Jährlich stösst eine Kuh gut 130 kg Methan aus. In Ländern mit viel Vieh, aber wenig Schwerindustrie oder fossiler Energiegewinnung macht das Methan einen grösseren Anteil der Gesamtemissionen aus als andere Treibhausgase. So auch in der Schweiz, wie es im neuen Faktenblatt «Kuh und Klima» des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) steht.
Trotzdem sollte der Beitrag der Wiederkäuer zum Klimawandel im Gesamtkontext gesehen werden. Dies, indem sie das Grasland nutzen, aus welchem Nahrungsmittel erzeugt werden und welches als Kohlenstoffspeicher dem Klimaschutz dient.
Zwei mögliche Strategien für weniger Methanemissionen
Zur Reduktion der Methanemissionen aus der Rinderhaltung werden häufig zwei Ansätze diskutiert:
Reduktion der Tierbestände: insbesondere der Wiederkäuer, aufgrund ihrer verdauungsbedingten Methanbildung
Steigerung der Produktivität pro Tier: intensivere Haltung, um mehr Lebensmittel im Verhältnis zu den Methanemissionen zu erzeugen
Beide Ansätze widersprechen laut Faktenblatt jedoch einer graslandbasierten, nachhaltigen Tierhaltung, wie sie vor allem im Biolandbau verfolgt wird.
Eine generelle Reduktion von Tierzahlen ist für das Schweizer Grasland eher wenig sinnvoll, da jetzt schon zunehmend Tiere fehlen, um Dauergrünland in Bergregionen ausreichend zu nutzen und zu erhalten.
Die Intensivierung über hohe Einzeltierleistungen senkt zwar den Methanausstoss pro Liter Milch, erfordert jedoch grössere Mengen an Kraftfutter. Das stehe wiederum im Widerspruch zur graslandbasierten, biologischen Tierhaltung.
Einschätzung der Massnahmen zur Methanreduzierung
Folgende Ansätze stehen im Biolandbau im Fokus, um den Methanausstoss zu reduzieren:
- Zucht: robustere Tiere, Zweinutzungsrassen und Gebrauchskreuzungen.
- Fütterung anpassen: z. B. pflanzenbasierte Stoffe und Kräuterzusätze verwenden, erlaubten Kraftfutteranteil von 5 % so einsetzen, dass Nährstoffungleichgewichte im Weidefutter ausgeglichen werden können.
- Nutzungsdauer verlängern.
- Weidemanagement optimieren.
- Hofdüngerlagerung und -management verbessern.
Klimaschutz allein reicht nicht aus
Eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht mehr als die Reduktion von Treibhausgasen. Sie muss auch Böden, Wasser und Biodiversität schützen sowie regionale Proteinquellen sichern. Ein zentraler Baustein ist die graslandbasierte Tierhaltung, bei welcher lokale Ressourcen effizient genutzt, Umweltbelastungen reduziert, Kohlenstoff gespeichert und Ernährungssicherheit mit Ökosystemschutz verbunden werden.

