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Labiola: Aargauer Bauern fördern Schmetterlinge

Landwirtschaft - Biodiversität - Landschaft (Labiola). So heisst ein Artenförderprogramm im Aargau. Die Bauern machen rege mit, aktulle werden Tagfalter und Brutvögel gefördert. Die Massnahmen zeigen Wirkung. Dies macht die aktuelle Erfolgskontrolle des Programms deutlich.

Das Gemeinschaftsprogramm von Landwirtschaft Aargau und der Abteilung Landschaft und Gewässer Labiola verfolgt das Ziel, die Vielfalt der Lebensräume und Arten im Kulturland zu erhalten und zu fördern. Auf freiwilliger Basis schliessen interessierte Landwirtinnen und Landwirte mit dem Kanton Aargau entsprechende Bewirtschaftungsvereinbarungen ab.

Es gibt bereits mehr Schmetterlinge

Um den Effekt der Massnahmen im Programm Labiola zu messen, wurde der Labiola-Indikator entwickelt (siehe Kasten). Dieser dokumentiert die Wirkung der Fördermassnahmen für die Tagfalter und Brutvögel. Die beiden Tiergruppen stehen stellvertretend für viele andere Arten im Kulturland, die von einer naturnahen Bewirtschaftung profitieren.

Im Programm Labiola werden magere Wiesen und Weiden gezielt mit Strukturen aufgewertet und so bewirtschaftet, dass Tagfalter und viele weitere Tierarten optimale Lebensbedingungen vorfinden. Es erstaunt deshalb nicht, dass in den Landschaften mit den grössten Anteilen an Labiola-Flächen – besonders auch in und um Naturschutzgebiete – rund doppelt so viele Schmetterlingsarten vorkommen wie in den Gebieten mit wenigen oder keinen Labiola-Flächen.

Die Ergebnisse der Labiola-Erfolgskontrolle zeigen auch, dass die Artenvielfalt der Schmetterlinge gesteigert werden kann, wenn die Nutzungs- und Strukturvielfalt vergrössert wird. Auf Wiesen mit geringer botanischer Qualität kann die Dichte der untersuchten Tagfalter beispielsweise um das Vierfache gesteigert werden, wenn Vernetzungsmassnahmen wie Rückzugsstreifen, gestaffelter Schnitt und schonende Mähtechnik zur Anwendung kommen.

«Die regelmässige Beratung der bereits über 1500 Bauernfamilien im Programm Labiola ist der Schlüssel zum Erfolg.»

Markus Dieth, Aargauer Landwirtschaftsdirektor

Flächen wurden mehr als verdoppelt

In den vergangenen 15 Jahren wurde die Lebensraumvernetzung im Aargauer Kulturland deutlich ausgedehnt und verdichtet. Die Flächen mit Bewirtschaftungsvertrag nahmen seit 2003 um rund 4000 Hektaren zu. Der grösste Teil der heute rund 6800 Hektaren Vertragsflächen sind Wiesen und Weiden, die bereits seit vielen Jahrzehnten extensiv bewirtschaftet werden. Mit der Aufnahme ins Programm Labiola konnten die Lebensraumqualitäten dieser Flächen gesteigert werden.

Die Ergebnisse der Labiola-Erfolgskontrolle zeigen, dass bisher vor allem anpassungsfähigere Arten profitieren. Am meisten gefährdet sind weiterhin Arten mit ganz besonderen Ansprüchen an ihren Lebensraum, wie beispielsweise der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling oder Brutvögel wie die Feldlerche und der Neuntöter. Diese und weitere seltene Arten sind auf besondere Fördermassnahmen an­gewiesen, die im Rahmen der kantonalen Mehrjahresprogramme Naturschutz umgesetzt werden.

Die Beratung macht den Unterschied

Das Erfolgsrezept im Programm Labiola ist die Zusammenarbeit zwischen Beratung und Praxis. Landwirtschaftsdirektor und Regierungsrat Markus Dieth ist überzeugt: «Die regelmässige Beratung der bereits über 1500 Bauernfamilien im Programm Labiola ist der Schlüssel zum Erfolg. In der Biodiversitätsförderung wollen wir im Kanton Aargau noch besser werden. Die Lebensräume der Tiere und Pflanzen im Kulturland werden deshalb standortangepasst bewirtschaftet und gezielt aufgewertet.»

So wird Erfolg gemessen

Der Labiola-Indikator misst die Wirkung der Biodiversitätsförderflächen und der Vernetzungsmassnahmen im Aargau, basierend auf Erhebungen der Tagfalter und Brutvögel. Der Indikator baut auf dem kantonalen Biodiversitätsmonitoring «Langfristüberwachung der Artenvielfalt in der normal genutzten Landschaft des Kantons Aargau» (Lanag) auf. Neben den regelmässig im Kanton verteilten Lanag-Untersuchungsflächen werden Erhebungen in Gebieten mit einem hohen Anteil an Labiola-Vertragsflächen durchgeführt. So kann die Wirkung mit rund 70 Untersuchungsflächen von je einem Quadratkilometer über den ganzen Kanton hinweg aufgezeigt werden. 

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