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Japankäfer und Asiatische Hornisse: St. Gallen bereitet Massnahmen gegen invasive Schädlinge vor

Nach zehn Funden im Raum Buchs klärt der Kanton St. Gallen das Befallsausmass ab; Betriebe sollen Frassschäden des Japankäfers melden, Imker Hornissen und Nester fotografieren.

Bereits vor rund einem Monat ist im Raum Buchs SG, nahe der Autobahn, ein toter Japankäfer gefunden worden. Daraufhin stellte man in näherem Umkreis zum Fundort Fallen auf, um zu prüfen, ob es sich um einen Einzelfund oder einen potenziell grösseren Befall handelt.

Kürzlich berichtete der Kanton St. Gallen nun in einer Medienmitteilung über weitere neun lebende Exemplare, die in den aufgestellten Fallen sowohl auf Schweizer Seite als auch auf dem Gebiet des Fürstentums Liechtenstein gefunden wurden. Aktuell gehe es um die Abklärung des Befallsausmasses und um allfällige Bekämpfungsmassnahmen, wie der Kanton berichtet.

Bruno Inauen, Leiter des St. Galler Landwirtschaftsamtes, erklärt dazu: «Wir haben insgesamt 10 Käfer gefunden, womit die Chance steigt, dass die sich bildende Population noch getilgt werden kann. Wir sind deshalb daran, die Massnahmen für die Tilgungsstrategie vorzubereiten, um einer dauerhaften Etablierung des Käfers zuvorzukommen.»

Gemüse-, Obst- und Weinbau am stärksten betroffen

Was bedeutet es für die Landwirtschaft vor Ort, wenn die Verbreitung dennoch voranschreitet? Im momentan betroffenen Gebiet rund um Buchs, wie auch im Land Liechtenstein, gebe es Spezialbetriebe wie beispielsweise Baumschulen oder auch Rasenproduzenten, die betroffen sein könnten. Burno Inauen führt weiter aus: «Der Japankäfer ist jedoch bekanntlich nicht heikel in seiner Nahrungsmittelsuche. Daher befürchten wir für die Gemüseproduzentinnen und -produzenten, den Obst- und Weinbau die stärkste Betroffenheit.»

Beobachtete Frassschäden unverzüglich melden

Momentan können noch keine Aussagen über allfällige Massnahmen oder Einschränkungen für die Betriebe getroffen werden. Diese werden erst Ende der Woche mit dem Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst besprochen und bekannt gegeben.

Dennoch rät Bruno Inauen den Landwirtinnen und Landwirten im betroffenen Gebiet dazu, direkt Meldung an den kantonalen Pflanzenschutzdienst zu machen, falls sie Frassschäden beobachten. Der Käfer fliegt bis rund Ende September und aktuell liegt der Fokus darauf, ihm wenig Möglichkeiten für die Eiablage zu bieten. «Hier kommt uns die Trockenheit für einmal entgegen, da der Käfer feuchte Flächen bevorzugt», erklärt Inauen. 

Japankäfer

Der gebietsfremde Japankäfer kann grosse Schäden an Pflanzen, Bäumen, Grünflächen, Reben sowie landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen anrichten. 

Oft bleiben nur die Gerippe der Blätter zurück, die Pflanze wird stark geschwächt oder stirbt sogar ab. Die Larven des Käfers schädigen Wiesen und Rasenflächen, indem sie die Graswurzeln fressen. Das führt dazu, dass die Pflanzen absterben und der Rasen braun wird. Der Japankäfer ist in der Schweiz melde- und bekämpfungspflichtig. Quelle: Kanton St. Gallen

Asiatische Hornisse breitet sich ebenfalls weiter aus

Auch die voranschreitende Ausbreitung der Asiatischen Hornisse beschäftigt den Kanton St. Gallen. In den vergangenen Tagen und Wochen wurden mehrere Tiere gemeldet. Zudem konnten bereits zwei Nester in Balgach und der Stadt St. Gallen entdeckt und entfernt werden, wie der Kanton in einer Medienmitteilung berichtet.

Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei ruft die Bevölkerung dazu auf, verdächtige Hornissen und Nester zu melden. Frühzeitige Hinweise sind entscheidend, um die Ausbreitung der invasiven Art einzudämmen.

Sichtungen von Einzeltieren und Nestern der Asiatischen Hornisse sollen gemeldet werden.(Bild: Henk Wallays)

Primär- und Sekundärnester ausfindig machen

Bruno Inauen ordnet ein: «Das Ziel ist aktuell, allfällige Primär- und Sekundärnester der Hornisse ausfindig zu machen und zu eliminieren, die Tilgungsstrategie wird hier vermutlich ziemlich rasch in eine Eindämmungsstrategie münden, das zeigt die Häufung der Funde.»

Zurzeit befinden sich die Insekten in einer entscheidenden Phase: Die Völker ziehen von ihren gut sichtbaren Primärnestern in deutlich grössere Sekundärnester um, die meist hoch in Baumkronen liegen und nur schwer zu finden sind. Je früher ein Nest entdeckt wird, desto grösser ist die Chance, die weitere Ausbreitung wirksam zu verlangsamen, wie der Kanton St. Gallen informiert. 

Sichtungen über Onlineportal melden

Jede Imkerin und jeder Imker sei angehalten, Sichtungen der Asiatischen Hornisse zu melden. Auch die restliche Bevölkerung könne einen entscheidenden Beitrag leisten, denn die Asiatische Hornisse ist an ihrem fast vollständig schwarzen Körper mit einer orange-gelben Hinterleibsspitze und den auffallend gelben Beinen gut zu erkennen.

Verdächtige Tiere oder Nester sollten fotografiert und mit einer möglichst genauen Ortsangabe über das Onlineportal www.asiatischehornisse.ch gemeldet werden. Selbst entfernt werden dürfen die Nester nicht. Dies obliegt Fachpersonen.   

Asiatische Hornisse

Die Asiatische Hornisse breitet sich seit einigen Jahren vom Westen der Schweiz Richtung Ostschweiz aus. Sie jagt Honigbienen, Wildbienen und zahlreiche weitere Insektenarten. Dadurch kann sie die Biodiversität beeinträchtigen und Schäden in der Landwirtschaft verursachen. Für den Menschen ist sie grundsätzlich nicht gefährlicher als die einheimische Hornisse.

Zur Aufzucht ihrer Brut benötigt sie grosse Mengen an Nahrung und kann ganze Bienenvölker erheblich schwächen oder zerstören. Im Herbst können aus einem einzigen Nest bis zu 600 Jungköniginnen ausschwärmen und im folgenden Jahr neue Völker gründen. In stark besiedelten Gebieten sind mehr als zehn Sekundärnester pro Quadratkilometer möglich. Quelle: Kanton St. Gallen

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