Versuche im neuen Pouletstall der UFA Bühl laufen

Am UFA-Standort Bühl in Hendschiken AG ist Anfang Jahr ein neuer Versuchsstall für Mastpoulets in Betrieb genommen worden. Im Fokus stehen praxisnahe Fütterungsversuche – zunehmend mit Blick auf Tiergesundheit statt nur auf Futterverwertung.

Unter praxisnahen Schweizer Haltungsbedingungen wurden seit 1959 am Standort der UFA Bühl in Hendschiken (AG) bereits über 1000 Forschungsprojekte durchgeführt. Im Fokus stehen dabei Fütterungsversuche bei Mastkälbern, Muttersauen, Jagern, Mastschweinen und Poulets. Für letztere steht seit Anfang des Jahres ein neuer Versuchsstall bereit, für den der alte Legehennenstall zurückgebaut wurde. Der BTS-Stall verfügt über 16 Buchten à 17 m² für rund 230 Tiere pro Bucht und 3680 Küken insgesamt. Eine automatische Tierwägung und die Erfassung des Wasserverbrauchs unterstützen die Datensammlung.

Fokus verschiebt sich von Futterverwertung auf Tiergesundheit

Der Stall bietet dem Unternehmen eine Möglichkeit, um unterschiedliche Futterzusammensetzungen zu testen oder den Einsatz von Zusatzstoffen zu prüfen. Insbesondere die Variation der Futtermenge und verschiedene Futterkomponenten können geprüft werden. Während sich die Forschung vor zehn Jahren spezies-übergreifend noch mehrheitlich auf Futterverwertung und Tageszunahmen konzentrierte, verschob sich der Fokus zunehmend auf Tiergesundheit. «Die ersten Versuche im neuen Stall liefen bisher rund. Aktuell testen wir, ob ein Zusatz mit Pflanzenkohle einen positiven Effekt auf die Darmgesundheit der Küken hat», berichtet Hansueli Rüegsegger, Geschäftsleitungsmitglied der UFA.  

Der neue Versuchsstall für Mastpoulets (rechts unten) wurde 2025 neu errichtet – nach dem Rückbau des alten Legehennenstalles.(Bild: zVg von UFA Bühle)

Könnte die vorherrschende Hitze die derzeit laufenden Versuche beeinflussen? «Eigentlich nicht. Der Stall kann zwar nicht gekühlt werden, aber es herrschen geringere Innen- als Aussentemperaturen. Gut ist, dass die Küken es ohnehin wärmer mögen und nicht so schnell unter höheren Temperaturen leiden als andere Nutztierarten», ordnet Rüegsegger ein. Die Temperaturen sind gleichwohl ein Faktor, der die Realität auf den Betrieben widerspiegelt. Auf die Praxisnähe wird bei der Versuchsauswahl am Standort Hendschiken grosser Wert gelegt. Durch die geringere Mastdauer der Poulets im Vergleich zu Schweinen oder Kälbern können die Versuchsergebnisse den LandwirtInnen im Laufe von wenigen Monaten nach Versuchsende bereits zugänglich gemacht werden.  

Wer sich selbst ein Bild des neuen Pouletmaststalls machen möchte, kann dies am kommenden Samstag, 27. Juni, am UFA-OpenDay tun. Alle Informationen dazu gibt es unter  https://www.ufa.ch/node/1068

Wer keine Zeit hat, sich den Stall aber dennoch anschauen möchte, kann den angefügten QR-Code scannen und einen virtuellen Rundgang starten.

QR-Code zum virtuellen Stallrundgang(Bild: zVg von UFA Bühl)