Im Dunkeln marschierte Familie Figi von der Weisswand ob Luchsingen mit ihren Tieren am Samstag, 14. Oktober 2023, nach Glarus. Später traf mit lautem Glockenklang und festlich geschmückt auch die Horner-Herde auf dem Schauareal ein. Beliebtes Fotosujet war Muni Zibu. Der Hauptpreis für das Esaf 2025 und Züchter Bert Horner blickten in manche Kameralinse. Später wurde Zibu mit acht Kollegen im Schauring präsentiert und kommentiert.

320 Kühe in 42 Abteilungen
Das Expertenteam, bestehend aus Daniel Gisler, Roman Schirmer und Josef Portmann, rangierte rund 320 Kühe und Rinder der Rassen Brown Swiss und Original Braunvieh in 41 Abteilungen sowie der Rasse Holstein in zwei Abteilungen. Schon die Abteilungssiege gingen in alle Dörfer und Richtungen des Kantons.
Die abwechslungsreiche Tendenz setzte sich auch in den Spezial-Kategorien fort. So kam der Wirtschaftlichkeits-Star Betitta aus dem Stall von Philipp Zweifel. Die schönste Dauerleistungskuh auf dem Schauplatz war Wilma. Sie lebt in Netstal bei Hans Zehnder-Weber, wo auch die Miss Gurt/Blüem Wera herkommt.
Die schönste OB-Kuh wurde wie letztes Jahr Emmi von Thomas Hefti-Landolt aus Linthal. Sie holte einen Doppeltitel, denn sie erfüllte auch die Kriterien des Jakob-Schneider-Fonds am besten. Den Titel Miss Genetik holte Perla von Peter Schiesser-Steiner aus Linthal. Beim Original Braunvieh ging dieser Titel an Laura von Beat Elmer-Elmer aus Elm. Auch die Miss Glaris Holstein hatte ihren Aufritt: sie heisst Aguilera und gehört Fritz Fischli-Rhyner aus Näfels.
Unverzichtbare Helfer
Einige Schafe zogen durch den Ring 2 hinaus, kurz danach wurde eine nächste Abteilung Kühe hineingeführt. Währenddessen bewertete ein Experte im ersten Ring eine Abteilung Rinder, die danach von Ziegen im Schauring abgelöst wurde. Die tadellose Organisation machte es für den Besucher kaum vorstellbar, welche organisatorische Meisterleistung dahinter steckte. Von der Planung und dem Einhalten des Zeitplans, bis hin zum professionellen Vorführen waren zahlreiche erfahrene Hände nötig.
Allein für den Auf- und Abbau und die Präsentation des Grossviehs waren gemäss dem Präsidenten von Braunvieh Glarus, Peter Schiesser, über fünfzig Personen im Einsatz. Oft sind es seit Jahren dieselben Personen, die beispielsweise Tier um Tier vor dem Ring rechtzeitig bereitstellen und nach ihrem Auftritt wieder zurück an ihren Platz bringen oder als Funktionäre auf der Tribüne ein- und ausgehen.
Anton Furrer hat erneut die Ziegen-Miss
Die Glarner Kleinviehzüchter zeigten 114 Schafe und 106 Ziegen. Während die bewährten Schafrassen weisses Alpenschaf, braunköpfiges Fleischschaf, schwarzbraunes Bergschaf, Texel und Dorper stets vertreten sind, wurden heuer auch grau gehörnte Heidschnucken, Jakobsschafe und Engadinerschafe aufgeführt – aber nicht katalogisiert und rangiert. Roland Tschudi und Armand Tschaler waren begeistert von der Glarner Schafzucht. Die Richter schwärmten von frohwüchsigen Auen und erkoren die braunköpfigen Fleischschafe der Familie Bernet aus Elm zur schönsten Schafkollektion. Die Texel-Schafe Elsi und Lea von Oswald Metz erhielten den Preis für das schönste Mutter-Tochter-Paar.
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Derweil hatten Markus Gämperle und Elmar Wohlgensinger die Aufgabe, aus sechs Ziegenrassen (Saanen, Appenzeller, Toggenburger, Gemsfarbene, Walliser und Pfauen) die besten Tiere zu wählen. Erfreulich dabei war, dass die Anzahl Ziegen an der Kantonalschau steigend ist.

Jungzüchter David Bernet aus Elm erhielt für seine Saanenziegen Linda und Lingi die Auszeichnung für das stärkste Mutter-Tochter-Paar. Der Appenzeller Ziege Albina von Rita und Reto Widmer-Stüssi verliehen die Fachmänner den bisherigen Wanderpreis für die schönste alte Dame. Nachdem Familie Widmer-Stüssi 2019 mit Diana und 2021 mit Didi den Titel bereits gewann, gehört ihnen nun der Wanderpreis. Nachdem Anton Furrer mit seiner Gulda bereits im Vorjahr den Missen Titel gewann, knöpfte er heuer an den Erfolg an. Der Ziegen-Champion-Titel ging an seine Toggenburger Ziege Neela.
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Die Jungkuh-Champion kommt aus Oberurnen
Auch beim Grossvieh ging es Schlag auf Schlag: Das schönste Euter bei den Jüngeren Kühen hatte Laura von Hans Zehnder-Weber. Luesti von Martin Hauser, Näfels, holte den Titel bei den älteren Kühen. Die Glarner Jungzüchter präsentierten in vier Abteilungen ihre eigenen Rinder. Dabei sprach Experte Gisler den Jüngsten unter ihnen, die ihre teils an Körpergrösse massiv überlegenen Tiere vorführten, grosses Lob für ihren Mut und grandiosen Auftritt im Ring aus.
Antonietta (Haegar) von OK-Präsident Peter Schiesser-Steiner nahm schliesslich mit dem Rinderchampion-Titel auch eine herzhafte Umarmung von Tochter Kora Schiesser entgegen. Mit Holdrio Julia konnte Andreas Stucki, Oberurnen, die Jungkuh-Champion Glarus 2023 nach Hause nehmen. Zum Tageshöhepunkt verlieh Daniel Gisler Peggy-Sue von Philipp Zweifel aus Linthal den Titel Miss Glarus 2023.

Auch die Schauexperten von Braunvieh Schweiz rühmten das OK für die tadellose Organisation und gratulierten den Ausstellern zum hohen Zuchtniveau. «Es hat uns sehr viel Spass gemacht, wir haben super Qualität vorgefunden», verabschiedet sich Gisler auch in Portmanns und Schirmers Namen.
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