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Schweine brauchen ein striktes Hygienemanagement

Das Schwein ist empfänglicher für Krankheitskeime als etwa Rindvieh. Sauberkeit allein genügt deshalb nicht. Ein striktes Hygienemanagement lohnt sich also besonders. Der Schweinegesundheitsdienst hat Richtlinien dafür.

Das Schwein ist vergleichsweise ein empfindliches Wesen. Um Tiere vor möglichen Krankheiten zu schützen, ist der Betriebshygiene höchste Beachtung zu schenken. Die Richtlinien und Empfehlungen des Schweinegesundheitsdienstes (SGD) der Suisag mögen bei einem Betriebsbesuch pingelig erscheinen, bringen es aber gut auf den Punkt. Ziel einer guten Betriebshygiene ist demnach, dass:

  • keine Krankheitserreger in den Betrieb eingeschleppt werden,
  • die Keimausbreitung innerhalb des Betriebes minimiert wird und
  • der Erregerdruck im Bestand durch geeignete Massnahmen gesenkt werden kann.

Der Katalog ist lang

Zu den verbindlichen Hygienemassnahmen für SGD-Betriebe gehört etwa, dass der Betrieb möglichst gegen das Eindringen von Personen, Wildtieren und Haustieren durch abgegrenzte Ställe, schliessbare Eingangsbereiche und falls nötig eine Umzäunung geschützt ist. Um einen direkten Kontakt mit Wildschweinen zu verhindern, ist für A-R-Betriebe (höchster SGD-Status) rund um Ausläufe eine Umzäunung im Mindestabstand von einem Meter zu erstellen. Für A-Betriebe wird diese Massnahme dringend empfohlen.

Der Eingangsbereich bei A-Betrieben bzw. die Hygieneschleuse bei A-R-Betrieben müssen entsprechend ausgestaltet sein. Neue Mitarbeitende haben über die Gesundheitssituation im Betrieb ihres letzten Arbeitgebers Auskunft zu geben. Sie sind zudem sorgfältig in ihre Tätigkeit einzuführen. Fremdpersonen sind mit betriebseigener Überkleidung einzukleiden, der Besuch wird im Journal dokumentiert.

Fliegen und Schadnager sind zu kontrollieren und falls nötig zu bekämpfen. Tiere dürfen nur über eine Verladerampe bzw. eine Verladevorrichtung in den Stall oder aus dem Stall gelangen. Ein Zurückweichen der Tiere vom Transportwagen in den Stall muss zuverlässig verhindert werden. Die Tiere sind durch betriebseigenes Personal so vorzubereiten, dass ein rascher und tiergerechter Verlad gewährleistet werden kann. Die Einhaltung der Transport-bestimmungen ist vom Tierhalter durch Nachfragen zu über-prüfen.

Nach jedem Umtrieb muss eine gründliche Reinigung und allenfalls eine Desinfektion durchgeführt werden. A-R-Betriebe müssen die Belegung der Ställe durch einen Umtriebsplan und auch die Reinigung und Desinfektion dokumentieren. Bei anderen Betrieben kann eine solche Dokumentation verlangt werden. Alle Lagerbe-hälter, Transportsysteme und Fütterungsanlagen sind regelmässig zu kontrollieren und zu reinigen.

Gute Hygieneschleuse

Spricht man mit Branchenkennern, gehören Hygieneschleusen nicht unbedingt zu den Stärken der Schweizer Schweineproduzenten. Dies könnte zu tun haben mit dem schweizweit sehr hohen Gesundheitsniveau, das viele unvorsichtig werden liess. Und wohl auch mit den vielfach diversifizierten Betrieben. Nebst Schweinen hat man beispielsweise auch noch Milchvieh oder Mutterkühe und wechselt ständig zwischen den Ställen hin und her.

Wie hat eine Hygieneschleuse, die den Namen verdient, denn ausgestattet zu sein, gemäss SGD? Wichtig ist eine klare Trennung des Raumes etwa durch Markierung auf dem Boden in «rein und unrein». Der reine Teil darf nicht mit Strassenschuhen betreten werden.

Desinfektionsbecken überall

Ausgezogene Strassenbekleidung darf nicht am selben Ort wie die stalleigenen Überkleider aufgehängt werden bzw. nicht mit diesen in Berührung kommen. Vor dem Betreten der Stallungen wird ein sauberes Desinfektionsbecken benutzt. Bei mehreren Gebäuden auf einem Gelände wird empfohlen, die Fahrzeuge nicht auf das Areal zu lassen und ausserhalb des Hofareals bereits die Schuhe zu wechseln. In der Schleuse (Umziehraum) sind erneut die Stiefel zu wechseln. Am Eingang zu jedem Stallgebäude oder Stallraum braucht es ein sauberes Desinfektionsbecken. Dieses ist so zu platzieren, dass es auch benutzt wird.

Bei Gästen im Schweinestall ist generell Vorsicht geboten. Nicht erwünscht sind Hoftiere wie Hunde und Katzen. Und systematisch bekämpft gehören Schadnager und Fliegen.

Ausstattung Hygieneschleuse

- Lavabo mit Wasseranschluss und Handwaschgelegenheit. - Garderobe für Strassenbekleidung, die vor dem Besuch ausgezogen wird. Separiert von der Stallbekleidung. - Papierspender oder saubere Tücher zum Trocknen von Händen und Geräten. - Seifenmittelspender - Schrank mit sauberen Stiefeln, Mänteln/Überkleidern und Kopfbedeckung - Besucherjournal

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