Um die 130 Personen folgten am 10. März 2023 der Einladung des Glarner Bauernverbandes zur ordentlichen Hauptversammlung. Überwältigt vom Aufmarsch und Verbandsinteresse zeigte sich Urs Schneider vom Schweizer Bauernverband. «Eine Versammlung beim Glarner Bauernverband ist jedes Mal ein Erlebnis», freute sich der Ende Jahr in den Ruhestand tretende Schneider.

Engagierter Präsident
Nebst der Wolfsproblematik war der Abend geprägt von lobenden und dankenden Worten für die Absolventen landwirtschaftlicher Aus- und Weiterbildungen, die gesamte Glarner Landwirtschaft und den engagierten Präsidenten Fritz Waldvogel. Dieser zeigte sich erfreut, dass viele junge Landwirte und Bäuerinnen anwesend waren.
«Mit der Richtung, welche das Parlament in Bern mit der AP 22+ eingeschlagen hat, hoffe ich, dass die Vernunft auch in der Politik angekommen ist.»
Fritz Waldvogel, Präsident Glarner Bauernverband
Er machte auf die Wichtigkeit der Öffentlichkeitsarbeit aufmerksam, wie beispielsweise bei der Glarner Messe via Agrotourismus oder Schule auf dem Bauernhof. Dazu bedankte er sich bei den Bäuerinnen und Bauern, die sich für das Image der Landwirtschaft einsetzen und den wichtigen Austausch mit der Bevölkerung pflegen.
Wolf verursachte hohe Kosten
Adelina Tschudi von der Geschäftsstelle präsentierte im Anschluss die nicht ganz erfreulichen Zahlen, die bei der Jahresrechnung des Bauerverbandes unter anderem auf Rücklauf bei den Versicherungen, Stellenwechsel oder Kosten im Bezug zum Thema Wolf zurückzuführen sind. «Wir sind da nicht blauäugig. Vor allem beim Wolf wissen wir nicht, was noch auf uns zukommt» sagte Waldvogel im Anschluss an die Budgetpräsentation.

Hans Peter Hauser, der sich jahrelang in der Bildungskommission engagierte, erhielt für seine Arbeit vom Vorstand ein besonderes Geschenk: einen Bungee-Jumping-Gutschein. Von den Absolventen landwirtschaftlicher Aus- und Weiterbildung waren zehn anwesend und konnten Gratulationen und herzlichen Applaus entgegennehmen.
Leistungen anerkennen
Für die Informationen aus der Abteilung Landwirtschaft ergriff Regierungsrätin Marianne Lienhard das Wort. Sie stellte die Ernährungssicherheit ins Zentrum.
«Sich anhören zu müssen, dass gewisse Leistungen der Landwirtschaft nicht gewürdigt oder gar kritisiert werden, hinterlässt bei mir Kopfschütteln.»
Marianne Lienhard, Glarner Regierungsrätin
Lob und Dank durften die Anwesenden von Giochen Baerth, Kantonstierarzt Glarus und Graubünden, entgegennehmen. Er bezeichnete die Glarner Bauern als pflichtbewusste Landwirte, die trotz wachsenden Anforderungen bei Kontrollen sehr gut abschneiden. Nebst den aktuellen Informationen zur Seuchenlage erläuterte er die tierärztliche Versorgung der Nutztiere im Kanton. Neu gibt es nebst Glarovet AG in Netstal die Tierarztpraxis Grecovet in Schwanden.
Beim Wolf auf alles gefasst sein
Für die Rehkitzrettung Glarnerland, eine Organisation in der sich der Glarner Jagdverein, Glarner Tierschutz und viele Freiwillige engagieren, trat auch Markus Wigger vor. Er informierte auch über Drohneneinsätze mit der wichtigen Botschaft: «Rehkitzrettungen kosten nichts, die Arbeitsgruppe und Drohnenpiloten arbeiten ehrenamtlich und stehen euch aus Interesse und Freude zur Verfügung».
Allgegenwärtig war das Thema Wolf, auf das auch mittels grossem Plakat an der Wand erinnert wurde. Mit besorgtem Blick auf die bald beginnende Weidesaison bedankte sich Fritz Waldvogel bei der Fachkommission Grossraubtiere: «Diese Arbeit ist keine einfache Aufgabe, man muss auf alles gefasst sein.»

