.

