«Überprüfe deinen Einkaufskorb», genau das bezweckt die Wanderausstellung «Clever» der Stiftung Biovision. Diese war kürzlich im Medienzentrum der Pädagogischen Hochschule Luzern (PH Luzern) zu erleben.
Den Einkaufskorb füllen
Über 100 Produkte aus dem Schweizer Detailhandel wurden vom Clever-Team auf ihre Umwelt- und Sozialverträglichkeit hin überprüft. In einem fiktiven Supermarkt kann man sich in die persönliche Einkaufssituation hineinversetzen, sich selbstständig durch den Labeldschungel kämpfen oder einfach nur einkaufen. Die Besucher können als Konsumenten an der Ausstellung aus diesen 100 Produkten auswählen und so ihren Einkaufskorb mit ihren Vorlieben füllen.
Was allerdings dahintersteckt, beziehungsweise wie umweltschädigend die gewählten Produkte sind, erfährt man an der Kasse. Dank dem Spinnendiagramm erfährt man direkt nach dem Einscannen des Produkts, welche Werte von eins bis sechs erreicht wurden. Je mehr Punkte, desto ökologischer und sozialer sind die Produkte.
Konsum in der Bildung
Das Spinnendiagramm ist in sechs Bewertungskriterien eingeteilt: Klima, Verschmutzung, Ressourcenverbrauch, Biodiversität, Sozialverträglichkeit, Tierhaltung und Lebensgrundlage. «Konsum ist ein sehr anspruchsvolles Thema in der Bildung, weil es viele Zielkonflikte gibt», ist sich Claudia Wespi, Fachleiterin Wirtschaft-Arbeit-Haushalt an der PH Luzern, sicher. Durch die Ausstellung sollen sich Schülerinnen und Schüler sowie auch Erwachsene in eine alltägliche und handlungsorientierte Situation hineinversetzen.
Die Auswertung und der allfällige Schock folgt erst an der Kasse. Das Clever-Team hat alle Barcodes der Produkte in ihrem System eingetragen und anstelle einer üblichen Quittung mit den Preisen folgt das Spinnendiagramm. Das ermöglicht den direkten Vergleich zwischen den Produkten.
Aha-Erlebnisse garantiert
Spannend wird es zudem, wenn zwei gleiche Lebensmittel von verschiedenen Labels verglichen werden. So die konventionelle Butter und die Biobutter. Letztere schneidet besser ab bei der Biodiversität, Sozialverträglichkeit und Tierhaltung. Das zeigte sich dann beim unterschiedlichen Spinnendiagramm. Allerdings schneidet Margarine mit Palmöl noch deutlich schlechter ab als herkömmliche Butter. Die Bewertung der Produkte mit dem Spinnendiagramm führte bei vielen jungen Studenten zu einigen Aha-Erlebnissen. So meinte Lorena Kenel, Studentin der PH Luzern: «Ich kaufe in Zukunft nur noch Biobutter.» Die Rückmeldungen der Studentinnen zur Ausstellung an der PH Luzern waren sehr positiv.
Die fünf goldenen Einkaufsregeln
Das Hauptziel von Biovision ist die Information und Sensibilisierung der Schweizer Bevölkerung über den grossen Einfluss des Konsumverhaltens von jedem einzelnen auf die gesamte Gesundheit von Menschen und der Umwelt.
Biovision wünscht sich eine Veränderung des Einkaufsverhaltens dank der fünf Konsumregeln:.
1. Weniger ist mehr! Kaufen Sie, was Sie wirklich brauchen.
2. Essen Sie regelmässig vegetarisch.
3. Kaufen Sie saisongerecht und regional ein.
4. Wählen Sie Produkte mit nachhaltigen Labels wie Bio oder Fairtrade.
5. Meiden Sie Produkte mit Palmöl.
Regionalität und Tierhaltung wichtig
Ich ernähre mich vegetarisch. Beim Kauf von Eiern und Milch achte ich besonders auf die Regionalität und die Tierhaltung. Mir ist es wichtig, dass die Legehühner Auslauf haben und ihnen so ein artgerechtes Leben ermöglicht wird. Ich achte mich wieder mehr auf einen gemässigten und bewussten Konsum.

Mehr Acht auf die Saisonalität geben
Zukünftig möchte ich, vor allem wenn es keinen grossen preislichen Unterschied gibt, mehr Produkte kaufen, die nachhaltig produziert werden. Und auch mehr saisonales Gemüse und saisonale Früchte kaufen, um die langen Importwege vermeiden zu können. Ich kaufe wenn möglich Schweizer Produkte.

Rilana Graber, Studentin PH Luzern
Lieber weniger im Korb, dafür vertretbar
Der Ausstellungsbereich mit dem Einkaufen zeigt in einer alltäglichen Situation, welche Auswirkungen unsere Einkäufe auf die Umwelt haben. Ich kaufe möglichst viel regional ein und schaue auf das Bio-Label. Und ich kaufe in Zukunft nur noch Biobutter, und achte mich viel mehr auf die nachhaltigen Labels.

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Lorena Kenel, Studentin PH Luzern

