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Schweizer Schweine brauchen 30 000 Tonnen weniger Futter

Der Zuchtradar 2025 der Suisag liefert Zahlen zu Zucht und Besamung. Der KB-Anteil auf den Betrieben beträgt 92 Prozent. Potenzial gibt es bei der Wurfleistung.

In den letzten 20 Jahren ist der Futterverbrauch pro Mastschwein um bis zu 12 kg gesunken. Dies dank besserer Zucht und besserem Management. Aktuelle Zahlen und Fakten über Zucht und Besamung liefert der kürzlich publizierte Zucht- sowie der Spermaradar 2025 der Suisag.

30 000 Tonnen weniger Futter

Ein zentraler Erfolgsfaktor der heutigen Schweineproduktion ist die Futtereffizienz. Der Zuchtradar zeigt, wie sich die Futterverwertung der Schweizer Vaterlinien (VL) Premo (Edelschwein Vaterlinie, ESV), Swiss Duroc und Swiss Piétrain kontinuierlich verbessert hat. Rechnet man den in den letzten 20 Jahren erreichten Zuchtfortschritt grob auf 2,5 Millionen Schlachtschweine pro Jahr um, benötige man heute rund 30 000 Tonnen Futter weniger für die Mast dieser Schweine, so die Suisag.

Die Entwicklung sei das Resultat konsequenter züchterischer Arbeit und einer gezielten Gewichtung von Effizienzmerkmalen im Zuchtziel. Gerade vor dem Hintergrund steigender Futterkosten und wachsender Anforderungen an Nachhaltigkeit leistet die Schweizer Genetik damit einen wichtigen Beitrag zu einer wirtschaftlichen und ressourcenschonenden Schweineproduktion.

2025 erreichten die drei Vaterlinienrassen (VL) an der Vollgeschwisterprüfung in Sempach eine Futterwertung (kg/kg) zwischen 2,35 und 2,59.

Über 480 000 Samendosen an die Betriebe

Der Absatz von Mutterliniensperma ist 2025 gegenüber dem Vorjahr etwas gesunken. Der Verkauf von VL-Sperma blieb praktisch unverändert. Mit einem KB-Anteil von 92 % ist die künstliche Besamung heute Standard.

Die Suisag liefert jährlich über 480 000 Blister. Über die Zuchtzuschläge auf die Spermablister trage der Spermaverkauf direkt und bedeutend zur Finanzierung der ML- sowie VL-Zuchtprogramme bei. Der Verkauf von Jungsauen aus deutschen und belgischen Vermehrungsbetrieben ist 2025 leicht gesunken.

Die Suisag generiert Lizenzeinnahmen aus dem Verkauf von Sperma und Jungsauen und diese Einnahmen aus dem Ausland seien wichtig zur Finanzierung des ML-Zuchtprogramms. In der Schweizer Landrasse Zucht und Erzeugung von F1-Jungsauen mit SL-Ebern hat der Natursprung mit nur 6 % fast keine Bedeutung mehr.

Dagegen sind bei Edelschwein-Ebern weiterhin rund 23 % aller Sprünge Natursprung. «Die eingesetzten Natursprungeber haben deutlich tiefere Zuchtwerte als die Edelschwein-KB‑Eber und erzeugen somit züchterisch schwächere Jungsauen», so die Suisag. Ziel ist, dass zukünftig über 90 % aller Jungsauen Mutterlinien KB-Eber als Väter haben.

Wichtige Resistenz gegen E. coli F18

Schweizer Edelschwein, Schweizer Landrasse und Premo-KB-Eber sind alle reinerbig E. coli F18-resistent. Auch bei Piétrain habe man ein gutes Angebot reinerbig resistenter Eber.

Beim Duroc werden seit Anfang 2025 männliche und weibliche Zuchtferkel genotypisiert, so dass der CF18 Genotyp bei KB-Eberankauf beachtet werden kann. Ab 2026 werden keine CF18 = G/G-Eber mehr angekauft und CF18 = A/A-Eber werden bevorzugt.

Die Anzahl von reinerbig resistenten Duroc KB-Ebern (CF18 = A/A) wird daher von aktuell etwa 50 % in den nächsten Jahren kontinuierlich ansteigen. Praktisch alle Vaterlinien Eber sind inzwischen reinerbig E. coli F4-resistent (CF4 = R/R). Im letzten Jahr konnte bei der E. coli-F4-Resistenz weiterer Fortschritt bei der Schweizer Landrasse erreicht werden.

Es werden keine CF4 = S/S Eberferkel mehr in die Eberaufzucht eingestallt. Bei den beiden Mutterlinien wurden 2025 wie geplant 36 Eber pro Rasse in die KB-Station eingestallt und davon sind rund 90 % in die Spermaproduktion gekommen. «Den Kunden stand somit im Jahresverlauf eine grosse Auswahl neuer Mutterlinien KB‑Eber zur Verfügung», freut sich das Unternehmen mit Sitz in Sempach.

Schweizer Schweine brauchen 30 000 Tonnen weniger Futter
Potenzial: 30 abgesetzte Ferkel je Sau und Jahr im Schweizer Durchschnitt seien ein erreichbares und auch vernünftiges Ziel.

Schweizer Duroc ist eigenständig

Im Duroc wurde im Herbst eine genomisch optimierte Zuchtwertschätzung (ZWS) in Betrieb genommen. 2025 erfolgten bei der Rasse die letzten Besamungen mit kanadischem TG-Sperma. Die Suisag wird keine ausländische Genetik mehr in die hiesige Duroc-Zucht einbringen.

Schweizer Duroc kann inzwischen eigenständig gezüchtet werden, weil jährlich genügend neue Duroc KB-Eber als Väter verfügbar sind und die Anzahl Herdebuchsauen deutlich gestiegen ist. Weiter werden mit der genomischen ZWS nun auch die modernsten Selektionsmethoden genutzt. Per Ende 2025 waren über alle Rassen 609 männliche und 9573 weibliche Tiere im Suisag-Herdebuch aufgeführt. 135 Betriebe, die durchschnittlich 71 Sauen halten, arbeiten so eng mit der Suisag zusammen.

Luft nach oben bei der Wurfleistung

Die allermeisten Merkmale entwickelten sich im Berichtsjahr positiv oder waren zumindest stabil, so die Suisag. Daher habe die Fachkommission Zucht nur sehr geringfügige Anpassungen im Zuchtziel 2026 gemacht.

Potenzial sieht die Suisag noch in der Reproduktion. Um die 28 Ferkel werden pro Sau und Jahr aktuell durchschnittlich abgesetzt. Beim Edelschwein leicht mehr als bei der Landrasse. Die Wurfleistungen in der Schweizer Sauenhaltung müssen in den nächsten Jahren steigen, auch im europäischen Vergleich.

«30 abgesetzte Ferkel je Sau und Jahr im Schweizer Durchschnitt sind ein erreichbares und auch vernünftiges Ziel», findet die Suisag. Die züchterischen Massnahmen, um dieses Ziel zu erreichen wurden vor wenigen Jahren eingeführt und würden fortgesetzt. Aber auch das Besamungs- und Wurfmanagement in den Schweizer Betrieben müsse sich weiter verbessern.

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