Ein Landwirt hat sich nach mehreren Vorüberlegungen dazu entschieden, in einen Mistroboter zu investieren. In seinem bestehenden Laufstall für Milchkühe möchte er neu einen Mistroboter einsetzen. Auf was sollte er bei der Planung, der Anschaffung und beim Einsatz achten?
Voraussetzungen im Stall sind besonders wichtig
«Durch den Mistroboter verlagert sich die körperlich anstrengende und manchmal auch unangenehme Arbeit in eine mehr steuernde, planende und kontrollierende Tätigkeit. Nur noch Ecken und Bereiche mit vielen Stützen müssen von Hand gereinigt werden», sagt Matthias Schick von der Schick Swiss Consulting GmbH.
Damit ein Mistroboter im Alltag zuverlässig funktioniert, sind die Voraussetzungen im Stall besonders wichtig. Das bedeutet unter anderem:
- Keine vorstehenden Kanten und Ecken im Stall und auf dem Laufhof.
- Übergänge mit Höhenunterschieden (z. B. durch eine Gummimatte im Zwischengang) anschrägen.
- Gute Routenplanung: Mistroboter sollte nicht in Betrieb sein, wenn viel Bewegung im Stall ist (Futtervorlage, Nachtreiben zum Melkstand oder -roboter, Tierarzt- oder Besamerbesuch).
«Störungen kann man am besten mit guter Planung, viel Kontrollen und dem Wegräumen von Hindernissen begegnen», so Schick. Um Ausfällen vorzubeugen, sind eine gute Wartung und mindestens zweimal jährlich ein Service notwendig. Genügend Zeit sollte vor allem in die Routenplanung und in die Kontrolle investiert werden.

«Mit der Versicherung abklären, welche Schäden gedeckt sind.»
Matthias Schick, Berater
Technikbegeisterte Person übernimmt die Verantwortung
«Am besten ist es, wenn eine technikbegeisterte Person auf dem Betrieb die Verantwortung übernimmt und die App des Roboters immer bei sich hat», sagt Matthias Schick.
Auch empfiehlt es sich, eine Stellvertretung zu schulen, die den Roboter und die Technik gut kennt. Als weiteres Hilfsmittel kann eine Stallkamera eingesetzt werden, mit welcher nicht nur die Kühe, sondern auch der Mistroboter beobachtet werden kann.
«Der häufigste Fehler beim Mistroboter ist der Gedanke: ‹Jetzt läuft alles automatisch und ich muss nichts mehr tun›. Der Mistroboter hat kein Superhirn und er verfügt heutzutage auch (noch) nicht über viel Intelligenz. Das wird sich aber im Rahmen von KI bald ändern», schlussfolgert Schick.
Das Beispiel «Mistroboter» zeigt, wie wichtig Planung, Organisation und Kontrolle für den erfolgreichen Einsatz eines automatisierten Systems im Stallalltag sind. Auch für andere automatisierte Systeme wie Fütterungs- oder Melkroboter sind entsprechende Vorüberlegungen entscheidend.
Schritt für Schritt zum Mistroboter
Welche Aspekte sollten bei der Planung, der Anschaffung und beim Einsatz eines Mistroboters beachtet werden? Voraussetzungen im Stall - Platzierung der Parkstation und Abwurföffnungen festlegen: Hierbei ist insbesondere auf Betriebssicherheit und den Unfallschutz zu achten (Absturzschutz). - Strom- und Wasseranschluss für den Roboter sicherstellen: Hierbei ist insbesondere auf den Frostschutz und die vorschriftsgemässe Installation der Einrichtungen zu achten. - Hindernisse:Wie Kanten, Stützen, Engpässe, Stufen oder Höhenunterschiede beachten. Gummimatten bei Übergängen sollten bei den meisten Mistrobotersystemen angeschrägt werden. - Laufgänge: Diese müssen genügend breit sein, damit Tiere ausweichen können. - Bodenbeschaffenheit beachten: Mistroboter können grundsätzlich auf fast allen Böden eingesetzt werden. Allerdings macht es wenig Sinn, einen Sammelroboter auf dem Spaltenboden einzusetzen. Gleichzeitig benötigt ein Schieberoboter regelmässige Abwurfmöglichkeiten beim Abschieben auf planbefestigten Böden. Ansonsten verschmiert dieser den Boden zusätzlich und es besteht erhöhte Rutschgefahr bei geringer Reinigungswirkung. Entmistungskonzept - Schieben und/oder Saugen oder Sammeln: Schiebende Roboter sind etwas einfacher aufgebaut und meist auch kostengünstiger als saugende oder aufnehmende Roboter. Bei planbefestigten Laufflächen ist der Saugroboter etwas im Vorteil. Bei allen Mistrobotersystemen muss ein Konzept für Mistabwürfe erstellt werden. - Wahl der Einstreu: Grosse Mengen von langer Einstreu und Sammelroboter funktionieren zusammen nur bedingt gut. Häckselstroh geht noch, der Einsatz von Kurz- oder Langstroh ist aber mit Vorsicht zu geniessen und bedingt grosses Augenmass bei der Boxenpflege. Je häufiger die Boxenpflege vorgenommen wird und je geringer die Strohmengen sind, die im Laufgang landen, desto besser funktioniert es auch mit dem Mistroboter. Die Entwicklung bei den Herstellern geht aber diesbezüglich vorwärts und es sind zukünftig Verbesserungen zu erwarten. - Sprühfunktion: Die Einsprühfunktion vorne und hinten hat Vorteile für die Reinigungseffizienz, aber auch für die Trittsicherheit und allfällige mögliche Emissionsminderungen. Vorsicht ist im Winter geboten (Frost). Routenplanung - Zeitplanung: Routen können zu festgelegten Zeiten programmiert werden. - Routen so planen, dass der Tierverkehr nicht eingeschränkt wird. Sicherheit - Mitarbeiter und Lernende einführen/schulen; hierbei auch den Besamungstechniker und den Tierarzt nicht vergessen. - Gesetzliche Grundlagen wie z. B. das Anbringen von Warnschildern beachten; allenfalls auch mit der Versicherung Kontakt aufnehmen, um abzuklären, welche durch den Roboter verursachte Schäden gedeckt sind. Regelmässiger Service - Organisation der Wartung beim Kauf abklären (meist über Servicevertrag). - Platz und Zeitfenster für die Wartung im Vorhinein festlegen. - Durchführung der Wartung gemäss Herstellerangaben. - Gummilippen beim Schieber monatlich kontrollieren, nachjustieren und regelmässig austauschen. - Federn der Schieberklappen monatlich kontrollieren und regelmässig austauschen. - Updates der Betriebssoftware und der Bedienungsapps regelmässig durchführen. Quelle: Matthias Schick, Schick Swiss Consulting GmbH

