«Und täglich grüsst das Murmeltier»: Das ist der Titel eines Films mit Bill Murray und Andie MacDowell aus dem Jahr1993. Er ist zum geflügelten Wort geworden für etwas,das sich ständig wiederholt. Tatsächlich scheinen sich auch unsere Herausforderungen zu wiederholen. Und wie die Filmfigur können wir die Zeitschleife nutzen, um unsere Arbeit zu optimieren.
Zwei Initiativen erfolgreich überstanden
Vor einem Jahr standen uns mit den beiden Volksinitiativen «Sauberes Wasser» und «Pestizidfrei» zwei sehr herausfordernde Abstimmungen bevor. Dank einem enormen Engagement auf allen Ebenen, insbesondere von Ihnen – den Bauernfamilien – haben wir es geschafft, dass diese chancenlos blieben und die Bevölkerung der einheimischen Landwirtschaft ihr Vertrauen schenkte.
Die Umstände waren alles andere als einfach. Medien, Umweltverbände und andere Exponenten liessen keine Gelegenheit aus, um sehr pauschal und einseitig Kritik zu üben. Bereits laufende Engagements, Erfolge und Zugeständnisse fanden kaum Anerkennung.
Die Massentierhaltungs-Initiative als Chance nutzen
Jetzt, ein Jahr später, sind wir wieder an einem ähnlichen Ort. Nächstes Jahr steht uns die Abstimmung über die Massentierhaltungs-Initiative bevor. Massentierhaltung! Bei uns in der Schweiz, dem Land mit einem der strengsten Tierschutzgesetze überhaupt, gesetzlich vorgeschriebenen Höchsttierbeständen, erfolgreichen, freiwilligen Tierwohlprogrammen und einem funktionierenden Kontrollsystem. Noch dazu mit zahlreichen Labels, die weiter gehen und jedes Bedürfnis abdecken. Mit zahlreichen Bauernbetrieben, die ins Tierwohl investiert haben und dennoch keinen Mehrpreis lösen können, weil der Markt gesättigt und die Nachfrage zu tief ist.
Was tun? Die Abstimmung zur Massentierhaltungs-Initiative kommt. Wir können uns die Hauptfigur im erwähnten Film zum Vorbild nehmen und sie als Chance nutzen. Um zu zeigen, was sich in Sachen Tierhaltung alles getan hat und wie gut es unsere Tiere in der Schweiz haben. Um die Bevölkerung zum Kauf von besonders tierfreundlich produzierten Lebensmitteln zu motivieren.
Solidarität innerhalb der Landwirtschaft
Und wir können zeigen, dass wir in der Schweizer Landwirtschaft Solidarität kennen: Nicht alle Bauernbetriebe sind von der Massentierhaltungs-Initiative direkt betroffen. Alle können aber mithelfen, dass sie abgelehnt wird. Eine Solidarität, die sich in Zukunft und den nächsten Abstimmungen auszahlen wird.
Liebe Bauernfamilien, wir danken für die Unterstützung, wünschen frohe Weihnachtstage und einen guten Start ins 2022. «Und täglich grüsst das Murmeltier» hat übrigens ein Happy End. Das schaffen wir gemeinsam auch!
Markus Ritter ist Präsident und Martin Rufer ist Direktor des Schweizer Bauernverbands (SBV)

