Silage- und Stretchfolien gehören auf vielen Landwirtschaftsbetrieben zum Alltag. Nach ihrem Einsatz stellt sich jedoch die Frage: Wohin damit? Statt die Kunststoffe über den Kehricht zu entsorgen, können sie separat gesammelt und dem Recycling zugeführt werden. Damit dies möglichst einfach funktioniert, braucht es regionale Sammelmöglichkeiten. Wie das in der Praxis gelingen kann, zeigt der Maschinenring Zuger Berggebiet, der seit 25 Jahren Agrarfolien sammelt.
Pragmatische Lösungen statt grosser Investitionen
Seit der Saison 2021/2022 ist der Maschinenring Sammelpartner von ERDE Schweiz, einem Rücknahme- und Recyclingsystem für Agrarkunststoffe. Geschäftsführer Fredy Abächerli setzt dabei auf einen pragmatischen Ansatz: Für eine funktionierende Sammlung braucht es nicht zwingend eine neue Infrastruktur. Bestehende Ressourcen können genutzt und die Sammelmodelle an die regionalen Gegebenheiten angepasst werden.
Abächerli kombiniert dafür drei Sammelmodelle: An Sammeltagen bringen Landwirtinnen und Landwirte ihre Folien zu einem Lohnunternehmer mit Ballenpresse. Eine weitere Sammelmöglichkeit bietet ein Landwirt mit freiem Hochsilo. Für abgelegenere Betriebe organisiert der Maschinenring Sammeltouren mit dem Kehricht-LKW einer Recyclingfirma.
Dank integrierter Waage kann die abgeholte Menge direkt erfasst werden. An einem Vormittag lassen sich so bei rund 20 Betrieben 8 bis 9 Tonnen Altfolien einsammeln. Anschliessend wird die Ladung zur Innorecycling nach Eschlikon gebracht.
Abächerli bringt seinen Ansatz auf den Punkt: «Als Macher suchen wir nicht nach Problemen, sondern nach sinnvollen Lösungen.»

Bis zu 80 Tonnen mit wenig Büroaufwand
Jährlich sammelt der Maschinenring rund 50 bis 80 Tonnen Agrarfolien. Der administrative Aufwand bleibt überschaubar: Für Kommunikation, Organisation und Dokumentation fallen insgesamt etwa 15 bis 20 Bürostunden pro Jahr an. Informiert werden die Betriebe über das Anbieterverzeichnis, Newsletter, Rundmails und direkte Einladungen. Einen zusätzlichen Schub erhielt die Sammlung durch die höhere Unterstützung des kantonalen Landwirtschaftsamts. Seither hat sich die Sammelmenge laut Abächerli verdoppelt.
Gute Organisation und ein attraktiver Preis
Für Abächerli sind zwei Faktoren entscheidend: «Die Organisation der Sammeltage muss gut funktionieren und der Entsorgungspreis sollte sicher günstiger als für Kehricht sein. So machen die Bauern längerfristig gerne mit.» Auch das Bewusstsein sei vorhanden: «Viele Bauern denken in Kreisläufen.»

Die Zusammenarbeit mit ERDE Schweiz trägt ebenfalls zum Erfolg bei. Durch die Rückvergütung aus dem System kann der Maschinenring den Sammelpreis für die Betriebe attraktiver gestalten. Für Abächerli ist klar: «Bei vielen Bauern und besonders bei Konsumenten und Konsumentinnen kommt die Wiederverwertung von Agrarfolien zu neuen Recyclingprodukten sehr gut an. Dazu ist ERDE Schweiz mit seinem System ein verlässlicher Partner.»
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Über ERDE Schweiz
ERDE Schweiz ist ein Rücknahme- und Recyclingsystem für Siloballenfolien, Netze und Garne in der Schweiz, das aktiv zu nachhaltiger Agrarwirtschaft in der Futtermittelproduktion beiträgt. Der unabhängige Verein ERDE Schweiz ist zusammengesetzt aus Herstellern, Händlern, Entsorgern und Partnerverbänden. Als Systembetreiber kooperiert die RIGK GmbH mit ERDE Schweiz und übernimmt die Akquise und Vertragsabwicklung sowie die Unterstützung bei den Sammlungen durch Tipps und Tricks.

