Die Fenaco bezieht Düngemittel hauptsächlich aus Europa. Normalerweise dient für den Import der Rhein als Hauptverkehrsader. Aktuell liegt der Rheinpegel bei Kaub (D) durch die kürzlichen Regenfälle wieder etwas höher, aber damit sich die Rheinschifffahrt wieder normalisiert, braucht es noch deutlich mehr Regen. «Durch die Trockenheit musste die Schifffahrt eingestellt werden und kommt jetzt nur sehr langsam und eingeschränkt wieder zum Laufen», informiert Bendicht Keller, Geschäftsführer von Landor.
Die Fenaco verlegte deshalb einen Teil der Warenströme auf die Schiene. Die Warenkette so zu gewährleisten sei allerdings nicht ganz einfach, da aktuell ganz Europa auf den Gütertransport via Schiene und Lastwagen ausweicht, erklärt Keller.
Verfügbarkeit gewährleistet?
Mit einem Engpass muss momentan aber nicht gerechnet werden, beruhigt der Landor-Geschäftsleiter: «Die Verfügbarkeit ist aktuell gewährleistet.» Dabei hilft, dass wegen des Vorbezugssystems aktuell die meisten Auslieferungen nicht dringend sind und noch einige Wochen nach hinten geschoben werden können. «Deshalb haben wir einzelne Produkte in Gent/Antwerpen (BE) eingelagert, um sie später per Schiff zu importieren», erklärt Bendicht Keller. Dafür muss allerdings ein Lagergeld bezahlt werden.
Der grösste Teil des im Vorbezug verkauften Düngers wird erst etwa von Februar bis Mai 2027 auf den Feldern gestreut. Erst bei einer länger anhaltenden Trockenheit könnte eine Freigabe von Pflichtlagern, die im Auftrag des Bundes angelegt sind, nötig werden, wie dies 2018 der Fall war.
Lagerkapazitäten erweitert
Die Fenaco hat in den letzten Jahren massiv in die Erweiterung ihrer Lager investiert und die Bahninfrastruktur im Basler Auhafen ausgebaut. «Dank unseren Lagerkapazitäten im Auhafen konnten wir bisher einen Grossteil der höheren Frachtkosten vermeiden», informiert Benedicht Keller.
Höhere Kosten?
Mit steigenden Kosten sei trotzdem zu rechnen. Die Logistik per Bahn ist viel aufwendiger und darum teurer als per Schiff. Die erhöhte Nachfrage nach alternativen Kapazitäten auf Schiene und Strasse führt zu zusätzlich steigenden Preisen. Dort, wo Einlagerungen nötig sind, ist zudem ein Lagergeld zu entrichten. «Wir versuchen den Preisanstieg als Agrargenossenschaft für die Landwirtinnen und Landwirte so weit wie möglich abzufedern», sagt Keller.
Damit es nicht mehr zu einer Unschiffbarkeit des Rheins kommt, verfolgt Deutschland seit vielen Jahren das Projekt, den Rhein an der besonders kritischen Stelle bei Kaub abzusenken. Doch das Vorhaben stockt.

