Eingestreute Tiefboxen bieten Kühen und Rindern einen weichen, verformbaren Liegeplatz. Sie sind in der Pflege allerdings etwas aufwändig, da der Landwirt das Stroh alle paar Tage neu in der Boxe verteilen muss. Insbesondere im vorderen Bereich scharren die Tiere das Stroh oft nach hinten, so dass dort keine richtige Matratze entsteht.
Mit Tiefboxen-Kissen scharren die Tiere weniger Stroh weg
Das sogenannte Tiefboxen-Kissen Polsta der Firma Kraiburg in Oberbayern soll hier Abhilfe schaffen.
«Ich brauche weniger Stroh und habe weniger Arbeit», fasst der Landwirt Thomas Signer in Dottenwil bei Nassen SG die Vorteile des Tiefboxen-Kissens zusammen. Er hält im Aufzuchtvertrag 40 Rinder in einem Offenfront-Stall mit Liegeboxen.
Seit er vor einem halben Jahr in den Liegeboxen der älteren Aufzuchtrinder das Tiefboxen-Kissen Polsta angebracht hat, scharren diese das Stroh weniger weg. Denn das weiche Luftpolster regt die Tiere weniger zum Scharren an.
Selbst, wenn sich zeitweise weniger Stroh auf dem Kissen befindet, bleibt dieses weich. Hinzu kommt, dass der Landwirt die Strohmatratze weniger ausgleichen muss als früher, da es im vorderen Bereich nicht mehr zum «Badewannen-Effekt» kommt. Eine «Badewanne» entsteht dann, wenn die Kühe oft dieselbe Liegestellung einnehmen und das Stroh zu einer «Wanne» verdichten.
Da Thomas Signer nur bei der Hälfte der zehn gegenständigen Liegeboxen das Kissen angebracht hat, kann er den Unterschied zu den Boxen ohne Kissen gut feststellen.
Es fällt ihm auf, dass die Tiere seit dem Einbau der Kissen zuerst diese Boxen belegen. Signer führt dies einerseits darauf zurück, dass die Tiere auf dem Kissen angenehmer liegen. Andererseits haben die Rinder auch einen besseren Überblick über den Stall, weil sie auf dem 10 cm hohen Gummi vorne höher stehen.

Die Tiefboxen-Kissen erfüllen die Ansprüche des BTS-Programmes
Die Deutsche Landwirtschaftliche Gesellschaft DLG bescheinigte dem Tiefboxen-Kissen Polsta 2018, dass es die Anforderungen des schweizerischen BTS-Programmes betreffend verformbarer Liegematten für die Tiere der Rinder-Gattung erfüllt.
Bei der Prüfung wurden die Karpal-Gelenke von 100 Kühen auf drei Landwirtschafts-Betrieben begutachtet. Die Karpal-Gelenke der Rinder waren gut behaart, ohne Schwielen und Schürfungen. Dies sind Zeichen dafür, dass die Tiere weich liegen.
Auch die Verformbarkeit und der Verschleiss des Gummis lagen bei der Prüfstands-Dauerbelastung deutlich unter den zulässigen Grenzwerten.
Damit Kühe und Rinder die Boxen gerne annehmen, müssen sie genügend Platz für den Kopfschwung und zum Liegen haben.
Betriebsspiegel Thomas Signer, Dottenwil bei Nassen SG
LN: 10 ha Grünland in der Bergzone 1 Tierbestand: 40 Aufzuchtrinder in vier Gruppen nach Alter gestaffelt. - Einstallalter: 4 bis 5 Monate - Ausstallalter: 25 bis 26 Monate - Sömmerung eines Teils der Rinder. Arbeitskräfte: Betriebsleiter und Frau gehen einem Nebenerwerb nach.
Die Tiefboxen-Kissen lassen sich einfach montieren
Im Stall von Thomas Signer sind die beiden gegenständigen Boxenreihen für die hochträchtigen Rinder zusammen 520 cm lang. Damit haben die Tiere genügend Raum für den Kopfschwung. Die Breite der Boxen beträgt im lichten Mass 125 cm und die Stützen der Boxenbügel befinden sich ausserhalb der Liegefläche, damit sie die Tiere nicht behindern.
Der Landwirt hat die 110 cm breiten und 91 cm langen Kissen mit einfachen Werkzeugen selbst montiert. Die Löcher für die Chromstahl-Schrauben sind vorgegeben und die Schraubenköpfe werden vertieft, damit die Kühe nicht darauf liegen.
Das 10 cm dicke Kissen besteht aus einer Unterschicht mit Lamellen zur Dämpfung der Karpal-Gelenke und einer Oberschicht mit verformbaren Luftpolstern, die der Einstreu Halt geben.
Der Landwirt Thomas Signer benötigt weniger Stroh, er hat weniger Arbeit und seine Kühe liegen angenehm: Das ist ihm den Preis von 130 Franken pro Stück wert.


